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Albumbesprechung 54•40 - Dear Dear

Interpret: 54•40

Titel: Dear Dear

Erscheinungsjahr: 1992

Genre: Alternative Rock, Post Punk, Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Dear Dear ist ein Album der kanadischen Band 54•40. Das Album erschien im Jahr 1992.

Für 54•40 bedeutete das Album den endgültigen Durchbruch in Kanada, dort gab es zum ersten Mal Platin für die Band. Allerdings war mittlerweile klar, dass es mit einer Karriere in den USA wohl nicht klappt, weshalb die Band dieses Album erst gar nicht dort veröffentlichte.

In Kanada lief es dagegen wie geschmiert für 54•40. Wie erwähnt gab es Platin für das Album, außerdem brachte die Band mit Nice To Luv You und She La zwei Singles in die kanadischen Charts (wenn auch nicht auf die vorderen Plätze).

54•40 wurden von der Fachpresse immer wieder als die kanadischen REM bezeichnet. So ein Vergleich mag schmeicheln, allerdings kann es auch zu einer Belastung werden. Im Fall der Band war es wohl eher eine Belastung, zumindest konnte sie mit dieser Ansage in den USA überhaupt nicht punkten. Die Vergleich zu REM könnte man schon ziehen, zumindest nähert sich 54•40 auf Songs wie She La oder You Don't Get Away den US-Stars. Nice To Luv You klingt dagegen eher wie ein Mix aus AC/DC, Doors, Stones und REM, während Lovers And Losers durchaus an Tom Petty erinnert.

Grundsätzlich stellt sich bei solchen Bands immer die Frage, in welchem Maß sie "Alternative" spielt oder nicht. Aber das kennt man von REM auch. Auf Inside The Horn oder We Are, We Pretend klingen 54•40 weitestgehend bodenständig rockend. Ganz interessant wird es dann, wenn sich 54•40 mehr trauen. Das ist der Fall mit den subtilen psychedelischen Elementen auf Music Man, ambientartigen Soundspielereien auf Social Work und Alternative-Sounds auf Faithful sowie Teilen des Titeltracks Dear Dear.

Fazit Dear Dear von 54•40 ist ein interessantes Album. Dass da immer mal wieder ein Prise REM mitschwingt, ist kaum bestreitbar, vor allem weil der Sänger auch etwas nach REM klingt. 54•40 klingen aber durch einen (manchmal etwas verwirrenden) Mix von Postpunk über bodenständigen Rock bis hin zu Ambienteinwürfen schon wieder eigenständig. In der Form würde ich die Band sogar als echte Alternative zu den REM der Automatic For the People Phase einstufen.

Trackliste

  1. She La 4:10
  2. Music Man 5:43
  3. Nice to Luv You 4:22
  4. Lovers and Losers 4:19
  5. We Are, We Pretend 3:11
  6. Apollo and Me 4:18
  7. Faithful 4:04
  8. Inside the Horn 3:20
  9. You Don't Get Away (That Easy) 4:25
  10. Book 4:38
  11. Dear Dear 4:46
  12. Social Work (Hidden Track) 4:25

Rezensent: MP