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CD-Kritik AC/DC - Fly On The Wall

Interpret: AC/DC

Titel: Fly On The Wall

Erscheinungsjahr: 1985

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 4 von 10 Sternen

(4/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Fly On The Wall war das zehnte Studioalbum von AC/DC. Es erschien im Jahr 1985 und damit in einer Zeit, in der die Band Schwächen zeigte. Das Album kam bei Kritikern nicht gut an. Auch die Fans waren eher zurückhaltend, kommerziell war das Album nicht der große Renner. Die ausgekoppelten Singles Danger, Sink the Pink und Shake Your Foundations schafften es nicht hoch in die Charts. Tatsächlich schien die Band weit unter ihren Möglichkeiten zu spielen, vielleicht wirkte der Tod Bon Scotts und der Weggang Phil Rudds doch stärker nach, als man zugeben wollte.

Die Songs:

Fly on the Wall beginnt mit typischen Malcolm Gitarrensounds, dazu wuchtige Drums und einen etwas in den Hintergrund gemischten Johnson. Das beginnt eigentlich vielversprechend und findet im gelungenen Shake Your Foundations eine Steigerung. First Blood mündet nach dem obligatorischen Gitarrenintro in einen lässigen Groove. Rhythmisch ist das etwas vertrackter, aber insgesamt bietet die Band einen eher unspektakulären Hard-Rock Song an. Danger beginnt sehr verschleppt und fast schon zögerlich. Der Groove geht in Ordnung und der Song klingt irgendwie interessant, aber wieder nicht überzeugend. Sink the Pink beginnt wieder mit Malcolms Gitarre, dazu gibt es die typische gepickte Rhythmusparts von Angus. Aber auch hier kommen die Brüder nie so richtig aus dem Quark.

Playing with Girls klingt mit den fetten Gitarrensounds erstaunlich hart, kann aber wieder nicht so richtig überzeugen. Stand Up wirkt aufgrund der Gitarrenarbeit wie ein harter Southern-Rocksong. Das ist nicht typisch für AC/DC, klingt aber ganz gut und kann sich etwas von den anderen Songs abheben. Hell or High Water überzeugt vor allem durch die ordentliche Rhythmusgitarrenarbeit und schöne Einwürfe von Angus. Back in Business wird bestimmt durch ein hartes Bluesriff von Malcolm und bluesige Licks von Angus. Wieder nicht schlecht, aber doch schon etliche Male besser produziert. Send for the Man erinnert an klassische Bandsounds, kann aber mit deren Qualität nicht mithalten.

Fazit Mit Fly On The Wall legten AC/DC eines der weniger geliebten Alben ihrer Karriere vor. Es wurde von Kritikern praktisch immer verrissen, auch bei den Fans kam das Album nicht gut an. Zwar hielt sich die Band an klassische Rezepturen, kam aber irgendwie nicht auf den Punkt. So springt der Funke selten über, den die Musik von AC/DC normal auslöst. Für mich klingt das etwas lustlos. Fast scheint es so, als habe man ein Verlegenheitsprojekt eingespielt. Der Groove, normal eine der Stärken der Band, kommt nie richtig an. Selbst der zuverlässige Malcolm McLaren kann mit seiner Gitarrenarbeit nicht immer überzeugen, auch sein Bruder Angus geht etwas unter (zumindest was die Soloparts betrifft). Sänger Johnson ist sowieso Geschmackssache, aber hier singt er noch schwächer als sonst. Das hat man aber wohl schon bei der Produktion gemerkt, denn der Gesang wurde freundlicherweise zurückgemischt. Insgesamt ist das aber keine runde Sache. Fly On The Wall ist kein schlechtes Album, aber doch weit entfernt von einem guten Album. Für AC/DC Fans könnte das gerade noch in Ordnung gehen, Einsteigern würde ich andere Alben empfehlen.

Trackliste

  1. Fly on the Wall - 3:43
  2. Shake Your Foundations - 4:10
  3. First Blood - 3:40
  4. Danger - 4:22
  5. Sink the Pink - 4:14
  6. Playing with Girls - 3:44
  7. Stand Up - 3:53
  8. Hell or High Water - 4:31
  9. Back in Business - 4:22
  10. Send for the Man - 3:26

Rezensent: MP

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