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Albumbesprechung Aerosmith - Toys In The Attic

Interpret: Aerosmith

Titel: Toys In The Attic

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Hard-Rock, Glam-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Toys in the Attic ist der Titel des dritten Albums der Band Aerosmith. Das Album erschien im Jahr 1975. Man kann sagen, dass Aerosmith mit diesem Album den endgültigen Durchbruch schaffte. Es gehört zu den bestverkauften Bandalben überhaupt (Stand 2002 über 8 Mio. verkaufter Exemplare). Für den groovigen härteren Rock legte die Band eine Art Blaupause vor, weshalb man auch von einem Meilenstein der Rockmusik sprechen kann.

Die Single Sweet Emotion brachten die Toxic Twins auf Rang 36 der Billboard 100, die zweite Single Walk this Way erreichte Rang 10 der Charts (und sorgte Jahrzehnte später für ein Revival der Band). Das Album selbst erreichte Rang 11 der Billboard 200, was zu dem Zeitpunkt die beste Chartplatzierung für die Band war. Im Sog des guten Erfolgs von Sweet Emotion entschloss sich die Band, ihre 1973er Single Dream On noch einmal zu veröffentlichen: mit Erfolg, Dream On erreichte mit Rang 6 der Charts eine deutlich bessere Position als 1973.

Eingespielt wurde das Album in der Stammbesetzung Steven Tyler, Joe Perry, Brad Whitford, Tom Hamilton und Joey Kramer. Musikalisch hatten die Toxic Twins Tyler und Perry zu einem Stil gefunden, der zumindest bis in die 1980er als der Typische Aerosmith Sound galt: harter Rock mit gutem Groove. Für viele Betracher waren Aerosmith damit nicht mehr als ein Mix aus Led Zeppelin und Rolling Stones. Vor allem ihr grooviger härterer Ansatz war aber so einzigartig, dass Aerosmith nachfolgende Genres wie den Funk-Metal bzw. den Rap Rock erheblich mitprägten. Der Stellenwert der Band bleibt dennoch schwer greifbar, vor allem in der Fachpresse waren Aerosmith damals wenig beliebt. Wie so oft mochten Musikfans die Musik der Band dafür umso mehr.

Die Songs

"Toys In The Attic" rockt ordentlich, wobei ich hier aber eher Vergleiche zu Ted Nugent ziehen würde. Der Song gehört zu den Bandklassikern, er wurde von vielen Bands des härteren Genres gerne gecovert (u. a. Metal Church, Warrant, Ratt usw.) und der Song wurde in die Rock And Roll Hall Of Fame's 500 Songs That Shaped Rock And Roll aufgenommen. Ein Klassiker.

Die häufig genannten Vergleiche zu Led Zeppelin würde ich eher in den cleanen Parts des relativ komplexen "Uncle Salty" sehen bzw. im härteren Glam-Boogie Rocker "Adams Apple".

"Walk this Way" gehört wie Toys in The Attic zu den Bandklassikern, der Song dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein. Gitarrist Perry war beim Schreiben des Songs stark beeinflusst von der Funkband The Meters, dementsprechend gut groovt der Song.

"Big Ten Inch Record" ist die etwas verwirrende und deplatziert wirkende Covernummer eines Bull Moose Jackson Songs mit Rockabilly JazzBlues Einschlag.

"Sweet Emotion" versprüht danach psychedelisches Flair, rockt aber im weiteren Verlauf groovig gut. Eine weitere überragende Nummer des Aerosmith Katalogs.

"No More No More" ist eine gute Gitarrennumer mit ordentlichem Drive und einer interessanten Southern-Rock Note. Einfach aufgebaut, aber einfach überzeugend.

"Round And Round" rockt danach schwer, möglicherweise haben sich die Scorpions von solchem Material in ihrer Lovedrive Phase inspirieren lassen.

"You See Me Crying" ist die unvermeidbare Ballade oder wie man in dem Genre sagt: eine Power Ballade. Die ist der Band gut gelungen.

Fazit Aerosmith gehören zu den Bands, die immer polarisierten. Besonders die frühen Aerosmith wurden (vor allem von der Fachpresse) gerne einmal verrissen. Meistens ging es darum, dass die Band zu sehr an Klischees festhielt und bei einigen guten Momenten leider auch mindestens ebenso viele schwache Momente vorwies (Live eher mal mehr schwache als gute Momente). Stimmt alles irgendwie, aber andererseits klangen die frühen Aerosmith aufregender als die späten AOR-Rocker. Vor allem Songs wie Toys In The Attic, Walk This Way, Sweet Emotion oder auch No More No More rocken gut. Ebenso überzeugt mich die Ballade You See Me Crying, ganz interessant gestaltet ist Uncle Salty. Der Rest fällt dann aber etwas ab, vor allem das Cover von Big Ten-Inch Record hätte sich die Band sparen können. Trotz dreier Klassiker nicht das stärkste Frühwerk der Luftschmitts, aber allemal ein ordentliches Album und letzten Endes aufgrund der überragenden Verkaufszahlen ein Meilenstein der Rockmusik.

Trackliste

  1. Toys in the Attic (Steven Tyler, Joe Perry) 3:07
  2. Uncle Salty (Tyler, Tom Hamilton) 4:09
  3. Adam's Apple (Tyler) 4:33
  4. Walk This Way (Tyler, Perry) 3:41
  5. Big Ten Inch Record (Fred Weismantel) 2:16
  6. Sweet Emotion (Tyler, Hamilton) 4:34
  7. No More No More (Tyler, Perry) 4:34
  8. Round and Round (Tyler, Brad Whitford) 5:03
  9. You See Me Crying (Tyler, Darren Solomon) 5:12

Rezensent: MP