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Albumbesprechung Ed Alleyne-Johnson - Ultraviolet

Interpret: Ed Alleyne-Johnson

Titel: Ultraviolet

Erscheinungsjahr: 1994

Genre: Instrumental, Elektronik, Prog-/Space

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Ultraviolet ist der Titel eines Albums von Ed Alleyne-Johnson. Das Album erschien im Jahr 1994.

Ultraviolet war das kommerziell erfolgreichste Albums Alleyne-Johnsons, im UK sprang mit Rang 68 der Charts die beste Platzierung für den Violinisten heraus. Der ist aber vielleicht auch nicht gerade der typische Chartsmusiker. Als Violinist mit einer selbst gebauten Geige (die er angeblich mit dem Küchenmesser modellierte) arbeitete und arbeitet er vor allem als Busker auf der Straße. Wer einen Blick auf Youtube riskiert, wird etliche Videos seiner Soloperformances auf der Straße finden.

Dort arbeitet er mit Loopern, ohne die geht es eigentlich in der Form der Darbietung kaum. Ein Problem kann dabei die Umsetzung solcher Ideen auf Platte werden. Was Live beeindruckend aussieht, hört sich auf Platte nicht zwangsläufig so an. Da bedarf es eines stimmigen Inhalts bzw. Konzepts. Und das legt Alleyne-Johnson auf dem Album vor. Es geht, ganz allgemein, um die Grenzen der bewussten Wahrnehmungsfähigkeit am Beispiel des Farbspektrums Ultraviolett. Für Alleyne-Johnson dürfte es um die gedankliche Brücke zur Musik allgemein bzw. seiner Musik gehen.

Immerhin lotet Alleyne-Johnson mit elektrifizierter Geige Grenzen aus. Auf dem Album Ultraviolet arbeitet er im Grund so, wie er es auf der Straße macht. D. h., er spielt die Songs Live und ohne Overdubs ein und führt den Hörer vom "nichtspektralen" Weiss über den Farbenkreis von Rot über Gelb, Grün und Blau in den Grenzbereich Violett bzw. Ultraviolett.

Aufgrund seiner Spielweise mit Loopern (bzw. deren Vorgängern) nutzt Alleyne-Johnson zwangsläufig repetitive Muster. Damit erinnert er an klassische Elektroniker, ebenso auch an den frühen Oldfield oder z. B. Steve Hillage. Insgesamt hat das ohnehin eine gewisse Verwandschaft mit der Gitarre, daher erscheinen mir die Vergleiche mit Oldfield und Hillage nicht abwegig. Die Konzeption an sich ließe sich auch etwas mit Manuel Göttschings Inventions vor Electric Guitar vergleichen. Dort war es die Gitarre, hier die Geige und hier überwiegt ein meditativer und sphärisch entrückter Grundtenor (was bei Göttsching stellenweise eher wie ein Trip wirkte).

Fazit Mehr will ich als Beschreibung nicht mitgeben, es nützt wenig bei dieser Art von Musik. Am besten, man hört sich das in aller Ruhe an. Denn genau dazu lädt Alleyne-Johnson ein, er bietet Musik zum Träumen und Entspannen. Die Klangergebnisse und -erlebnisse sind bemerkenswert, die konzeptionelle Umsetzung überzeugt mich persönlich. Tolles Album.

Trackliste

  1. White (Intro) 2:14
  2. Red 10:48
  3. Orange 6:09
  4. Yellow 8:29
  5. Green 6:36
  6. Blue 8:21
  7. Indigo 7:28
  8. Violet 7:40
  9. Ultraviolet 2:09

Rezensent: MP