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Albumbesprechung America - America

Interpret: America

Titel: America

Erscheinungsjahr: 1971

Genre: Folk-Pop, Westcoast-Pop

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

America ist das selbstbetitelte Debütalbum der englisch-amerikanischen Band America. Das Album erschien im Jahr 1971 und bedeutete für die Band den Durchbruch. Dabei half aber erst der weltweite Singlehit A Horse With No Name, der Ende Januar 1972 veröffentlicht wurde und auf der ursprünglichen Pressung des Debütalbums nicht vorhanden war. Danach wurde das Album mit A Horse With No Name wiederveröffentlicht und schaffte es auf Rang 1 der US-Billboard Charts, wo sich das Album 5 Wochen halten konnte.

Das Album America wird heute zu den Meilensteinen der Popmusik gezählt, die Kritiken zum Album fielen in der Regel sehr gut aus. Einige Kritiker hatten zwar ihre Probleme mit dem makellosen und scheinbar spannungsarmen Folk-Rock der Band, nahezu jeder Kritiker kam aber letztlich irgendwie zu einer positiven Bewertung.

America nahmen das Album in der Stammbesetzung mit Gerry Beckley (Vocals, Guitars, Bass, Chimes, Piano), Dewey Bunnell (Vocals, Guitars) und Dan Peek (Vocals, Guitars, Piano, Bass) auf. Außerdem beteiligt waren Dave Atwood (Drums), Ray Cooper (Percussion), Kim Haworth (Drums) und David Lindley (Electric guitar)

Bei so einem Album kann man es relativ kurz machen. America legten mit diesem Album einen Klassiker des Soft-Rock/Folk-Pop vor. America musizieren hier vornehmlich in einer Art Unplugged-Formation mit viel Akustikgitarren und wenigen elektrischen Gerätschaften und eher hintergründigen Drums. Dazu kommen traumhafte Harmoniegesänge, die Crosby Stills Nash Und Young kaum besser hinbekommen haben.

Man kann natürlich immer mäkeln, es gibt auch hier minimale Unstimmigkeiten. Aber schwerpunktmäßig legt die Band ein ungemein harmonisches Album vor, welches problemlos die Jahrzehnte überstehen konnte. Die Band wagt sich vom netten Folk-Pop mit Anleihen an vorgenannte CSNY (z. B. Riverside, Children) gerne in andere Bereiche und wirft subtile psychedelische Ideen ein (Sandman, Donkey Jaw) gibt Latinrhythmen eine Chance (Three Roses), wird mit richtigen Drumrhythmen grooviger (Here) oder orientiert sich auf I Need You sehr stark an den Beatles. Einer der wenigen abfallenden Songs ist der abschließende Pigeon Song, der wie ein unvollendeter Neil Young Klagesong klingt.

Fazit Sieht man von wenigen handwerklichen Mängeln und dem nicht ganz so toll gelungenen Pigeon Song ab, so kann man bei dem Debütalbum von America eigentlich nur ins Schwärmen geraten. Die Band lieferte hier mit ihrem ersten Album einige echte Perlen der Popmusik ab. Das passte damals sehr gut in die ausgehende Folk-Rock Ära und kann heute noch locker bestehen. Wer nur Heavy Metal hört, wird damit weniger anfangen könne. Wer jedoch auch mal über den Tellerrand schaut und gute Popmusik mag, der wird hier bestens bedient.

Trackliste

  1. Riverside (Dewey Bunnell) 3:03
  2. Sandman (Bunnell) 4:08
  3. Three Roses (Bunnell) 3:54
  4. Children (Bunnell) 3:07
  5. A Horse with No Name (Bunnell) 4:10
  6. Here (Gerry Beckley) 5:30
  7. I Need You (Beckley) 3:05
  8. Rainy Day (Dan Peek) 2:55
  9. Never Found the Time (Peek) 3:50
  10. Clarice (Beckley) 4:01
  11. Donkey Jaw (Peek) 5:17
  12. Pigeon Song (Bunnell) 2:18

Rezensent: MP