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Review Ian Anderson - Walk Into The Light

Interpret: Ian Anderson

Titel: Walk Into The Light

Erscheinungsjahr: 1983

Genre: Electronic-Pop, Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Walk Into Light ist das erste Solo Album des Jethro Tull Masterminds Ian Anderson. Das Album erschien 1983 (2011 erschien ein Re-Release als CD). Eigentlich wollte Anderson schon das 1980er Tull Album "A" als Soloalbum veröffentlichen. Aber Anderson entschied sich um - A wurde zu einem Jethro Tull Album, dafür brachte er drei Jahre später Walk Into The Light heraus.

Walk Into The Light war im Prinzip das Ergebnis moderner Technik, mit der Anderson zu der Zeit gerne spielte. Aus Spielereien mit Sequenzern und Synthies wurde dieses Album, welches Anderson mit dem damaligen Jethro Tull Keyboarder Peter-John Vettesse realisierte.

Solche Experimente sind immer auch Wagnisse, denn elektronisches und Sequenzergedudel kann ziemlich steril wirken. Altgediente Elektroniker können da viel draus machen, zu der Zeit gab es auch eine Menge jüngerer Musiker, die viel von den deutschen Elektronikern lernten und ordentliche Elektro-Pop Musik daraus machten. Anderson packt solche bzw. vergleichbare Electronic-Popsongs ("Made In England" oder "Looking For Eden") auf das Album. Die klingen nicht schlecht, aber das Angebot an solcher Musik war Anfang der 1980 groß und Anderson kann sich mit dem Material kaum behaupten. Interessanter wird es immer dann, wenn es musikalisch und inhaltlich düsterer klingt (etwa auf "End Game" oder "Black And White Television"). Ich respektiere seine Experimentierfreude, aber Anderson klingt für mich am besten, wenn er an Sounds der (Jethro Tull)Vorgängeralben erinnert. Das ist nur auf "Toad In The Hole" der Fall.

Durchaus erwähnenswert sind die Texte, die stellenweise zeitkritisch sind. Auf "Different Germany" verarbeitet Anderson Eindrücke rechter Gewalt in Deutschland und kommt zur Konklusion: "History repeats somehow". Auch mit seinem Heimatland geht er nicht zimperlich um und kritisiert die wirtschaftliche Situation in Großbritannien auf Songs wie "Made In England" und "Looking For Eden".

Fazit Trotz einiger guter Ansätze und stellenweise schwerwiegender Texte - so richtig überzeugen kann Anderson mit dem Album nicht. Man könnte es auf einen Nenner bringen: Walk Into The Light klingt wie Under Wraps oder The Broadsword And The Beast ohne Martin Barre, dafür mit viel Elektronik und synthetischen Sounds. Experimente mit Synthies können andere doch besser und den Gebrauch von Synthies in Rock und Pop bekamen wir in den 1980er im Übermaß präsentiert. Da brauchte man dieses Album nur bedingt, deshalb fiel es wahrscheinlich auch etwas unter den Tisch.

 

Trackliste

  1. Fly by Night (Ian Anderson, Peter-John Vettese) 3:55
  2. Made in England (Anderson, Vettese) 5:00
  3. Walk into Light (Anderson) 3:11
  4. Trains (Anderson, Vettese) 3:21
  5. End Game (Anderson) 3:20
  6. Black and White Television (Anderson) 3:37
  7. Toad in the Hole (Anderson) 3:24
  8. Looking for Eden (Anderson) 3:43
  9. User-Friendly (Anderson, Vettese) 4:03
  10. Different Germany (Anderson, Vettese) 5:24

Rezensent: MP