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Albumbesprechung Angelzoom - Nothing Is Infinite

Interpret: Angelzoom

Titel: Nothing Is Infinite

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Ambient, Electro-Pop

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Nothing Is Infinite ist ein Album der Band Angelzoom, welche letztlich ein Soloprojekt der Sängerin Claudia Uhle darstellt. Man hörte musikalisch schon lange nichts mehr von Angelzoom - die letzten Aufnahmen stammen von 2004 und 2005. Nun meldet sich Claudia Uhle, die von einem Kritiker einmal für "Atmosphärische Engelsballaden aus einer andern Welt" gelobt wurde, mit Angelzoom zurück.

Angelzoom schöpfen auch auf Nothing Is Infinite aus dem Bereich Electro-Pop, der aber immer eine gehörige Portion Ambient erhält und somit selten aggressiv oder extrem tanzbar wirkt. Sowieso hat die Stimme von Claudia Uhle eine eher sanfte und (im positiven Sinn) beruhigende Wirkung.

Musikalisch und inhaltlich geht diese Musik unter die Haut, da schwingt immer eine gewaltige Prise an Emotionen mit - oft klingt es sehr melancholisch, aber aus meiner Sicht selten resignierend. Das ist gar nicht so einfach, zumal es inhaltlich schon um schwerwiegende Themen geht - aber Uhle lässt hier eben auch Raum für Optimismus. Musikalisch überwiegen, nach meiner Ansicht, balladeske Momente mit schönen flächigen Ambientsounds. Sehr schön gemacht sind die drei Instrumentals Battle Angel, welche bis auf den kurzen wuchtigen Rhythmuspart in Chpt. I sehr Ambientmäßig klingen.

Es gibt zwei Coverversion, die man unterschiedlich betrachten muss. The Things You Said von Depeche Mode hält sich vergleichsweise eng ans Original, auch wenn die Instrumentierung anders ist. Fragile von Sting unterscheidet sich stärker vom Original. Das erstaunt mich schon, denn das Original ist sehr getragen und hätte so auch gut aufs Album gepasst. Angelzoom packen hier aber doch die eine oder andere Reminiszenz an den Electro-Pop drauf, was aber auch ganz interessant klingt.

Die restlichen Songs schöpfen aus Electro-Pop und Ambient. Alle Songs sind gut produziert und klingen zwar eingängig, aber nie nach plattem Mainstream. Hervorheben aus der Masse an guten Songs würde ich persönlich den Song Hypnotized sowie die instrumentalen Battle Angels und den Bonustrack Afterlive in Verbindung mit dem Song Clones - aber hier hat wahrscheinlich jeder seine eigenen Favoriten.

Fazit Nothing is Infinite ist ein interessantes Album, dass sich nur anfangs stärker im Electro-Pop a la Depeche Mode bewegt. Danach setzen sich in starkem Maß schöne Ambient-Momente durch, welche aus meiner Sicht das Album auch emotional bestimmen. Möglicherweise erzeugt durch den Gesang von Claudia Uhle, werden bei mir auch immer wieder gewisse Erinnerungen an Arbeiten der Geschwister Oldfield wach. Insgesamt wirkt das Album dadurch aber auch sehr interessant. Es ist nicht nur ein Electro-Pop Album, sondern ein interessantes Werk mit vielen emotionalen Ambient Anteilen. Sehr zu empfehlen.

Trackliste

  1. BATTLE ANGEL CHPT. V
  2. THE THINGS YOU SAID
  3. THESE ARMS OF MINE
  4. RUNAWAY
  5. BATTLE ANGEL CHPT. I
  6. MY INNERMOST
  7. HYPNOTISED
  8. FRAGILE
  9. EVERYONE CARES
  10. DOOMSDAY (2010)
  11. HANDSOME WORLD
  12. BATTLE ANGEL CHPT. II
  13. CLONES
  14. AFTERLIFE - BONUSTRACK

Rezensent: MP

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