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Albumbesprechung Archetype - Dawning

Interpret: Archetype

Titel: Dawning

Erscheinungsjahr: 2003/2004

Genre: Power-Metal, Prog-Metal

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Dawning ist der Titel eines Albums der Band Archetype. Die Band begann im Jahr 2001 mit den Aufnahmen, war aber letzten Endes nicht mit dem Ergebnis zufrieden. Meines Wissens kam es zunächst nicht zu einer Veröffentlichung (auch wenn andere Quellen von einem 2001er Release sprechen). Gemäß Sleevetext der 2004 Ausgabe trennte sich die Band vom Management und legte die gesamte Sache wohl zunächst auf Eis, um das Album 2003 bei Lucretia Records erstmals in nachbearbeiteter Form zu veröffentlichen. 2004 folgte eine Neuauflage bei Limb Music. Auf dem 2004 Re-Release gibt es als Bonustracks Visionary und Hands of Time von der 1998er EP Hands Of Time.

Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Chris Matyus (Gitarren), Greg Wagner (Gesang), Keith Zeigler (Drums) und Jamie Still (Bass). Mit der Einstufung der Band ist das so eine Sache. Manche Kritiker nahmen überwiegend Prog-Metal wahr, andere eher Power-Metal. Wie auch immer: Gitarrist Matyus war Songwriter und Texter, er und seine Kameraden sind mit allen Wassern des Power Metal gewaschen und spielen gerne mit Elementen, welche man aus dem Prog kennt.

Der Opener Final Day zeigt in etwa, wo es hingehen soll. Ein flotter Mix aus Power- und Prog-Metal mit eingängigen Vokalharmonien. Nicht ganz so druckvoll, aber mit einem interessanten Groove folgt Hands Of Time. So ähnlich geht das weiter auf diesem Album, allerdings fallen bei einigen der folgenden Songs die relativ ruhigen atmosphärisch-proglastigen Intros auf (Dawning, Inside Your Dream, Visionary, Arisen und Years Ago). Leider zieht die Band diese Ideen, zumindest für meinen Geschmack, nicht stringent genug durch.

Was könnte man sonst noch sagen? Bei Premonitions hält es die Band andersherum, hier mündet ein druckvoller Beginn in einen progressiven Teil. Durchgängig instrumental hält es die Band auf The Mind's Eye und Reflection und Years Ago könnte man alleine aufgrund der Laufzeit von 12:36 als Kernsong des Albums bezeichnen.

Ganz interessant die beiden Bonustracks, welche von der EP Hands Of Time stammen. Das klingt im direkten Vergleich reichlich ungeschliffen, aber keineswegs schlecht.

Fazit Archetype besitzen eigentlich alles, was eine gute Metalkapelle benötigt: eine gute Groovesektion, einen fantastischen Gitarristen und einen guten Shouter. Die Darbietung der Band ist ebenso tadellos wie die Aufnahmequalität (bis auf die beiden alten Tracks). Auch die Songs an sich sind keinesfalls schlecht, nur ein Memoryeffekt will sich nach dem Anhören nur schwer einstellen. Vielleicht ging die Band nicht entschlossen genug zu Werke, sie ist nicht Prog-Metal im Stil von Fates Warning oder Dream Theater, sie ist aber auch nicht Power-Metal im eigentlichen Sinn. Matyus lädt immer wieder zum Prog-Schwärmen ein, allerdings macht er diese Schwelgerei durch das unvermeidliche Stromgitarren- und Double Bassdrumgewitter zunichte. Schade.

Trackliste

  1. Final Day 6:31
  2. Hands Of Time 4:28
  3. Dawning 6:59
  4. Dissension's Wake 5:25
  5. Inside Your Dreams 6:09
  6. Premonitions 6:49
  7. Visionary 6:50
  8. Arisen 5:06
  9. The Mind's Eye 5:24
  10. Years Ago 12:36
  11. Reflection 3:29
  12. Visionary 6:58 (Bonustrack 2004)
  13. Hands Of Time 4:31 (Bonustrack 2004)

Alle Songs Chris Matyus

Rezensent: MP