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CD-Kritik Ashra - Blackouts

Interpret: Ashra

Titel: Blackouts

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Instrumental, Electronic-Music, Ambient

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Blackouts ist der Titel eines Albums der Band Ashra. Das Album erschien im Jahr 1977.

Ob man von Ashra oder Ash Ra Tempel spricht, man spricht letztlich immer von einem Vehikel des Gitarristen Manuel Göttsching. In der Phase ab Inventions For Electric Guitar bis Blackouts kann man Ashra bzw. Ash Ra Tempel als reines (instrumentales) Soloprojekt Göttschings bezeichnen. Im Rahmen eines späteren Release 2012 wurde das Album dann auch unter dem Namen Manuel Göttsching veröffentlicht.

Auf Blackouts war Göttsching in einem vergleichsweise eingängigen Stil angekommen. Dabei wollten viele Fachleute einen klaren Trend zu sehr kurzen Tracks wahrnehmen. Bezogen auf seine berühmten Longtracks mag das berechtigt sein, aber so richtig kurz sind auf diesem Album eigentlich nur der Titeltrack und Don't Trust The Kids. Die Lotus Suite läuft dagegen über 17 Minuten, Shuttle Cock über 8 Minuten und die anderen beiden Songs kratzen die 7 Minuten Marke. Musikalisch atmet Blackouts etwas vom Geist von Inventions For Electric Guitar, insgesamt klingt das Material aber gefälliger und weniger experimentell.

77 Slightly Delayed fließt mit einem New Age Flair relativ locker dahin, ähnliches gilt für Midnight On Mars. Der Gitarrenton erinnert mich hier eher an Steve Hillage als dem damals oft gezogenen Vergleich zu David Gilmour. Diese Hillage Nähe würde ich auch auf dem etwas unverbindlichen Don't Trust the Kids sehen, dessen Sequenzerlinie sozusagen die Basis des Titeltracks Blackouts bildet.

Shuttle Cocks übernimmt etwas der leichten New Age Stimmung des Openers 77 Slightly Delayed. Ähnliches gilt für Teile von Lotus Parts I-IV, wobei Göttsching hier auch mal zerstörerisch wirkende Wah-Wah Sounds einsetzt und damit interessante Kontrapunkte setzt.

Fazit Blackouts wurde, wenn ich mich richtig erinnere, von der Fachpresse als eine Art Weiterentwicklung Göttschings Richtung Space-Rock (daher der Vergleich Pink Floyd/Gilmour) gelobt. Im Gegensatz zu Inventions und New Age Of Earth kann man das so bewerten. Die Nähe zu Gilmour und Pink Floyd sehe ich dabei weniger als eher eine gewisse Nähe z. B. zu Steve Hillage. Das ist Ansichtssache, was man aber als Käufer wissen sollte: man bekommt mit Blackouts kein Album in Stil von Pink Floyd. Es ist und bleibt Manuel Göttsching.

Trackliste

  1. 77 Slightly Delayed 6:40
  2. Midnight on Mars 6:51
  3. Don't Trust the Kids 3:16
  4. Blackouts 4:39
  5. Shuttle Cock 8:28
  6. Lotus Part I-IV 17:04

Rezensent: MP

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