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Albumbesprechung Avantasia - The Metal Opera Part I

Interpret: Avantasia

Titel: The Metal Opera

Erscheinungsjahr: 2001

Genre: Heavy Metal, Powermetal

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Metal Opera ist das erste (Longplay) Album, das von Avantasia erschien. Es war das erste von zwei geplanten Alben, die zusammen eine Metal-Oper ergeben sollten. Hauptinitiator des Projektes ist Tobias Sammet von der Band Edguy. Zu jedem der Projekte versammelte Sammet einige Musiker der Metalszene um sich.

Bei so einem Projekt sollte man die Handlung nicht unerwähnt lassen. Sammet erzählt eine schöne Story. Sie beginnt im Jahr 1602. Die Hauptperson Gabriel Laymann ist Novize bei den Dominikanern in Mainz. Es ist die Zeit der Hexenverfolgungen. Gerade jetzt wird er mit seiner Stiefschwester konfrontiert, die als Hexe angeklagt wird. Gabriel gerät als angehender Kirchenmann in große Gewissensnöte. Er wird, nachdem er im verbotenen Buch liest, in den Kerker geworfen. Dort lernt er einen Druiden kennen, der ihm einen Deal vorschlägt. Es gibt eine Fantasiewelt namens Avantasia. Diese Welt ist in Gefahr. Wenn Gabriel bei der Rettung der Welt hilft, hilft ihm der Druide bei der Befreiung seiner Stiefschwester. In der Folge werden die Erlebnisse des Gabriel geschildert. Die Story endet damit, dass es Gabriel gelingt, das Siegel in die Stadt der Elfen zu bringen und damit Avantasia zu retten. To Be Continued…

Zur Musik: Avantasia bietet uns Heavy Metal an, vielleicht könnte man es genauer als Powermetal bezeichnen. Von daher sind die vieldiskutierten Vergleiche zum Projekt Ayreon etwas unglücklich gewählt. Aber egal. Das Album beginnt, wie es sich für eine Oper gehört, mit einer Prelude. Mit "Reach Out For The Light" geht es dann in die Vollen. Das ist schöner klassischer Heavy Metal, flott gespielt und instrumental auf der Höhe. Auch gesanglich ist hier alles im Lot. Ebenfalls klassischen Heavy Metal bekommt man auf "Serpents In Paradise" zu hören. Mit dem Song "Malleus Maleficarum" nimmt Sammet den Fuß vom Gas. Das kommt aber ganz gut. "Breaking Away" ist dann wieder eine Heavy Nummer, dieses mal aber eher im Mid-Tempo Bereich angelegt. Folkloristisch beginnt der nächste Song "Farewell". Das Thema wird aufgenommen und es entsteht eine schöne balladeske Heavy Nummer.

"The Glory Of Rome" geht deutlich schneller ab, wird dann gefolgt von dem kurzen Stück "In Nomine Patris", das epischer angelegt ist. Der Titelsong "Avantasia" ist feiner Heavy Metal mit schöner Gesangsmelodie. Der Song wird von einer orchestralen Nummer gefolgt, "A New Dimension". "Inside" ist ein Piano-Song, der eine angenehme Abwechslung bietet. "Sign Of The Cross" tendiert zum Mainstream Heavy. "The Tower" ist mit knapp 10 Minuten der längste und abwechlungsreichste Song des Albums. Stilistisch wird von ruhigen Passagen bis schnellem Heavy Metal alles geboten.

Fazit Viele Fachblätter vergleichen Avantasia mit Ayreon und beurteilen Avantasia schwächer, weil Ayreon komplexer ist. Dabei vergisst man jedoch, dass Sammet hier zwar eine Metal-Oper geschrieben hat, aber deswegen seiner angestammten Musik, dem Power-Metal, treu bleibt. Das ist auch gut so, Sammet macht seine Sache nämlich gut. Natürlich hat man solche Musik so ähnlich schon mal gehört. Allerdings wird das perfekt dargeboten, die Instrumentalleistungen und Gesangsparts klingen vorzüglich. Die Songs sind gut gemacht. Sie klingen nicht zu kommerziell, aber auch nicht zu komplex. Wäre jede Oper so gestaltet, würden mehr junge Leute hingehen. Nicht zu vergessen: die Story ist interessant. Auch wenn man über solche Inhalte trefflich streiten kann, muss man sich so etwas erst einmal einfallen lassen. Das hat Sammet sehr gut gemacht.

Trackliste

  1. Prelude (1:11)
  2. Reach Out For The Light (6:33)
  3. Serpents In Paradise (6:15)
  4. Malleus Maleficarum (1:43)
  5. Breaking Away (4:34)
  6. Farewell (6:32)
  7. The Glory Of Rome (5:28)
  8. In Nomine Patris (1:04)
  9. Avantasia (5:32)
  10. A New Dimension (1:39)
  11. Inside (2:24)
  12. Sign Of The Cross (6:24)
  13. The Tower (9:43)

Rezensent: MP