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Review Jeff Beck - Jeff Beck's Guitar Shop

Interpret: Jeff Beck

Titel: Jeff Beck's Guitar Shop

Erscheinungsjahr: 1989

Genre: Instrumental, Rock, Jazz-Fusion

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Jeff Beck's Guitar Shop ist der Titel eines Studioalbums von Jeff Beck. Veröffentlicht wurde es im Jahr 1989. Das Album ging immerhin bis Rang 49 der Billboard 200, zudem gab es 1990 den Grammy als Best Rock Instrumental Performance. Die ausgekoppelte Single Stand On It schaffte sogar Rang 35 der US Mainstream Rock Chart.

Jeff Beck war zum Zeitpunkt des Erscheinens alles andere als ein unbekannter Gitarrist. In der Regel wurde er zu den drei großen Rockgitarristen aus Großbritannien (neben Clapton und Page) gezählt. Diesen Ruf untermauerte er durch seine Arbeit bei den Yardbirds, Alben mit der Jeff Beck Group oder Solo. Dabei bewegte er sich in den 1970ern etwas weg vom klassischen Rock in Richtung Fusion. Dann folgte ein sukzessiver Rückzug ab den späten 1970ern. Beck bastelte angeblich lieber an Autos, zudem soll er Tinnitusprobleme gehabt haben. Die Fachwelt war sich zumindest nicht ganz einig, ob Beck wieder zurückkehren würde.

Möglicherweise als direkte Antwort kam dieses Album. Das Cover mit der Gitarre auf der Hebebühne hat einen kultigen Charme. Das ganze könnte man als eine Art Positionsbestimmung des Jeff Beck bezeichnen. Vielleicht wollte er es der jungen Gitarristen-Garde noch mal zeigen, wer weiß. Ältere Hörer und Gitarristen wussten zwar, dass Beck zu den besten seines Fachs gehörte. Aber viele der damals aufstrebenden jungen Hochgeschwindigkeitsgitarristen konnten mit Beck weniger anfangen und waren dann umso erstaunter, als sie dieses Album hörten.

Es lag nicht nur an Shreddingattacken. Die zeigte Beck auf dem Album zwar überraschend oft und in beeindruckender Manier, es lag aber doch eher an der Gesamtheit seiner Performance. Seine Tonformung über die Finger, das Spiel ohne Plektrum, die intensive Nutzung des Volume-Knopfs und des Jammerhakens, der Wechsel zwischen manchmal brachialen Motiven (Guitar Shop, Savoy, Big Block, Stand On It, Sling Shot) und fast lieblichen und zerbrech wirkenden Linien (Where Were You und Behind The Veil) oder auch mal funky und (vor allem durch Bozzios Sprechparts) zappask wie auf Day In The House.

Fazit Weitestgehend instrumentale Gitarrenalben sprechen eine eher begrenzte Zielgruppe an. So gesehen ist es bei solchen Alben umso bemerkenswerter, wenn sie auch nocht charten können. Mit diesem Album meldete sich Beck zudem in der Szene zurück und untermauerte seine Ausnahmestellung. Das alles sagt natürlich, wie so oft bei Beck, nichts über das Songmaterial an sich aus. Er selbst war nie der große Songwriter, hier arbeitet er in der Regel im Team mit Keyboarder Hymas und Drummer Bozzio. Das tut dem Album zweifellos gut, dennoch gab es auch hier den einen oder anderen schwächeren Moment im Songwriting (Behind The Veil wirkt auf mich z. B. eher wie ein etwas seichter Aufguss der Wishbone Ash Nouveau Calls Phase und ist, wie Two Rivers, ein vergleichsweise niederoktaniger Song). Trotz gewisser Schwächen im Songwriting ist Guitar Shop ein starkes Album, vor allem interessant für Einsteiger in El Beckos Welt, für Gitarristen im Allgemeinen und für Gitarristen, die noch nicht so recht wissen, warum Beck so hoch gehandelt wird.

Trackliste

  1. Guitar Shop (Beck, Terry Bozzio, Tony Hymas) 5:03
  2. Savoy (Beck, Bozzio, Hymas) 3:52
  3. Behind the Veil (Hymas) 4:55
  4. Big Block (Beck, Bozzio, Hymas) 4:09
  5. Where Were You (Beck, Bozzio, Hymas) 3:17
  6. Stand on It (Beck, Hymas) 4:59
  7. Day in the House (Beck, Bozzio, Hymas) 5:04
  8. Two Rivers (Beck, Bozzio, Hymas) 5:25
  9. Sling Shot (Beck, Hymas) 3:07

Rezensent: MP

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