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Albumbesprechung Better Than Ezra - Friction Baby

Interpret: Better Than Ezra

Titel: Friction Baby

Erscheinungsjahr: 1996

Genre: Alternative Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Friction Baby ist ein Album der Band Better Than Ezra. Das Album erschien im Jahr 1996. Für Better Than Ezra bedeutete das Album einen Rückschritt und läutetete einen gewissen Abwärtstrend ein. Das 1993er Album Deluxe erreichte noch Rang 35 in den USA und erhielt dort Platin. Friction Baby schaffte es nur noch auf Rang 64 der Charts und erhielt bislang von der RIAA noch keine Auszeichnung. Von Kritikern wurde das Album unterschiedlich bewertet, viele Fans waren enttäuscht von diesem Album.

Better Than Ezra ist eine in Europa relativ unbekannte Band. Auch in den USA darbt die Band aus Baton Rouge etwas vor sich hin. Die Band gibt es schon seit 1987. Zwei Jahre später erschien das Debütalbum "Surprise". Ein Jahr später nahm sich der Lead-Gitarrist der Band das Leben. Better Than Ezra überwanden irgendwann den Schock und arbeiteten als Trio weiter. Das 1993er Album "Deluxe" wurde dann ein guter Erfolg, in den USA gab es immerhin Platin.

Das dritte Album "Friction Baby" sollte anders als die ersten beiden Alben werden. Das wurde von den Fans nicht sehr gut aufgenommen. Die Band verlor in der Folge sogar ihren Vertrieb für Europa und konnte sich in den USA erst dann wieder etwas besser positionieren, als sie zurück zu ihren ursprünglichen Musikmustern ging.

Better Than Ezra haben mit dem Album Friction Baby sicherlich ihren Stil geändert. Die Abneigung vieler Hörer erstaunt dennoch. Die Band legt ein gutes Album vor und spielt auf Augenhöhe mit den Bands Live und REM. Die Musiker performen ganz gut, vor allem emotional kann das Album berühren. Es gibt keinen typischen Solisten in der Band. Das heißt, alle Instrumente sind relativ gleichberechtigt. Dadurch fällt mir persönlich auch der Drummer auf, dessen energisches und druckvolles Spiel hier richtig gut rüberkommt. Nicht nur deshalb würde ich die Band ein bisschen mit Live vergleichen. Besonders gut klingen Better Than Ezra, wenn die Band einen druckvollen (Alternative-)Gitarrenrock spielt. Das können sie gut. Sänger Kevin Griffen klingt großartig, mit einer eigenen leicht melancholischen Note.

Die Songs klingen größtenteils eindrucksvoll. Das geht manchmal richtig schön unter die Haut. Dabei stellen die ersten drei Songs wuchtige und druckvolle Rocknummern dar, die man trotz eingängiger Muster dem Alternative-Rock zuordnen kann. Die Songs vier bis sechs brechen etwas aus diesem Muster aus. Sie klingen experimenteller und nicht ganz so druckvoll - aber durchaus interessant und gut. Hung The Moon und Still Life With Cooley legen wieder an Druck zu. Desperately Wanting klingt nach Live und hat eine richtig gute Ausstrahlungskraft. WWOZ und Happy Ending sind zwei annehmbare, langsamere Songs mit gutem Feeling und einem Schuss Folk bzw. Country. Speeding Up To Slow Down ist wieder eine schöne Rocknummer, die dynamisch gespielt wird. Die Schlussnummer At Ch. Degaulle hätte sich die Band jedoch sparen können.

Fazit Friction Baby von Better Than Ezra ist ein gut gelungenes Album. Die Band rockt größtenteils gut und bringt interessante Ideen ein. Musikalisch ist das stimmig umgesetzt. Alleine der Schlusstrack fällt, nach meiner Ansicht, deutlich ab. Auch wenn die Band auf dem Album einige einfachere Ideen einbringt, so legt sie doch ein gutes Alternative-Rock Album vor.

Trackliste

  1. King of New Orleans 4:07
  2. Rewind 3:07
  3. Long Lost 3:40
  4. Normal Town 3:39
  5. Scared, Are You? 4:06
  6. Return of the Post Moderns 2:54
  7. Hung the Moon 3:46
  8. Desperately Wanting 4:37 Song bei Youtube anhören
  9. Still Life With Cooley 3:58
  10. WWOZ 4:20
  11. Happy Endings 2:43
  12. Speeding Up to Slow Down 4:09
  13. At Ch. Degaulle, Etc. 6:37 (mit hidden track Mejor de Ezra)

Rezensent: MP