Review Birth Control - Two Eggs - Two Concerts

Interpret: Birth Control

Titel: Two Eggs - Two Concerts

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Hard-Rock, Kraut-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Two Eggs Two Concerts ist der Titel einer Doppel CD der deutschen Band Birth Control. Es handelt sich um die Präsentation zweier Live-Mitschnitte der Band, veröffentlicht wird das Album am 28.06.2013 über MIG.

CD 1 - 01.05.1977 Stadthalle Korbach

Diesen Auftritt bestritt die Band in der klassischen Besetzung mit Bernd Noske (drums, lead vocals), Bruno Frenzel (guitar, backing vocals), Zeus B. Held (keyboards, backing vocals) und Horst Stachelhaus (bass, backing vocals). Die Band präsentierte hier interessanterweise wenige Klassiker, nur The Work Is Done kann man zu den Live-Klassikern der Band zählen. Aber auch vom damals aktuellen Album Backdoor Possibilities wird eigentlich wenig angeboten. So findet man hier einen interessanten Mix aus eher unbekannteren Songs und Raritäten wie dem Mega Jam Meta Ventilator. Dafür klingen Birth Control hier aber auch so, wie sich der Fan der klassischen Birth Control das so vorstellt: verspielt, experimentierfreudig, leicht psychedelisch und mit einer gewissen groovenden Grundhärte. Das klingt exzellent und bietet vor allem Fans klassischer Deutschrock-Sounds das volle Programm.

CD 2 - 24.03.1983 Hamburg Fabrik

Zwischen dem ersten Konzert und diesem liegen nur 6 Jahre, soundmäßig sind das aber Lichtjahre. Bei Birth Control hatte sich einiges getan, das klang irgendwie perfekter, aber dafür ging auch ein wenig der alten Faszination flöten. Vielleicht lag es auch am anderen Line-Up. Von früher waren nur noch Bernd Noske (drums, lead vocals) und der im September 1983 verstorbene Bruno Frenzel (guitar, lead & backing vocals) dabei. Sie verstärkten sich mit Stefan Linke (guitar, lead & backing vocals), Jürgen Goldschmidt (bass, backing vocals) und Ulrich Klein (keyboards, backing vocals).

Präsentiert wurde hier größtenteils Material vom 1982er Albums Bäng (Nuclear Reactor, Take Alarm , Greedy Eyes, The Day Of Doom Is Coming und The King Of An Island). Dazu gab es Don't Call Me Up vom 1981er Deal Done At Night, Pick On Me vom 1980er Album Count On Dracula und ältere Songs wie The Work Is Done, Gamma Ray und Hoodoo Man.

1983 hatten sich Birth Control, wie erwähnt, weitestgehend vom klassischen härteren experimentellen Rock verabschiedet und setzten auf relativ eingängigen härteren Rock. Musikalisch klingt das sicherlich erwachsener und perfekter, aber nicht jeder Fan fand es alleine deshalb besser. Irgendwie konnten sich Birth Control mit diesem Sound nicht mehr von anderen Bands absetzen. Alles klingt eben etwas anders, als man es von den klassischen Birth Control gewohnt war. Es ist für meinen Geschmack dieses besondere Etwas, welches man z. B. auf den Interpretationen von Klassikern wie The Work Is Done oder Gamma Ray vermisst. Moderne härtere Songs klingen insgesamt etwas austauschbar, das ruhige The King Of An Island kam Live zweifellos gut, aber genau genommen wirken Birth Control hier nur wie eine Mixtur aus Eloy und Jane.

Fazit Beide Gigs sind soundmäßig sehr gut erhalten, mir persönlich gefällt die experimentelle Control-Ausgabe aus dem Jahr 1977 wesentlich besser als die etwas glatte Version aus 1983. So oder so wird hier aber jeder fündig, der sich für guten Deutschrock interessiert. Für Birth Control Fans dürfte dieses Doppel-Album vor allem wegen einiger musikalischer Raritäten zweifellos eine unverzichtbare Preziose darstellen.

Trackliste

CD 1 Konzert Korbach 01.09.1977

  1. Backdoor Possibilities 10:46
  2. My Mind 07:34
  3. Behind Grey Walls 06:45
  4. Meta Ventilator (Bass-Solo) 22:37
  5. Fall Down 04:08
  6. The Work is Done (incl. Drum Solo) 25:01

CD 2 Konzert of 24.03.1983

  1. The Work Is Done 05:14
  2. Don't Call Me Up 05:36
  3. Nuclear Reactor 06:40
  4. Take Alarm 07:30
  5. Greedy Eyes 05:40
  6. The Day Of Doom Is Coming 09:03
  7. The King Of An Island 07:11
  8. Pick On Me 09:15
  9. Gamma Ray 15:25
  10. Medley:
  1. Get Down to Your Fate 02:19
  2. Hoodoo Man 02:30
  3. Stop Little Lady 03:27

Rezensent: MP