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Albumbesprechung Cactus - One Way Or Another

Interpret: Cactus

Titel: One Way Or Another

Erscheinungsjahr: 1971

Genre: Hard-Rock, Blues-Rock, Boogie-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

One Way Or Another ist der Titel eines Albums der Band Cactus. Das Album erschien im Jahr 1971 und war das zweite Album der Band. Kommerziell war das Album kein großer Erfolg, auch die Kritiken fielen sehr unterschiedlich aus. Eigentlich wurden Cactus von Kritikern sogar sehr übel in die Zange genommen. Da war dann schon einmal die Rede von "Black Sabbath ohne Kruzifix" oder "Grand Funk für Arme". Dabei trat die Band eigentlich als Supergroup an. Bassist Tim Bogert und Drummer Carmine Appice waren als Mitglieder von Vanilla Fudge schon so etwas wie Superstars. Gitarrist Jim McCarty hatte sich seine ersten Sporen bei Mitch Ryder & the Detroit Wheels und dem Buddy Miles Express erspielt und Sänger Rusty Day kam von den Amboy Dukes. Dennoch musste man bei Cactus immer ein wenig das Gefühl haben, es handle sich um eine Art Abfallprodukt. Denn Bogert und Appice wollten eigentlich ein Trio mit Jeff Beck gründen. Dies scheiterte jedoch und die beiden gründeten eben Cactus. Bogert und Appice stiegen nach diesem Album schon 1972 wieder aus und gründeten mit Jeff Beck die ursprünglich geplante Supergroup Beck, Bogert & Appice.

Cactus verschrieben sich musikalisch dem härteren Rock. Wie oben erwähnt, fielen immer wieder Vergleiche zu Grand Funk oder Black Sabbath. Ähnlichkeiten gibt es auch zu Bands wie Led Zeppelin oder Jo Jo Gunne. Damit ist die Grundausrichtung der Band in etwa geklärt: härterer Rock im zeittypischen Format, d. h. immer mit einer gewissen Portion Blues. Während die Band auf dem Debütalbum noch ziemlich ungehobelt klang, wurden diesem Album vom bekannten Produzenten Eddie Kramer Ecken und Kanten weitestgehend entfernt. Das Ergebnis klang etwas glatter, aber dafür auch professioneller.

Den Einstieg findet die Band mit einer Coverversion des Little Richard Titels "Long Tall Sally". Solche Rock'n'Roll Coverversionen gehörten damals zum Geschäft. Cactus spielen eine ordentliche Version ein, können sich aber auch nicht gegen die damalige Konkurrenz abheben. Mit dem Song "Rockout, Whatever You Feel Like" legt die Band einen guten Midtempo Rocksong vor, der stilistisch an Jo Jo Gunne erinnert. Der Song "Rock 'N' Roll Children" legt an Härte zu, während "Big Mama Boogie, Pt. 1 & 2" dem zeittypischen härteren Boogie-Rock frönt. Die Coverversion des Willis Songs "Feel So Bad" hätte sich die Band sparen können. Dafür legen Cactus mit dem balladesken Instrumental "Song For Aries" einen guten Song vor. Mit den beiden Songs "Hometown Bust" und "One Way Or Another" lässt es die Band härter ausklingen.

Fazit Cactus gehörten zu den Bands des typischen 1970er Hard-Rock, welche von Kritikern in der Regel schlecht bewertet wurden. Dabei waren die meisten der Bands gut besetzt und boten qualitativ gute Musik an. Cactus gehört zu diesen Bands. Die Musiker agieren auf einem hohen Niveau, die Songs sind der Band ordentlich gelungen. Mehrheitlich bot die Band härteren bluesbeeinflussten Rock an, dazu gibt es eine gelungene Instrumentalballade. Die beiden Coverversionen hätten nicht sein müssen, aber sie gehörten damals einfach zum Handwerk. Der ganz große Wurf war das Album nicht, für Freunde des klassischen Hard-Rock bzw. des härteren Boogie-Rock dürfte es aber interessant sein.

Trackliste

  1. Long Tall Sally (Robert Bumps Blackwell, Enotris Johnson, Richard Penniman) 5:54
  2. Rockout, Whatever You Feel Like 4:00
  3. Rock 'N' Roll Children 5:44
  4. Big Mama Boogie, Pt. 1 & 2 5:29
  5. Feel So Bad (Chuck Willis) 5:31
  6. Song For Aries 3:05
  7. Hometown Bust 6:39
  8. One Way…Or Another 5:06

Rezensent: MP