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KurzInfo und Diskographie: Amon Düül/Amon Düül II

Amon Düül war eine Musik-Kommune auch München, die sozusagen stellvertretend für den typischen Krautrock steht. Die Band gilt als eine der ersten, stilprägendsten und wichtigsten Bands des Krautrock. Amon Düül entstand ca. um 1967 in Herrsching bei München. Das Projekt war studentischen Ursprungs und hatte einen gewissen Kommunardencharakter. Dementsprechend offen war die eingentliche musikalische Ausrichtung der Band. Im Prinzip konnte sich jeder einbringen, der sich ausdrücken wollte. Dabei war es egal, ob ein Mitglied Musiker war oder nicht. Das soll aber nicht heißen, dass hier nur Leute zusammenfanden, die von Musik nur eine ungefähre Ahnung hatten. Die Gründungsmitglieder Chris Karrer, die Leopolds und Rainer Bauer etwa kamen aus der Jazz-Szene.

Das Ergebnis dieses Kommunenstils war eine offene Struktur im Bandsound, die an sich kaum beschreibbar ist. Da wurde am Rand des Avantgarde sehr viel experimentiert, was dann entweder als total fortschrittlich oder als total schräg beschrieben werden konnte. Mit dem ursprünglichen Konzept gab es allerdings auch Probleme innerhalb der ursprünglichen Band. Letztlich führten die unterschiedlichen Auffassungen zu einer Trennung des Unternehmens Amon Düül in zwei Teile: Amon Düül bzw. Amon Düül I stellte eine Band mit einer gänzlich offenen Ausrichtung dar. In Projekt Amon Düül II versammelten sich die Musiker, die einen gewissen Mindestanspruch an Mitmusiker hatten. Die Geschichte der ursprünglichen Amon Düül war relativ kurz. Es gab zwei Alben - Amon Düül und Para Dieswärts Düül. die Band löste sich um 1970/1971 auf.

Im Projekt Amon Düül II versammelten sich wie erwähnt auch experimentierfreudige Musiker, die jedoch an sich und die Bandmitglieder einen gewissen musikalischen Mindestanspruch stellten. Diese Mischung ging insgesamt besser auf, mit dem ersten Album Phallus Dei konnte die Band gleich einen Meilenstein deutscher Rockgeschichte produzieren. Ein französisches Musikmagazin meinte damals sogar "eine neue Dimension der Popmusik" auszumachen. Mit dem zweiten Album Yeti festigten Amon Düül II ihren hervorragenden Ruf vor allem in England, wo die Band in Polls reihenweise gut abschnitt. In ständig wechselnden Besetzungen konnten Amon Düül II ihren guten Ruf mit weiteren gut aufgenommenen Alben stärken. Allerdings wurde ab 1975 der Output der Band doch immer wieder etwas kritisiert, die Form der Experimentalcombo schien überholt zu sein. Amon Düül II machten das, was andere Bands auch machten - sie passten den Bandsound der Nachfrage an und wurden poporientierter. Mancherorts wurden dann sogar Vergleiche zu Acts wie Alan Parsons Project gezogen. Irgendwie war dann auch soweit der Wurm drin, dass sich Amon Düül II offiziell im Jahr 1978 auflösten. Allerdings kam es danach immer wieder zu kurzen Reunions und ab 1981 legten Amon Düül II auch wieder neue Alben vor. Amon Düül II ist damit, wohl auch vor dem Hintergrund der großen Nachfrage nach klassischem Krautrock, wieder aktiv. 1995 konnte man sogar einige der frühen Members zusammenbringen, die mit Nada Moonshine den alten Geist Amon Düüls II aufs Angenehmste wiederbelebten.

 

Diskographie Amon Düül (Auszug)

  • 1969 Psychedelic Underground
  • 1969 Collapsing/Singvögel Rückwärts & Co.
  • 1970 Para Dieswärts Düül
  • 1973 Disaster - Lüüd Noma
  • 1983 Experimente
  • 1987 Airs On A Shoestring (Compilation)

Diskographie Amon Düül II (Auszug)

  • 1969 Phallus Dei
  • 1970 Yeti (Doppel-LP)
  • 1971 Tanz der Lemminge / Dance Of The Lemmings (Doppel-LP)
  • 1972 Carnival In Babylon
  • 1973 Wolf City
  • 1974 Vive La Trance
  • 1975 Hijack
  • 1976 Pyragony X
  • 1977 Almost Alive
  • 1978 Only Human
  • 1981 Vortex
  • 1982 Meeting With Men Machines
  • 1983 Hawk Meets Penguin
  • 1987 Anthology (Compilation )
  • 1989 Fool Moon
  • 1992 Live In Concert (live BBC 1973)
  • 1993 Surrounded By The Stars / Bars
  • 1994 The Greatest Hits (Compilation)
  • 1995 Nada Moonshine
  • 1996 Kobe (Reconstructions)
  • 1997 The Best Of 1969-1974 (Compilation)

 

 

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