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Info und Diskographie: Charlie

Charlie ist eine Band aus Großbritannien, deren Ursprünge bis ins Jahr 1971 zurückreichen. Die Band fand aus Mitgliedern der Band Axe zuerst unter dem Namen Charlie Cuckoo, später nur Charlie, zusammen. Mit dabei waren Terry Thomas, Martin Smith, Ray Bulloch und Nicko McBrain. Drummer McBrain verließ die Band kurze Zeit später und wurde durch Steve Gadd ersetzt. Ray Bulloch, dem die Musik Charlies nicht hart genug war, wurde durch das früher Axe-Mitglied John Anderson ersetzt.

1973 erschien die erste Single I Need Your Love, welche kommerziell kein Erfolg war. Die nächste Single Knocking Down Your Door wurde zwar aufgenommen, aber nie veröffentlicht. Mit neuem Manager versuchte sich die Band über Liveauftritte Gehör zu verschaffen. Im Jahr 1975 erhielt die Band ihren ersehnten Kontrakt und konnte das Debütalbum Fantasy Girls aufnehmen. Die Band legte an Profil zu und konnte als Support Act für die Who im Jahr 1975 eine gewisse Bekanntheit erlangen.

1976 wurde Fantasy Girls in der Besetzung Terry Thomas/ John Anderson/ Martin Smith/ Steve Gadd veröffentlicht. Auch wenn die Kritiken zum Album gut ausfielen, hielten sich die kommerziellen Erfolge in Grenzen. Nach weiteren Auftritten ging die Band an die Aufnahmen des zweiten Albums No Second Chance. Martin Smith verließ die Band, dafür wurde Julian Colbeck verpflichtet.

No Second Chance wurde im Jahr 1977 in der Besetzung Terry Thomas/ John Anderson/ Martin Smith/ Steve Gadd / Julian Colbeck veröffentlicht. Wieder hielt sich der kommerzielle Erfolg in Grenzen. Im Zeitalter des Punk konnte die Band mit ihrem gepflegten Westcoast-Rock nicht punkten. Während man in Großbritannien praktisch nichts von der Band wissen wollte, interessierte man sich in den USA umso mehr für den eingängigen Mainstream Rock der Band. Die Band wusste wohl gar nichts davon, dass No Second Chance in den USA vom Janus Label veröffentlicht wurde. Dabei erfuhr der Song Johnny Hold Back massives Radio Airplay und wurde ein guter Erfolg (Rang 96 in den USA).

In der Folge nahm die Band dann in der Besetzung Terry Thomas/ John Anderson/ Steve Gadd / Julian Colbeck/ Eugene Organ das Album Lines auf. Organ wurde als zweiter Gitarrist zusätzlich verpflichtet. Die Veröffentlichung von Lines verzögerte sich jedoch erheblich und Lines wurde dann erst 1978 veröffentlicht. Die Band konzentrierte sich musikalisch noch stärker auf den US-Markt und konnte so einen guten kommerziellen Erfolg feiern. Der Song She Loves to Be In Love erreichte immerhin Rang 58 der US-Charts. In der Folge konnten sich Charlie als Opener für Bachman Turner Overdrive, Alice Cooper und Robert Palmer sowie als Opener für die US-Tour der Kinks vor allem in den USA weiter etablieren.

1979 brachte die Band den Song Killer Cut bis auf Rang 60 der US-Charts. Es folgten die Aufnahmen zum Album Fight Dirty in der Besetzung Terry Thomas/ John Anderson/ Steve Gadd/ Julian Colbeck/ Eugene Organ/ Shep Lonsdale. Zu dem Zeitpunkt wurde klar, dass Charlie unter dem berüchtigten Spinal Tap Syndrom litten. Irgendwie gab es immer irgendwelche Probleme, welche der Band den wohlverdienten Durchbruch verhagelten. In diesem Fall war es so, dass das Album verkaufsbereit war. Allerdings war die Plattenfirma mittlerweile pleite. Arista übernahm schließlich die Veröffentlichung. Das Album war kommerziell zwar durchaus erfolgreich und es folgte eine Tour mit Foreigner. Allerdings zeigte Arista vorerst kein weiteres Interesse an der Band.

Charlie begaben sich zurück nach Großbritannien und nahmen 1980 das Album Here Comes Trouble auf. In der Besetzung Terry Thomas/ John Anderson/ Steve Gadd / Julian Colbeck/ Eugene Organ wurden dazu aber nur fünf Songs eingespielt. Auch hier war alles extrem kompliziert. Arista verweigerte die Veröffentlichung für die USA, weil die Band zu wenige Songs vorlegte. Die Produktionsfirma in Großbritannien aber verweigerte weitere Produktionsgelder, weil die Band faktisch pleite war. Die europäische Plattenfirma indes wollte keine Veröffentlichung, bevor das Material nicht in den USA auf dem Markt war. Somit ging gar nichts mehr. Colbeck und Organ verließen daraufhin die Band.

Die verbliebenen drei Musiker gingen zurück in die USA. Dort holten sich Terry Thomas, John Anderson und Steve Gadd die beiden ex-Phoenix Musiker John Verity und Bob Henrit. Das Ergebnis der Zusammenarbeit waren zunächst die zwei Songs Saturday Night und Roll The Dice und schließlich das Album Good Morning America. Das Album wurde im Jahr 1981 in der Besetzung Terry Thomas/ John Anderson/ Steve Gadd/ Bob Henrit/ John Verity veröffentlicht. Kommerziell muss man das Album aber als einen Flopp bezeichnen, John Verity verließ die Band nach dem Release wieder. Dennoch erhielt die Band einen neuen Vertrag über zwei Alben bei einer anderen Plattenfirma.

Allerdings stellte das neue US-Label viele Forderungen. Man wollte einen neuen Sänger, der etwas druckvoller agiert als Terry Thomas. Nach einigen Auditions fiel die Wahl auf den eher unbekannten Terry Slessor. Das Album Charlie wurde 1983 veröffentlicht, die Single It's Inevitable erfuhr ein gutes Radio-Airplay und zählt zu den erfolgreichsten Songs der Band. Aber wiederum blieb der große kommerzielle Erfolg aus.

Zum Zeitpunkt der Aufnahmen von Charlie bestand die Band aus Terry Thomas/ John Anderson/ Steve Gadd/ Bob Henrit/ Terry Slessor. In der Folge löste sich Charlie dann aber auf. Allerdings war Terry Thomas gezwungen, das zweite vertraglich gefordert Album vorzulegen.

1986 legt Thomas schließlich das Album Pursuit Of Romance vor. Die Band bestand zu dem Zeitpunkt nur noch aus Thomas. Kurz nach Release ging die Plattenfirma Konkurs und die Band bestand nach dem erneuten kommerziellen Misserfolg nicht mehr. 2009 folgte der Release des neuen Charlie-Albums Kitchens Of Distinctions. Allerdings muss man festhalten: das Album ist praktisch ein Soloalbum von Terry Thomas. Der war jedoch der Meinung, dass aufgrund der Beiträge von Julian Colbeck und Martin Smith auf dem Album ein Charlie Bandfeeling aufkam. Daher wurde das Album wohl als Charlie Produktion veröffentlicht.

 

Diskographie (Auszug)

  • 1976 - Fantasy Girls
  • 1977 - No Second Chance
  • 1978 - Lines
  • 1979 - Fight Dirty
  • 1980 - Here Comes Trouble
  • 1981 - Good Morning America
  • 1983 - Charlie
  • 1986 - In Pursuit Of Romance
  • 2000 - Best Of Charlie (Compilation)
  • 2007 - Charlie Anthology (Compilation)
  • 2009 - Kitchens Of Destinction