Anzeigen






Info und Diskographie The Doors

The Doors waren eine US-Band, die man durchaus zu den Kultrockbands zählen kann. Ohne die Leistungen aller anderen Mitmusiker schmälern zu wollen, liegt der Legendenstatus vor allem in einer Person begründet: Sänger Jim Morrison. Morrison galt als einer der charismatischsten Frontleute überhaupt, sein Leben war hart und kurz - Rock'n'Roll eben. Morrison ist als Mitglied des Club 27 eine Verkörperung des Rockmusikers. Und im Prinzip dauerte die große Zeit der Doors dann auch so lange, wie uns Morrison lebend erfreute.

Was 1965 in Los Angeles begann, kam nach dem frühen Tod von Morrison im Juli 1971 ins Stocken und endete im Jahr 1973. Es gab - bis 1971 - sechs offizielle Studioalben. Umso beachtlicher, dass die Doors nach offiziellen Angaben alleine in den USA über 32 Millionen Alben verkaufen konnten.

Frontmann Jim Morrison machte mit seiner charismatischen Art und seiner oft kryptischen Texte viel vom Reiz der Band aus. Dabei konnte er sich mit Gitarrist Robby Krieger, Keyboarder Ray Manzarek und Drummer John Densmore auf eine jederzeit gut funktionierende Band stützen. Musikalisch erging sich die Band in einem bunten Mix aus Blues, Jazz, Psychedelic bis hin zu Garagen Rock.

Die Morrison-Phase, 1967 - 1971

1967 begann der Siegeszug mit dem Debütalbum "The Doors". Gleich mit dem ersten Album legte die Band einige ihrer Klassiker vor, etwa "Light My Fire", "Break on Through" und das monumentale Epos "The End". Das Album stieg schnell in die Billboard 200 ein und stieg langsam nach oben. Erst mit Auskopplung des Riesenhits "Light My Fire" ging es richtig weit nach oben - immerhin bis auf Rang 2 der Charts. Für das Album gab es in den USA Mehrfach-Platin. The Doors ist das bestverkaufte Album der Band, das Album wurde von Kritikern in der Regel extrem gut bewertet und zählt zu den Meilensteinen der Rockmusik.

Noch im selben Jahr schob man das zweite Album "Strange Days" nach. Im Prinzip bestätigte die Band den Erfolg des Debütalbums, musikalisch erging sich die Band etwas stärker im Psychedelic-/Acidrock. Mit "People Are Strange" enthielt auch dieses Album einen sehr bekannten Bandsong, außerdem gab es auch hier mit "When The Music's Over" einen langen und dramatischen Song der Kategorie The End.

1968 folgte das Album "Waiting For The Sun". Die Band befand sich auf dem Höhepunkt ihrer Popularität, was vor allem Morrison nicht bekam. Morrison wurde damals als schwer alkoholabhängig bezeichnet, neigte zu Ausfällen und verzögerte den Release aufgrund seiner Probleme etwas. Aber die Band bestätigte auch mit Waiting For The Sun ihren Kultstatus zu Lebzeiten. Es war sogar das einzige Doors Album, welches es bis auf Rang 1 der US-Charts schaffte, ebenso erreichte der Song "Hello I Love You" als eine der wenigen Singles der Band Rang 1 der US-Charts. Aber einige Kritiker stellten Abnutzungserscheinungen fest. Die Band legte mit Waiting For The Sund kein überragendes Album nach, vom Singlehit Hello I Love You wurde gar behauptet, es handle sich um eine Kopie des Kinks-Songs All Day And All Of The Night.

Der Zustand Morrisons sollte sich in der Folge weiter verschlechtern. Bei einem Konzert in Amsterdam brach Morrison nach einem Drogenexzess zusammen. Zurück in den USA ebbten die Probleme nicht ab. Morrison bekam seine Probleme nicht in den Griff und verlor mehr und mehr die Lust an Auftritten. Einen Eindruck davon erhielt die Öffentlichkeit beim Miami Incident im Frühjahr 1969. Morrison hatte einfach keine Lust, die Songs zu singen. Dafür lieferte er dem Publikum aber eine andere schrille Show - Höhepunkt war die Freilegung seines Geschlechtsteils, was für eine gewisse Aufregung in den eher prüden USA sorgte.

1969 folgte die Veröffentlichung des vierten Bandalbums "The Soft Parade". Die Band verwirrte klassische Fans mit einem poporientierten Album, das mit untypischen Bläsersounds aufgemotzt wurde. Bei Kritikern kam dieser neue Mix nicht gut an, dennoch erreichte die Band auch mit dem Album die Top 10 in den USA. Insgesamt schien es abwärts zu gehen. Vor allem Morrison wurde zu einem kritischen Faktor, die Band konnte sich kaum mehr auf ihn verlassen, u. a. soll seine Unzuverlässigkeit die Aufnahmezeit zu The Soft Parade derart verlängert haben, dass die Band von den Studiokosten nahezu aufgefressen wurde.

Umso mehr überraschten die Doors 1970 mit dem Album "Morrison Hotel". Musikalisch ging es back to the roots - es gab härteren bluesigen Rock und psychedelische Momente. Das kam bei Kritikern gut an und die Band erreichte in den USA Rang 4 der Charts, außerdem erreichte das Album die bislang höchste Platzierung im UK. So gesehen schien die Band stabilisiert.

Aber die Situation von Morrison hatte sich nicht verändert. Auf der Bühne zeigte sich Morrison mit Allüren und hatte in der Regel einfach keine Lust mehr auf die ganze Rocksache. Dies wird gut belegt auf dem 1970 veröffentlichten Live Album "Absolutely Live". Ein Abgesang auf den Rock, der dementsprechend bei Kritikern nicht besonders gut ankam. Ende 1970 gab die Band dann auch ihre letzten Liveauftritte, den letzten am 12. Dezember 1970 in New Orleans. Wieder einmal brach Morrison auf der Bühne zusammen. Ein Zeichen für die Band, ihren Frontmann zu schonen und die Liveaktivitäten einzustellen.

Die Band schaffte es noch zu einem Studioalbum, "L.A. Woman". Das Album wurde 1971 veröffentlicht und war äußerst erfolgreich. L. A. Woman verkaufte sich fast so gut wie das Debütalbum The Doors und die Band legte mit Songs wie "L.A. Woman", "Love Her Madly" und "Riders on the Storm" noch einmal drei Bandklassiker vor.

Morrison zog es nach dem Release nach Paris, was seiner Gesundheit nicht gerade zuträglich war. Von daher ist es auch wenig verwunderlich, dass Morrison am 03. Juli 1971 dem Club 27 beitrat. Über die Ursachen seines Todes wird nach wie vor spekuliert, es kursieren - wie es sich gehört - etliche Verschwörungstheorien. Die beste davon: Morrison lebt noch.

Vielleicht war diese Theorie Anlass für die anderen drei Musiker, die Doors weiterleben zu lassen. Krieger und Manzarek übernahmen die Gesangsparts auf den Alben "Other Voices" (1971) und "Full Circle" (1972). Der Erfolg hielt sich in Grenzen und es zeigte sich, dass Morrison das Zugpferd der Band war. Der Band wurde das wohl auch klar und so lösten sich die Doors 1973 endgültig auf (aber erst, nachdem sie keinen geeigneten Sänger fand). Ungeachtet dessen gab es 1978 noch ein Album, "An American Prayer". Eine Art Resteverwertung, es gab eine Vertonung alter Morrison-Aufnahmen. Das Album war durchaus erfolgreich und es gab sogar Platin. Das Urteil einiger Kritiker war aber eher vernichtend, man sprach nicht selten von Leichenfledderei.

Neues von The Doors ab 2002

Ab 2002 gab es unter Führung von Manzarek und Krieger ein neues Projekt - "The Doors of the 21st Century". Drummer Densmore sollte ursprünglich mit dabei sein, er musste aber wegen eines Tinnitusleidens absagen. Die Folge war Streit, einmal mehr geht es um Namensrechte. Densmore hatte sich mit einer Morrison-Vereinigung zusammengetan und stritt fortan mit seinen alten Pals um die Namensrechte an den Doors. Densmore gewann und Manzarek und Krieger gaben dem Projekt später den Namen D21C. Aber der Streit hörte nie auf. Manzarek und Krieger wurde die Nutzung des Bandnamens The Doors später von einem US-Gericht noch einmal versagt. Sie nannten sich dann Ray Manzarek and Robby Krieger of The Doors und den Rest der Band nannte man Riders On The Storm.

So überschätzt der Einfluss der Doors auf die Rockmusik manchmal erscheint, so albern erscheinen diese Streitigkeiten. In Morrisons Worten: "When The Music's Over"…

Diskographie The Doors

Studioalben

  • 1967 - The Doors
  • 1967 - Strange Days
  • 1968 - Waiting for the Sun
  • 1969 - The Soft Parade
  • 1970 - Morrison Hotel
  • 1971 - L.A. Woman
  • 1971 - Other Voices
  • 1972 - Full Circle
  • 1978 - An American Prayer

Livealben

  • 1970 Absolutely Live

 

Zurück zu » Inhalt A - Z