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CD-Kritik Coldplay - Parachutes

Interpret: Coldplay

Titel: Parachutes

Erscheinungsjahr: 2000

Genre: Alternative-Rock, Britpop

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Parachutes ist das Debütalbum der englischen Band Coldplay. Das Album erschien im Jahr 2000. Nachdem die Band mit einigen EPs Erfolge feiern konnte, schaffte sie mit diesem Album den Durchbruch. Die ausgekoppelten Songs Shiver, Yellow und Trouble wurden Hits. Das Album war kommerziell ein großer Erfolg und konnte in den USA immerhin zweimal Platin erhalten. Im UK kam das Album auf Anhieb auf Rang 1 der Charts, in den USA reichte es immerhin für Platz 51. Auch in anderen Ländern schaffte die Band den Einzug in die TOP 100 bzw. Top 50. Die Kritiker waren größtenteils sehr angetan, von vielen wurde das Album schnell in die Liste wichtiger Rockalben aufgenommen. Im Jahr 2002 gab es dann einen Grammy als bestes Alternative Album. Im UK gab es 2001 den Brit Award für das beste britische Album. Das Album gehört zu den 20 bestverkauften Alben des 21. Jahrhunderts. Dazu gab es etliche Auszeichnungen von Fachzeitschriften.

Stilistisch wurde das Album gerne mit der frühen Radiohead Phase verglichen. Viele Fachleute waren der Meinung, dass Fans von Radiohead, die mit deren Kid A Album nicht so gut zurechtkamen, lieber die Musik von Coldplay konsumierten und so für den großen Erfolg des Albums sorgten. Erstaunlich ist vielleicht das spätere Statement von Chris Martin, der im Rückblick bezüglich Parachutes sinngemäß meinte: "wir wussten, dass es schreckliche Musik ist und dachten immer daran, was wir als nächstes machen wollen".

Die Songs

Auf die Songs muss man hier im Prinzip nicht im Einzelnen eingehen, denn Coldplay präsentieren eine geschlossene Einheit an gut klingenden Songs in moderatem Tempo. Die Band geht tempomäßig nur selten aus sich heraus und präsentiert so zehn eher langsame Songs. Auf Don't Panic klingt die Band wie ein Mix aus U2 und Travis, was auch den Kurs des Albums in etwa vorgibt. Shiver steigert sich etwas, ähnlich sind Spies und Sparks gelagert. Yellow tendiert stärker in Richtung Britpop und besitzt ein paar bewegtere Parts. Trouble war ein Riesenhit, den wohl jeder Radiohörer kennt. Im Prinzip bewegen sich die restlichen Songs in dem Bereich, da gibt es wenige Ausreißer, alles klingt recht schön und atmosphärisch.

Fazit Alles in Allem kann ich aber den großen Hype um das Album nicht ganz nachvollziehen. Sicherlich ist die Selbstkritik Chris Martins überzogen, der im Nachhinein von einem schrecklichen Album sprach. Für mich liegt die Wahrheit zwischen beiden Extremen. Zum ersten zeigt die Band, dass sie gut klingende Songs zwischen Britpop und Alternative schreiben kann. Das klingt dann wie eine Mischung aus Travis, U2 und Radiohead. Aber irgendwie klingt das nicht besonders aufregend und es wirkt auch nicht besonders innovativ. Mir persönlich fehlt etwas die Dynamik, auch wenn Coldplay immer wieder eine schöne Atmosphäre schaffen. Mancher Rockfan könnte etwas unterfordert sein in dieser Welt des gepflegten Wohlklangs.

Trackliste

  1. Don't Panic 2:17
  2. Shiver 4:59
  3. Spies 5:18
  4. Sparks 3:47
  5. Yellow 4:29
  6. Trouble 4:30
  7. Parachutes 0:46
  8. High Speed 4:14
  9. We Never Change 4:09
  10. Everything's Not Lost 7:15
  11. Life Is for Living 1:36 (hidden song ab 5:39)

Bonus tracks Japan release

  • Careful Where You Stand 4:45
  • For You - 5:42

Rezensent: MP

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