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Albumbesprechung Phil Collins - Face Value

Interpret: Phil Collins

Titel: Face Value

Erscheinungsjahr: 1981

Genre: Soft-Rock, Motown-Pop

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Face Value ist ein Album von Phil Collins, welches im Jahr 1981 erschien. Phil Collins war zu dem Zeitpunkt Drummer und Sänger der Band Genesis, die wiederum zu den wichtigen klassischen Prog-Rock Bands zählten und nach dem Ausscheiden Peter Gabriels den Weg in den Mainstream fanden. Auffällig wurde bei Genesis, dass Collins Gefallen an eher kommerziellem Material zu haben schien. Vor allem scheint der Mann ein Faible für Soul-Musik zu haben. Das zeigte Collins im Rahmen der Arbeit mit Genesis und im Verlauf seiner nicht gerade erfolglosen Solo-Karriere immer wieder. Solo ging es 1981 mit eben diesem Album Face Value so richtig los. Collins überraschte die Musikwelt mit dem Album, das Album warf mit dem Song In The Air Tonight einen Riesenhit ab. Witzigerweise war der gelernte Drummer Collins einer der ersten, der durchgängig synthetische Drums einsetzte. Aber er zeigte sich auch als interessanter Songwriter und als brauchbarer Pianist.

Man könnte fast sagen, dass ab Erscheinen von Face Value alles zu Gold wurde, was Collins in die musikalischen Hände nahm. Face Value verkaufte sich (vor allem in Deutschland) blendend, auch die Kritiken zu dem Album fielen in der Regel ganz gut aus. Für den damaligen Markt war Face Value sicherlich ein passendes Produkt. Das Album geht inhaltlich in Ordnung, auch wenn es abgesehen von In The Air Tonight nur wenige Highlights bietet. Was man zu hören bekommt, das konnte man alles in irgendeiner Form schon einmal irgendwo anders hören.

Den Singlehit "In The Air Tonight" kann man aus der Masse herausheben. Der Song besitzt das gewisse Etwas und stellt das Highlight des Albums dar. "This Must Be Love" ist eine ordentliche, leicht soulige Ballade. "Behind The Lines" bietet R&B Feeling plus Funk Grooves. "The Roof Is Leaking" erinnert an ältere Genesis Sounds und gehört, nicht nur deshalb, zu den interessanteren Songs des Albums. Im Prinzip geht es so weiter. Es folgen einige Nummern, die extrem stark im klassischen Soul schöpfen. Viel Soul, eine Prise Pop hier und etwas klassischer Genesis Sound da. So könnte man den Mix auf Face Value grob beschreiben.

Fazit Was will man einem so sympathischen Kerl wie Phil Collins vorwerfen? Er präsentiert mit Face Value ein Album, welches man durchaus anhören kann. Für 1981 war das vielleicht sogar überraschend und gut. Aber wenn man ehrlich ist, klingt das Ganze auch nicht besonders originell. Keiner muss das Rad neu erfinden. Aber Collins blendet nur mit einer Legierung, die eher günstig ist und nicht lange hält. Das zeigte sich im Verlauf seiner Solo-Karriere in der Form, dass die Songs immer austauschbarer wurden. Face Value gehört dabei aber zu den besten Collins Alben. Dennoch besitzt das Album, aus meiner Sicht, nicht das Zeug zum Klassiker. Da hätte sich der gute Phil einfach etwas mehr in Richtung In The Air Tonight einfallen lassen müssen.

Trackliste

  1. In the Air Tonight 5:32
  2. This Must Be Love 3:55
  3. Behind the Lines 3:53 (Tony Banks, Phil Collins, Mike Rutherford)
  4. The Roof Is Leaking 3:16
  5. Droned 2:55
  6. Hand in Hand 5:12
  7. I Missed Again 3:41
  8. You Know What I Mean 2:33
  9. Thunder and Lightning 4:12
  10. I'm Not Moving 2:33
  11. If Leaving Me Is Easy 4:54
  12. Tomorrow Never Knows 4:46 (John Lennon, Paul McCartney)

Rezensent: MP