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Albumbesprechung Copernicus - L'Étérnité Immédiate

Interpret: Copernicus

Titel: L'Étérnité Immédiate

Erscheinungsjahr: 2001/2013

Genre: Musikalische Lesung, Avantgarde

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

L'Étérnité Immédiate ist der Titel eines Albums von Copernicus. Das Album wurde über Nevermore bzw. Leonardo Pavkovics Moonjune am 15.11.2013 veröffentlicht. Genau genommen handelt es sich die Neuauflage des 2001er Copernicus Albums Immediate Eternity/La Eternidad Immediata.

Copernicus nahm das Album 2001 in Guayaquil in Ecuador auf und veröffentlichte es zunächst als englische sowie spanische Version. Nun legt er eine französische Sprachversion vor (eine deutsche soll es auch geben), das Originalmaterial wurde außerdem remastered. Eingespielt wurde das Material von Copernicus (vocals, synth auf Track 6), César Aragundi (guitar), Newton Velasquez (keyboards), Freddy Auz (bass guitar), Juan Carlos Zúņiga López (drums) und Matty Fillou (tenor saxophone track 6).

Für Copernicus ist es ein zentrales Album und, gem. Pressetext, sein bestes obendrein. Er sieht es als eine Art Zusammenfassung seiner Ansichten und einen Wegweiser aus dem Dilemma. Denn gemäß Copernicus ist alles eine Illusion. Alles ist im permanenten Wandel, daher kann keine Form dauerhaft existieren. Das Subatom ist Schlüssel und Lösung zugleich.

Im Vortragsstil blieb sich Copernicus über die Jahre treu. Zu einer mehr oder weniger improvisierten Musik, die zwischen Avantgarde, Jazz-Fusion bis Prog pendelt, wirkt sein ebenfalls meist improvisierter Vortragsstil in der Regel intensiv bis erschreckend. Allerdings ist hier, zumindest für meinen Geschmack, einiges anders.

Der Opener L'Humanité Est Belle z. B. wirkt vergleichsweise eingängig, mit dem Sprechgesang von Copernicus fühle ich mich etwas an den 1970er französischen Chanson erinnert. Interessant die Leadgitarrenparts, die mich an Gary Moore erinnern (ähnliches gilt in cleaner Form für das Intro von La Carotte).

Etwas abgedrehter jazz-rockig wirkt Rêves En Ballons. La Vérité Absolue Est Posible kombiniert Jazz und wavigen 80s Funk, etwas klassischer funky wirken die Gitarrenparts auf Poudre. Nahe am Avantgarde bewegt sich Sent L'Inexistence, witzig ist das anarchische Le Bâton. Il N' y a pas différence bringt einen lässigen Basis Reggae-Groove mit.

Fazit L'Étérnité Immédiate ist (k)ein typisches Copernicus Werk. Typisch ist der Sprechgesang oder genauer sein Sprechvortrag. Aber auf französisch wirkt das zahmer, eine gewisse Nähe zum Chanson mag der französischen Sprache geschudet sein (oder auch nicht). Mit anderen Besetzungen ging es bei Copernicus musikalisch deutlich weiter. Diese Besetzung spielt vergleichsweise eingängig, das geht selten über den Fusion hinaus Richtung Avantgarde. Gitarrist Aragundi spielt sehr nahe nahe an bekannten Mustern aus Rock und Pop, die funky Parts kommen einem schnell sehr vertraut vor, ebenso viele Leadparts im Stil von Gary Moore. Auch wenn es für Copernicus sein bestes und wichtigstes Album ist, würde ich L'Éternité Immediate zumindest musikalisch nicht zu den stärksten Copernicus Alben zählen.

Trackliste

  1. L' Humanité Est Belle
  2. Rêves En Ballons
  3. La Vérité Absolue Est Posible
  4. Libre De Moi!
  5. Pouissiere
  6. Sent L' Inexistence
  7. La Carotte
  8. Le Bâton
  9. Il N' Y A Pas Différence
  10. Vive Le Nouveau!

Rezensent: MP

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