Anzeige

Albumbesprechung Cream - Fresh Cream

Interpret: Cream

Titel: Fresh Cream

Erscheinungsjahr: 1966

Genre: Blues-Rock, Psychedelic-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Fresh Cream ist das Debütalbum der Supergroup Cream. Das Album erschien im Spätjahr 1966 und erreichte im UK Rang 6 der Albumcharts. In den USA dauerte es etwas, erst 1968 nach Erscheinen des Albums Disraeli Gears konnte das Album auf Rang 39 in die US-Albumcharts einsteigen. Die UK und US Versionen unterschieden sich. Während auf der UK Version I Feel Free ursprünglich fehlte, war der Song auf der US-Version enthalten. Dafür fehlte in den USA der Song Spoonful. Neuere CD-Editionen beinhalten in der Regel beide Songs.

Die Songs

"I Feel Free" war ursprünglich nur auf der US-Version enthalten. Gesang und Gitarrenleads wirken leicht psychedelisch, dazu drummt Baker faszinierend. Ähnlich geht es mit "N.S.U." weiter. Auch der Song hat mehr vom damaligen psychedelischen Rock, als vom Blues. Der Blues kommt dann aber "Sleepy Time Time" zu Ehren, einem schön gemachten Slow Blues, mit allem was damals dazu gehörte. "Dreaming" ist ein kurzer Song, der stilistisch wieder stark im typischen Beat mit psychedelischen Elementen liegt. Eigentlich ist "Sweet Wine" auch so ein Song, allerdings wirkt der Song mit seinem Hauptriff rockiger. Das Gitarrensolo klingt trotz spitzer bis ätzender Sounds sehr bluesig. Auf der UK Version war der Willie Dixon Song "Spoonful" enthalten, der auf der US-Version fehlt. Der Song gehört zu den Klassikern von Cream bzw. Clapton. "Crossroads", der Song mit dem intensiven Einsatz der Mollterz, wird von der Band sehr relaxt gespielt. Über die sechseinhalb Minuten gibt es viel Platz für solistische Ausflüge, vor allem für Clapton an der Gitarre und Bruce an der Mundharmonika.

"Cat's Squirrel" ist die instrumentale Version eines Traditionals, der in dieser Version ein relativ bewegter Blues-Rock ist. "Four Until Late" ist die Coverversion eines Robert Johnson Songs, welche Eric Clapton in Richtung Rockabilly bis Country arrangierte. Mit "Rollin' And Tumblin'" folgt eine weitere Coverversion. Dieser Song von Muddy Waters war bei Blues-Rockbands immer äußerst beliebt. Er wird von schönen Frage- und Antwortparts bestimmt, wobei die Gesangslinien auch immer von Gitarrrenleads unterstützt werden. Eine gute Laune Nummer, die Live immer gut kommt. "I'm So Glad" ist ein Song von Skip James, der aus meiner Sicht im typischen Beat der 60er fußt, allerdings auch mit bluesigen Parts gespickt ist. Textlich ist der Song recht übersichtlich, außer der Phrase I'm So Glad wird nicht viel Text verarbeitet. Ein weiterer Trademark-Song der Band folgt mit "Toad". Der Baker Song ist vor allem wegen des Drumsolos von Baker berühmt geworden.

Fazit Mit Fresh Cream ist Cream ein gutes Debütalbum gelungen. Die Band deutete an, was musikalisch in ihr steckt. Das Album wird häufig als sehr bluesorientiert bezeichnet, was aber etwas übertrieben ist. Auf dem Album finden sich genauso viele Songs und Ideen mit Einflüssen des Beat bzw. des psychedelischen Beat. I Feel Free (welches auf der UK-Fassung fehlte) ist ein überragender Song, ähnlich gut gelungen ist N.S.U. Toad ist vor allem wegen des Drumsolos bemerkenswert, die Bluescovers Spoonful und Rollin' And Tumblin' sind der Band gut gelungen. Songs wie Dreaming oder I'm So Glad fallen dagegen etwas ab. Für Rockfans dürfte Fresh Cream in jedem Fall eine interessante Sache sein, da es sozusagen die Geburtsstunde einer bemerkenswerten, wenn auch kurzlebigen, Supergroup kennzeichnet.

Trackliste

  1. I Feel Free (Jack Bruce, Pete Brown) 2:53
  2. N.S.U. (Jack Bruce) 2:43
  3. Sleepy Time Time (Jack Bruce, Janet Godfrey) 4:20
  4. Dreaming (Jack Bruce) 1:58
  5. Sweet Wine (Ginger Baker, Janet Godfrey) 3:17
  6. Spoonful (Willie Dixon) 6:30
  7. Cat's Squirrel (Traditional, arr. S. Splurge) 3:03
  8. Four Until Late (Robert Johnson, arr. Eric Clapton) 2:07
  9. Rollin' and Tumblin' (McKinley Morganfield) 4:42
  10. I'm So Glad (Skip James) 3:57
  11. Toad (Ginger Baker) 5:11

Rezensent: MP

» Startseite