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CD-Kritik CROW7 - Symphony Of Souls

Interpret: CROW7

Titel: Symphony Of Souls

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Heavy-Metal, Prog-Metal

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Symphony Of Souls ist ein Album der Band CROW7. Das Album soll am 24.02.2012 in Deutschland über SAOL / H´Art / Zebralution offiziell veröffentlicht werden. Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Corbin Eved - Gitarre und Gesang, Seth Aban - Gitarre, Gideon Vanth - Bass und Screamings und Janus Mantus - Drums. Es ist das dritte Album der Band aus Bünde/Kirchlengern, wobei man das erste Album The Picture auch als ein Soloprojekt von Corbin Eved (Frank Tienemann) bezeichnen könnte.

Das Cover von Symphony Of Souls weist mit dem aufwändigen Fantasy-Artwork und einer düsteren Ausstrahlung auf Metal, Gothic und insgesamt einer dunklen Ausrichtung hin. Tatsächlich handelt es sich bei der Musik aber eher um einen Mix aus eingängigem 80er Jahre Metal mit symphonischen bis progressiven Anleihen. CROW7 selbst definieren ihre Musik als "ProMeRo" (Progressive Metal-Rock). Der Metalfan erhält viel von dem, was man sich im Genre wünschen kann: kernige Grooves, Growls und Screams, interessante Gitarrenparts mit spacigen Akkordlicks, klassische Double-Leads und anspruchsvolle Leads.

Inhaltlich gibt sich die Band tiefgründig und beschreibt den Menschen und die Welt mit allen negativen und positiven Seiten. Die Songs stammen von Frank Tienemann (Corbin Eved), die Texte von ihm sowie Stephanie CJ Wacht und Thomas Jarchow (Gideon Vanth).

Musikalisch präsentieren CROW7 auf Symphony Of Soul den oben erwähnten Mix aus eingängigem Heavy-Metal plus symphonischen bis progressiven Parts. Man erkennt hier auch schnell eine gewisse Struktur. Vor allem in den Strophenparts und Interludes legt die Band Parts vor, die man teilweise dem Prog-Metal zuordnen könnte. In der Regel drängt die Band in Bridge und Refrain in eingängige Strukturen, die man dem gängigen Heavy Metal der 1980er zuordnen könnte. Die Instrumentalparts wirken stimmig. Der Gesang wirkt, bezogen auf das Genre, wenig spektakulär und nicht immer intonationssicher - aber durchaus interessant. Das ist aber, wie so oft, reine Geschmackssache.

Die Band spielt sich durch ordentliche Songs und wird vor allem dann richtig gut, wenn sie sich nicht dem profanen klassischen Metal hingibt. Das ist zum Beispiel beim Titelsong im Intro und Outro der Fall. Auch "Street Of Slaver" entfaltet seine Stärken, aus meiner Sicht, vor allem in den Breaks und Interludes. "Shiva Sigh" spielt mit interessanten proggigen Lines und Grooves, mündet aber immer wieder in extrem eingängigen und etwas abgegriffenen Strukturen. Auch "The Guide" und "Kingdom Of Calm" zeigen die stärksten Momente vor allem in den Interludes.

Im Prinzip zieht sich das wie ein roter Faden durch die weiteren Songs - viele gute Ideen, sehr gute Breaks und Interludes und schöne Repeating Patterns in Petrucci Manier. Auf "Dirty Lies", "Winter Breeze", "Winner Of The Quest" sowie "Final Ride" zeigt die Band in den ruhigen und balladesken Parts viel Substanz. Leider wirken die immer wiederkehrenden klassischen Metalstrukturen im Vergleich etwas platt, da hätte man sich etwas mehr gewünscht. Das wird klar, wenn man den gut gelungenen Abschluss auf "Where Do We Go Now" hört. Auch hier wird der klassische Metal zwar bedient, aber in wesentlich subtilerer Weise. Und das ist gut so.

Fazit CROW7 legen mit Symphony Of Souls ein interessantes Album vor, welches aber etwas unschlüssig wirkt. Die Mischung aus progressiven bis symphonischen Elementen mit Death-Metal Growls und extrem eingängigem 80s Metal hört man nicht häufig. Das hat aber auch seinen Grund: wer es progressiv möchte, der scheut den 80er Jahre (Hair-)Metal wie der Teufel das Weihwasser. Der Fan des 80er Jahre Metal wiederum mag eher einfache Strukturen. Vielleicht kann aus einem derartigen Mix etwas besonderes entstehen, aber meines Erachtens spielt die Band unnötig mit dem Feuer. CROW7 hätten das Zeug zu einer guten Prog-Metal Band. Da darf man, siehe Dream Theater, gerne mal mit eingängigen Strukturen arbeiten. Aber man sollte es einfach nicht übertreiben. Auf Symphony Of Souls wirkt der Drang zu eingängigen Strukturen in Bridge und Refrain manchmal wie ein unnötiger Zwang, der interessante Songstrukturen etwas zerschießt. Aber natürlich ist das Geschmackssache und insgesamt liefert die Band ein ordentliches Album ab, wobei weniger (Eingängiges) mehr gewesen wäre. Für Metalfans sind CROW7 in jedem Fall eine gute Adresse. Bei dem Potential darf man gespannt sein, was noch folgt.

Trackliste

  1. Symphony Of Souls 6:44
  2. Street Of Slaver 5:23
  3. Shiva Sigh 6:05
  4. The Guide 6:47
  5. Kingdom Of Calm 5:21
  6. Spawn Of Evil 4:39
  7. Dirty Lies 5:11
  8. Virtual Reality 4:48
  9. Great Spirit 5:22
  10. Winter Breeze 4:40
  11. Breed Of Crime 3:53
  12. Ocean Of Fire 5:21
  13. Winner Of The Quest 4:29
  14. The Final Ride 5:32
  15. Where Do We Go Now 5:10

Alle Songs komponiert von Frank Tienemann, Lyrics: Frank Tienemann, Stephanie CJ Wacht, Thomas Jarchow

Rezensent: MP