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Albumbesprechung Crystal Breed - The Place Unknown

Interpret: Crystal Breed

Titel: The Place Unknown

Erscheinungsjahr: 2011/2012

Genre: Prog-Rock, Art-Rock

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Place Unknown ist der Titel des Debütalbums der Band Crystal Breed. Das Album wird am 01. Juni 2012 über SAOL veröffentlicht. Wenn ich es richtig gesehen habe, wurde das Album zuerst Ende November 2011 über ein anderes Label veröffentlicht.

Die Band Crystal Breed besteht zum Zeitpunkt des Release aus Niklas Turmann (git, voc), Corvin Bahn (key, voc), Michael Schugardt (bass) und Thorsten Harnitz (drums). Zum Debüt holte man sich außerdem ein Streicher-Quartett um Karoline Steidl und Magdalena Zagozdzon ( Violine), Esther Jasmin Becker (Viola) und Sven Holger Philippsen (Cello). Auf dem Song Worshiper spielt Guiomar Espineira Pandelo Flöte, das Gebläse auf dem Song Rockstar Wannabe wurde von Anna Magdalena Stockmann (Trompete), und Hedwig Benkendorf (Posaune) übernommen.

Eine stellenweise große Besetzung, das lässt auf üppigere Konzepte schließen. Tatsächlich kleckern Crystal Breed auf dem Debüt nicht - die Band klotzt mit komplexer und anspruchsvoller Rockmusik.

Die Songs

  • "Lies" gibt die grundsätzlich Ausrichtung vor: keyboardlastiges Material über vertrackte Rhythmen und harte Parts mit einem eingängigen Refrain. Das klingt amtlich, wer Dream Theater mag, der liegt hier richtig.
  • "Floating on Waves" liefert etliche großartige Ideen, die insgesamt stärker im klassischen Prog beheimatet sind. Das ist wiederum sehr stimmig, auch wenn sich der Leadgesang im Grenzbereich bewegt.
  • "The Place Unknown" spinnt den Faden weiter und bietet einen harten Prog-Mix mit Anspielungen an Größen des harten Rock (Blackmore-Style Single Note Riff), klassischen (Genesis-)Prog und Queen-ähnlichen Vokalharmonien. Das ist ein schöner Ritt durch den modernen Prog-Metal und klassischen Prog bis hin zum klassischen Hard-Rock.
  • "Move" ist ein balladesker und lyrischer Song, der wiederum an klassischen Prog und etwas an die Beatles erinnert. Einen Höhepunkt bildet hier Turmanns Gitarrensolo. Hut ab!
  • "Rockstar Wannabe" ist ein weiterer Song, auf dem die Band viele Ideen über den Hörer ausschüttet. Klassische und moderne Progsounds bis hin zu Anleihen an eingängige Rockstrukturen.
  • "No Turning Back" hält den Kurs mit interessanten Ideen und komplexen rhythmischen Strukturen, wobei hier aus meiner Sicht viele beatleske Ideen Einfluss fanden.
  • "Back t'your Mum" klingt irgendwie anders. Der Song ist insgesamt relativ hart gehalten, die Gitarre dominiert hier ganz klar. So etwas kommt bei Progfans nicht immer gut an, dennoch überzeugt mich der Song mit interessanten Ideen aus hartem Rock bis hin zu subtilen Motiven aus Prog und Fusion. Recht interessant wirkt der Mix aus straighten und vertrackten rhythmischen Mustern sowie das schöne Gitarre-Key Duell.
  • Klassisch nach Prog klingt "Worshiper", vor allem die retro Keyboardsounds weisen den Weg zu den klassischen Größen. Crystal Breed lassen sich auch hier nicht lumpen und bieten ein Potpourri interessanter Ideen aus klassischem, aber auch modernem Prog. Der Höhepunkt bildet sich mit dem interessanten Mittelteil über Renaissance ähnliche Gitarrenparts und einem coolen Gitarrensolo bis hin zu einem lyrischen Flötenpart, welcher letztlich in einen fulminanten Schlussteil mündet. Etwas Dream Theater Like, aber exzellent gelungen.
  • "Words of Silence" bildet den Abschluss unter den Prog-Mix. Hier ergeht sich die Band in klassischen Brit-Pop Mustern von Beatles bis Oasis. Das ist wiederum sehr gelungen und äußerst stimmig mit einem gänsehautmäßigen Ende - to be continued…

Fazit Was in letzter Zeit aus deutschen Soundküchen auf dem Plattenteller landet, ist mehr als beachtlich. Da wird die Luft nach oben immer dünner, ganz ehrlich. Crystal Breed aus Hannover treten mit ihrem Debüt(!)album an und hauen dabei mühelos in die große Prog-Kerbe. Die Musiker sind zwar keine Neulinge, aber dennoch ist das beachtlich. Crystal Breed spielen m. E. auf Augenhöhe mit den großen Bands des Genres. Als grobe Richtschnur für den interessierten Hörer möchte ich einfach mal Dream Theater in Hochform nennen - genau da kann man Crystal Breed ansiedeln. Die Band spielt dabei, ebenso wie Dream Theater, locker und leicht mit Sounds und Stilistiken aus Rock und Pop von Queen über Pink Floyd bis hin zu Porcupine Tree und den Beatles. Und das gelingt Crystal Breed vorzüglich. Wer sich für Progrock interessiert, kommt um diese Band nicht herum!

 

Trackliste

  1. Lies (5.26)
  2. Floating on waves (5.43)
  3. The place unknown (6.24)
  4. Move (5.58)
  5. Rockstar wannabe (8.23)
  6. No turning back (5.21)
  7. Back t'your mum (5.05)
  8. Worshiper (9.28)
  9. Words of silence (5.49)

Rezensent: MP