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DVD Besprechung Charlie Daniels Band - Live At Rockpalast

Interpret: Charlie Daniels Band

Titel: Live At Rockpalast

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Southern-Rock, Country-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Weitere News von der Rockpalast Front gibt es mit dem Release des Konzertes der Charlie Daniels Band vom 28. November 1980 aus der Westfalenhalle in Dortmund. Als Erscheinungsdatum der DVD wurde der 30. März 2012 bekannt gegeben, parallel gibt es das ganze wie gewohnt auch als CD.

Die Charlie Daniels Band ist das Vehikel des Charlie Daniels. Daniels wurde 1936 in North Carolina geboren. Ende der 1960er zog es ihn in die Country Metropole Nashville, wo sich der versierte Geiger und Gitarrist einen guten Namen als Studiomusiker machen konnte. 1970 erschien ein Soloalbum von Daniels, danach gründete er die Charlie Daniels Band. Deren erstes Album folgte 1972.

Musikalisch machte die Charlie Daniels Band damals schon klar, wo es langgehen sollte. Die Band konnte man ins Southern Genre einordnen, allerdings war es in dem Genre eine der Bands mit der größten Affinität zum Country bzw. Country Rock. Mit diesem amalgamierten Stil machte sich die Charlie Daniels Band in den USA einen guten Namen, außerhalb der USA klappte es nicht ganz so gut. Aus meiner Sicht verhinderten Berührungsängste der Southern-Rockfans mit dem Country (bzw. auch umgekehrt) eine größere Bekanntheit der Band. Daher kann man den 1980er Auftritt in der Westfalenhalle auch kaum zu den großen Rockpalast-Events zählen. Schade eigentlich, denn die Charlie Daniels Band spielte in guter Form. Handwerklich ist das hochklassig, außerdem rockt die Band in bester Southern-Manier gut ab. Auch der Country kommt natürlich nie zu kurz, nicht zuletzt mit der fast 9minüten Version des Country Standards Orange Blossom Special.

Bei nicht optimaler Bildqualität, aber gewohnt guter Soundqualität, rockt sich die Charlie Daniels Band abgezockt durch ihr Programm. Dabei zeigt die Band immer wieder Rockkante und durchaus Lokalorit. Mit einer Hymne im Background stimmt sich die Band ein und startet in den swampigen "Funky Junky". Besser klang Southern Rock bei den Allman Brothers oder Lynyrd Skynyrd kaum. Den anderen Daniels gibt es danach mit dem deutlich Country-getränkten "Trudy". Der "Jitterbug" liefert dann wieder eine Menge Allman Brothers Feeling, vor allem singt Keyboarder Di Gregorio hier wesentlich bluesig-rauer. Auch die "Legend Of Wooley Swamp" liefert eine gute Prise Southern-Rock. Selbst der "Blindman" mit seiner klaren Country-Rhythmik, klingt mit den Twin Leads immer wieder etwas nach Allman Brothers.

"Reflections" ist mit über 6 Minuten Laufzeit einer der zentraleren Songs der Band, ich würde den Song als ihre Free Bird Variante bezeichnen. Tex-Mex und Country gibt es mit "El Toreador". Dass die Band auch Blues kann, zeigt sie mit dem Slow Blues "No Potion For The Pain". "In America" ist dagegen wieder ein typischer bewegter Charlie Daniels Song - viel Country, mit den Twin Leads aber auch klare Southern Rock Statements. Dafür ist das Bekenntnis zum Country auf "Long Haired Country Boy" umso größer. Ähnliches gilt für die schnellen Hillbilly Läufe und dem lässigen Country Feeling auf "Uneasy Rider". Die Country-Nähe bleibt mit "Cumberland Mountain Nr.9" bestehen. Daniels spielt hier die Fiddle, interessant dabei die Verwandtschaft des Country mit keltischer Musik. Daniels bleibt für "Devil Went Down To Georgia" an der Fiddle und präsentiert einen der bekanntesten Band-Songs.

Der Zugabeteil beginnt mit "The South's Gonna Do It Again", einer Hommage an den Süden, wieder mit reichlich Country Flair und überragenden Soloausritten von Daniels an der Fiddle und Crain an der Gitarre. Das steigert die Band im abschließenden "Orange Blossom Special". Es ist einer der Country-Klassiker überhaupt, er wird oft als Showcase Nummer genutzt. Nichts anderes macht die Charlie Daniels Band und sie nimmt den Hörer mit auf die ratternde Fahrt auf dem legendären Zug.

Fazit Die Charlie Daniels Band war auf dem Siedepunkt des Southern-Rockbooms, zumindest außerhalb der USA, eine unterbewertete Band. Wie eingangs erwähnt, vermute ich dahinter das relativ klare Bekenntnis zum Country, welches manchen Southern-Rockfan verunsicherte. Dabei beweist die Band mit diesem Auftritt, wie gut das zusammengehen kann. Musikalisch gibt es nichts zu mäkeln. Die Band spielt routiniert, Daniels überzeugt als Teufelsgeiger wie als versierter Gitarrist. Die Bildqualität ist zwar nicht ganz up to date, die Tonqualität dafür sehr gut. Wer Southern-Rock/Country-Rock mag, kann getrost zugreifen.

 

Trackliste

  1. Funky Junky (6:00)
  2. Trudy (4:35)
  3. Jitterbug (3:40)
  4. Legend Of Wooley Swamp (4:20)
  5. Blindman (3:40)
  6. Reflections (6:10)
  7. El Toreador (3:30)
  8. No Potion For The Pain (4:50)
  9. In America (3:20)
  10. Long Haired Country Boy (3:50)
  11. Uneasy Rider (5:15)
  12. Cumberland Mountain Nr.9 (5:10)
  13. Devil Went Down To Georgia (3:35)
  14. The South's Gonna Do It Again (4:20)
  15. Orange Blossom Special (9:15)

Rezensent: MP.