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Albumbesprechung David Becker Tribune - Distance Traveled

Interpret: David Becker Tribune

Titel: Distance Traveled

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Jazz-Fusion, Jazz

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Distance Traveled ist der Titel eines Albums der David Becker Tribune. Das Album soll offiziell am 27.09.2013 über Acoustic Music Osnabrück veröffentlicht werden.

Der Jazzgitarrist David Becker firmiert hier unter dem Titel David Becker Tribune als Trio zusammen mit seinem Bruder Bruce Becker (Drums) und Wolfgang "Bolle" Diekmann (Bass). David Becker gehört zu den, in Musikerkreisen, hoch geschätzten Gitarristen. Man hört ihm seine profunde Ausbildung (meines Wissens unter anderem beim großen Joe Diorio) jederzeit an. Dem Hörer kommt einerseits die solide Jazz-Ausbildung Beckers zugute, aber ebenso seine stilistische Bandbreite. Becker kann nicht nur Jazz, ich erinnere mich noch an gute Becker Workshops zum Thema Country-Gitarre in der ehemaligen Fachzeitschrift Gitarre Exclusiv. Diese Bandbreite kommt hier ein Stück weit zusammen, auch wenn der Schwerpunkt im Bereich Jazz bis Jazz-Fusion liegt.

Stark in Fusion Tradition etwa stehen Songs wie Hey Mister, das modern groovende Southern Hemispheres und der Titeltrack Distance Traveled (mit herrlich cremigen Fretlessparts von Diekmann). Sehr viel klassischer klingt der Jazz-Blues Ted Dechter und die lyrischen Songs Afternoon Playtime und Almond Eyes. Auffällig bei diesen jazzigen Tunes ist die relativ klare Melodieführung, welche oft durch Chord-Melodies erzeugt wird. Dazu spielt Becker lockere Be Bop infizierte Lines ein, sein Bruder und Diekmann legen ein solides jazziges Groovefundament dazu.

Eine ganz andere, leicht klassische Note mit Anleihen im Latin, präsentiert Becker mit dem akustischen Minuet For CR. Wieder anders hört sich Tim's Lament an. Das ist zwar irgendwie Jazz, es erinnert mit seinem orchestralen Ansatz aber auch an Hendrix bzw. Adepten wie SRV und zu Beginn spielt Becker hier außerdem mit keltischen Motiven. Die kommen für meinen Geschmack auf der akustischen Coverversion des Eagles Klassikers Desperado noch stärker durch. Wer das Original nicht kennt, könnte hier zumindest leicht auf einen Song aus dem keltischen Kulturraum tippen.

Fazit Der Auftritt in Triobesetzung verlangt allen beteiligten Musikern einiges ab. Nur wenn so ein Team komplett funktioniert, klingt das am Ende auch gut. Der David Becker Tribune gelingt das jederzeit. Bassist Diekmann legt einen schönen Bassteppich und versorgt den Hörer immer wieder mit schönen Fretless-Lines, Bruce Becker füllt die vorhandenen Freiräume mit den Drums perfekt aus und David Becker spielt seine formidable Technik gekonnt, aber nie zu aufdringlich aus. Das ist perfekte Triomusik, die jederzeit anspruchsvoll aber nie zu kopflastig präsentiert wird. Das hat für den nicht ganz so Jazz-affinen Hörer seine Vorzüge, es verschreckt andererseits den Jazz-Puristen nicht. David Becker hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen.

Trackliste

  1. Hey Mister 5:06
  2. Southern Hemisphere 7:16
  3. Ted Dechter (Db Dummy) 5:04
  4. Minuet For CR 1:55
  5. Afternoon Playtime 6:20
  6. Almond Eyes 6:57
  7. Distance Traveled 8:16
  8. Tim's Lament 7:23
  9. Desperado (Glenn Frey/Don Henley)2:18

Alle Songs, sofern nicht anders vermerkt, David Becker

Rezensent: MP