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Albumbesprechung Deep Purple - Burn

Interpret: Deep Purple

Titel: Burn

Erscheinungsjahr: 1974

Genre: Hard Rock, Blues-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Burn ist ein Album der Band Deep Purple, welches im Frühjahr 1974 erschien. Aufgenommen wurde es im Spätjahr 1973. Es war das erste Album, nachdem Ian Gillan und Roger Glover die Band verlassen hatten. Das bedeutete das Ende der wohl erfolgreichsten Deep Purple Besetzung Mark II. Die neue Formation hatte ein schweres Erbe anzutreten. Die direkten Vorgängeralben der Mk II wie In Rock, Fireball, Made in Japan oder Machine Head waren enorm erfolgreich und werden zu den besten Deep Purple Alben gezählt. Die Umbesetzung der Band wirkte sich dann auch im Sound der Band erheblich aus. Der neue Sänger David Coverdale brachte eine eher bluesige Färbung mit, Bassist Glenn Hughes arbeitete im Gegensatz zu Roger Glover eher als Aktivposten in der Band und fungierte sogar als zweiter Sänger neben Coverdale.

Die Songs

Wenn man den Titelsong und Opener des Albums hört, dann würde man auf Anhieb kaum einen Unterschied vermuten. "Burn" wurde in typischer Deep Purple Manier eingespielt. Das klassische Hard-Rock Riff von Blackmore wird von harten Gesangslinien von Coverdale und Hughes begleitet. Dazu geben sich Blackmore und Lord mit klassisch orientierten Solobeiträgen die Ehre. Schon mit "Might It Just Take Your Life" werden die Unterschiede klarer. Der Song erinnert zwar entfernt an Woman From Tokyo, besitzt aber viele stärkere Einflüsse aus Blues und Soul als zuvor.

"Lay Down, Stay Down" legt tempomäßig zu. Der Boogie-Rock verwöhnt den Fan mit einem exzellenten Blackmore Solo, damit enden aber erneut die großen Vergleichbarkeiten zu den Vorgängeralben. Ähnliches gilt für den entspannten Bluesrock "Sail Away", interessantester Part des Songs ist das Octaver Gitarrenriff Blackmores. "You Fool No One" beginnt mit fulminantem Drumming von Paice. Der funky Rhythmus treibt diesen Titel angenehm voran. Sehr interessant wirken die Vocals von Coverdale und Hughes, die etwas psychedelisch wirken. Die Grundkonzeption erinnert so eher an Creams I Feel Free, als an Deep Purple.

Der etwas harmlose Rocksong "What's Going On" fällt deutlich ab, ebenso der bluesige Song "Mistreated". Der Originalitätsfaktor hält sich in Grenzen. Der letzte Song des Original Albums, "A 200", überrascht dafür. Der instrumentale Song mutet mit vielen äußerst interessanten Ideen und Parts wie ein Prog-Rocksong an.

Fazit Die MK III Besetzung trat ein schweres Erbe an. Von klassischen Deep Purple Fans wurde diese Besetzung nicht sehr geliebt. Der Einfluss von Coverdale und Hughes war beachtlich. Harte und klassische Parts wurden mehr und mehr zugunsten von Blues, Soul und Funk zurückgefahren. Die Band selbst performt gut. Paice hält sich etwas zurück und kommt nur bei You Fool No One so richtig nach vorne. Lord bringt, wie immer, einige gute Ideen ein. Blackmore spielt in guter Form und legt einige exzellente Beiträge vor (u. a. die Soli auf Burn und Lay Down Stay Down). Coverdale ist ein guter Sänger, allerdings mit einer anderen Grundausrichtung als Gillan. Hughes ist ein sehr guter Bassist, der Ritchie Blackmore auch bei schnellen Läufen mühelos folgen kann. Zudem ist er ein mehr als passabler Sänger. Nur mit dem Songmaterial hat es auf dem Album nicht ganz so gut funktioniert, an die Vorgängeralben reicht das Album nicht heran, irgendwie bleibt außer Burn kein Song nachhaltig hängen. Trotzdem ist Burn eine hörenswerte Scheibe und immerhin die beste der Mark III Besetzung.

Trackliste
  1. Burn 6:05
  2. Might Just Take Your Life 4:36
  3. Lay Down, Stay Down 4:15
  4. Sail Away (Blackmore, Coverdale) 5:48
  5. You Fool No One 4:47
  6. What's Goin' On Here 4:55
  7. Mistreated (Blackmore, Coverdale) 7:25
  8. "A" 200 (Blackmore, Lord, Paice) 3:51

30th anniversary bonus tracks

  • Coronarias Redig (single b-side 2004 remix) (Blackmore, Lord, Paice) 5:30
  • Burn (2004 remix) 6:00
  • Mistreated (2004 remix) (Blackmore, Coverdale)7:28
  • You Fool No One (2004 remix) 4:57
  • Sail Away (2004 remix) (Blackmore, Coverdale)5:37

Alle Tracks Blackmore, Coverdale, Lord, Paice soweit nicht anders angegeben.

Rezensent: MP