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CD-Kritik Deep Purple - Made In Japan

Interpret: Deep Purple

Titel: Made In Japan

Erscheinungsjahr: 1972

Genre: Hard Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Made In Japan ist ein Live Album von Deep Purple, das im Jahr 1972 erschien. Deep Purple spielten damals in der so genannten MK II Besetzung (Gillan, Paice, Lord, Glover und Blackmore). Diese Besetzung gilt bei Fans als die beste Deep Purple Besetzung und Made In Japan erschien in einer der besten Phasen der Band. Auf diesem Album sind vor allem Songs der Alben In Rock und Fireball sowie Machine Head enthalten. Made In Japan stellt somit eine Art Best Of der damaligen Deep Purple Mk II Phase dar.

Man kann und muss zu Made In Japan nicht viel sagen. Das Album genießt fast schon Kultstatus - und das nicht nur bei Deep Purple Fans. Das Album wird von vielen Rockfans zu den besten Live-Alben der siebziger Jahre gezählt.

Das Album gibt es mittlerweile in einem Remix bzw. einer Anniversary Edition. Bei diesen Ausgaben gibt es zwei CDs. Auf CD 1 sind die Titel der Original Doppel-LP enthalten. Die The Encores genannte CD 2 enthält Bonusmaterial. CD 1 beginnt mit einem Bandklassiker, "Highway Star". Der Song wird nahe am Original gespielt, wobei Lord und Blackmore mehr Raum für ihre Soli erhalten. Der zweite Song ist das unvergessene "Child In Time". Auch hier hält sich die Band zwar an die Studioversion, allerdings wird auch diese Liveversion durch ausufernde Solobeiträge veredelt. Die Livepräsenz wirkt auf dem Album sehr intensiv. Die Gesangsparts von Gillan klingen kultig, Lord und Blackmore stacheln sich zu unvergleichlichen Battles an.

Song 3 ist der Traum aller Riff-Rocker und der Alptraum aller Gitarrenverkäufer, "Smoke On The Water". Den Song bzw. das legendäre Quartenriff kennt nun fast jedes Kind. Die Band legt auch hier mit der Live Version deutlich gegenüber der Albumversion zu. "The Mule" ist ein Song vom Album Fireball. Im Original handelt es sich um einen psychedelischen Song, in der Live Version dient der Song in erster Linie als Podium für Drummer Paice. Der durfte hier ein ziemlich legendäres Drum Solo performen. Der nächste Song "Strange Kind Of Woman" hält sich anfangs eng an das Original. Besonders ab der Songmitte legt die Band aber wieder zu. Blackmore zündet einige schöne Soli, danach gibt es legendäre Gitarre - Gesang Duelle zwischen Blackmore und Gillan. Anschließend folgt der Song "Lazy". Hier gehören die ersten drei Minuten im Prinzip Jon Lord, der einige interessante Orgelparts von abgedreht bis jazzig swingend zum Besten gibt. Danach stößt Blackmore mit funky Sounds dazu. Erst nach ca. 6 Minuten beginnt der eigentliche Song, der durch bluesige Improvisationen auf knapp 10 Minuten gestreckt wird. Den Abschluss der Originalscheibe bildet der Song "Space Truckin'", den die Band auf knapp 20 Minuten ausdehnt. Hier packen Deep Purple so ziemlich alles rein, was man in der MK II Besetzung von den Musikern gehört hatte: hartes, psychedelisches, Blues, Funk, Klassik… Die Musiker lassen sich alle Freiräume für Improvisationen. Das ist heute Geschmackssache, denn 20 Minuten können schon lang werden. Aber interessant ist es allemal.

Der erste Song der Encore CD ist "Black Night". Black Night ist einer der Topsongs der Band, der eigentlich nie auf einem Album erschien. Deep Purple performen diesen Song mit wenigen Spielereien sehr eng am Original. "Speed King" ist ein weiterer wichtiger Titel, der vom Album In Rock stammt. Im Gegensatz zu Black Night improvisiert die Band hier mehr, vor allem das Duell Gesang - Gitarre - Orgel im Mittelteil ist erwähnenswert. "Lucille" ist die Coverversion eines Rock'n'Roll Titels von Little Richard. Ein Rock'n'Roll Cover schien damals zum Business zu gehören, meist wurden solche Songs als Zugabe gespielt. Das klingt ganz nett, aber nicht aufregend.

Fazit Made In Japan wird allgemein zu den besten Alben von Deep Purple bzw. zu den besten Live-Alben der siebziger Jahre gezählt. Die Band agiert auf einem sehr guten Niveau. Blackmore spielte möglicherweise in der Form seines Lebens, die Songs leben von den spannungsgeladenen Schlachten zwischen ihm und Jon Lord, der ebenfalls zu Höchstform aufläuft. Dazu kommen die fantastischen Gesangsparts von Gillan, der immer wieder den Kampf mit Blackmore und Lord aufnimmt. Auf dem Album sind die bekanntesten Songs der MK II Besetzung versammelt, die werden in der Regel besser dargeboten als auf den Studio-Alben und die remixte Version macht das Album soundtechnisch noch etwas besser. Was will der Rockfan mehr?

Trackliste

CD 1 Made In Japan

  1. Highway Star 6:43
  2. Child in Time 12:17
  3. Smoke on the Water 7:36
  4. The Mule 9:28
  5. Strange Kind of Woman 9:52
  6. Lazy 10:27
  7. Space Truckin' 19:54

CD 2 The Encores

  1. Black Night 6:17
  2. Speed King 7:25
  3. Lucille (Albert Collins, Little Richard) 8:03

Rezensent: MP