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Albumbesprechung Dudek Finnigan Krueger Band - DFK-Band

Interpret: Dudek Finnigan Krueger Band

Titel: DFK-Band

Erscheinungsjahr: 1980

Genre: Mainstream, AOR

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Die DFK Band war eine Art Supergroup aus den USA, die sich 1980 zur Produktion des Albums The DFK-Band zusammenfand. Leider war diese Arbeit anscheinend die einzige Produktion dieser Band. Kommerziell war das Album kein großer Erfolg. Bei Kritikern wurde das Album mit eher durchschnittlichen Bewertungen aufgenommen. Die Planungen des Managements gingen wohl nicht auf. DFK wurden als eine Art Supergroup präsentiert, wurden aber nie wirklich bekannt. Auch die namensgebenden Musiker erreichten nach dem Release nicht unbedingt Kultstatus.

Warum spricht man von einer Supergroup, wenn die Band doch relativ unbekannt blieb? Der Grund liegt in der ziemlich hochkarätigen Besetzung. Jim Krueger war ein exzellenter Gitarrist. Krueger wurde, nach meinem Kenntnisstand, in Manitowoc/Wisconsin geboren, wo er auch aufwuchs. Jim zog es Anfang der siebziger Jahre nach Kalifornien, wo er mit der Denis Guyer Band und Elvin Bishop spielte. Danach erhielt er einen Job bei Dave Mason (ex-Traffic), mit dem er lange zusammenspielte. 1980 schloss er sich der DFK-Band an, später spielte er zusammen mit Mike Finnigan und wieder mit Dave Mason. Leider verstarb Jim Krueger, so weit ich weiß, schon 1993.

Les Dudek ist ebenfalls Gitarrist, und ebenfalls ein sehr guter. Er verdiente sich seine ersten Sporen bei den Allman Brothers, danach zum Beispiel bei Boz Scaggs und Steve Miller. Er unterstützte später einige bekannte Acts wie Cher und Stevie Nicks, schrieb Musik zu der Serie Friends und performte danach vor allem Solo. Dudek ist, wie erwähnt, ein sehr guter Gitarrist, der vor allem für sein vorzügliches Slide-Gitarrenspiel bekannt ist. Daneben ist er ein mehr als brauchbarer Sänger.

Mike Finnigan gehört(e) zu den angesagtesten Studiomusiker überhaupt, wenngleich einem der Name nicht viel sagt. Aber ich nenne mal ein paar Künstler, die er unterstützte: Jimi Hendrix (Electric Ladyland), Crosby Stills Nash (CSN), Dave Mason (Let It Flow), Peter Frampton (I'm In You), Rod Stewart, John Hiatt, Alice Cooper und weitere hochkarätige Artisten. Finnigan ist, wenn man so will, ein Musician's Musician.

Zu diesen drei formidablen Musikern holte man den Spitzenbassisten Trey Thompson und Studio Drummer Bill Meeks.

Bei dieser Besetzung riecht alles nach Supergroup, und so war dieses Projekt auch geplant. Die Stilrichtung ergab sich in etwa aus der musikalischen Herkunft von Dudek, Finnigan und Krueger. Dudek entstammte in etwa der Ecke Allman Brothers, also einer Art grooviger und bluesiger Südstaatenrock. Krueger lernte ziemlich viel von seinem Ziehvater Dave Mason und brachte so Rock mit eingängigen Melodien ein. Finnigan schien eine Vorliebe für groovige und "schwarze" Musik zu haben, die er exzellent einbrachte. Von daher fällt eine Einstufung der DFK-Band nicht leicht. Im Prinzip wurde die Band wohl in Richtung AOR ausgerichtet. Das Ganze wird stilistisch aber sehr breit dargeboten. Das klingt in der Regel angenehm rockig und groovig. Die Band lässt der Musik noch gewisse Ecken und Kanten, welche den typischen AOR Bands eigentlich fehlt. So klingt die DFK-Band wie ein Crossover aus Westcoast und Southern-Rock.

Die Musiker präsentieren acht sehr gute Songs, die allesamt überzeugen. Das sind sehr gute Rocksongs. Mal mehr auf Melodie ausgerichtet, mal mehr auf Groove. Technisch agiert die Band sehr gut. Les Dudek und Jim Krueger sind hervorragende Gitarristen und gute Sänger. Mike Finnigan ist ein sehr guter Keyboarder und er singt hervorragend. Trey Thompson versorgt uns mit einigen bemerkenswerten Basslines und Bill Meeker haut einige regelrechte Drum-Feuerwerke raus. Anders als bei anderen Supergroups klingt das aber weniger nach Einzelleistungen, sondern vermittelt durchaus einen fast schon homogenen Bandcharakter. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es den Jungs wirklich Spaß gemacht hatte, dieses Album einzuspielen. Les Dudek steuert zwei Songs bei - einen relativ eingängigen Song und einen schönen groovigen Song. Jim Krueger schrieb drei hervorragende Rocksongs mit guten Melodien, schönen Instrumentalparts und gutem Druck. Mike Finnigan steuerte ebenfalls drei Songs bei. Er konzentrierte sich auf rhythmische Songs mit einer Tendenz zu R&B bis Soul. Dazu steuern Dudek und Krueger schöne Soli bei, bemerkenswert ist das Slide Solo von Dudek auf dem Song That's Wrong.

Fazit Dieses Album ist ein sträflich unterbewertetes Album einer Supergroup, die diesen Namen auch verdiente. 1980 tummelten sich einige Bands in dem Genre AOR und Mainstream Musik. Die DFK-Band war eine der besseren Bands aus dem Bereich. Das Album kann jedem Rockmusik-Fan empfohlen werden. Gitarristen dürften mit den Beiträgen von Dudek und Krueger gut bedient werden.

Trackliste

  1. Angels Fall
  2. Just Like The Weather
  3. Drinkin' Alone
  4. I Know You're In There
  5. It's All About You
  6. Just Be Happy
  7. That's Wrong
  8. You Cut So Deep

Rezensent: MP