Anzeige

Albumbesprechung Dire Straits - Brothers in Arms

Interpret: Dire Straits

Titel: Brothers In Arms

Erscheinungsjahr: 1985

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Brothers in Arms ist der Titel des fünften Studioalbums von Dire Straits. Das Album erschien Mitte Mai 1985.

Dire Straits waren zu dem Zeitpunkt zwar schon eine echte Hausnummer, aber mit Brothers In Arms sicherten sich Mark Knopler & Co. eine Platz auf dem Rockolymp. Das wiederum hatte viele Gründe.

Zum Einen wird Brothers in Arms als eines der ersten durchgängig digital produzierten Alben (also DDD) bezeichnet. Es war außerdem eine der ersten Cds auf dem Markt und aufgrund der extremen Nachfrage nach Brothers in Arms kam es sogar zu Engpässen bei der CD-Produktion weltweit.

Für Brothers In Arms regnete es Preise, 1986 gab es zwei Grammys, 1987 den Brit Award für das Best British Album und 2006 noch mal einen Grammy als bestes Surround Sound Album. Das Album selbst gehört heute mit geschätzt über 30 Millionen verkaufter Einheiten zu den bestverkauften Alben der Rockmusik, in praktisch allen wichtigen Charts ging es auf Rang 1 und Brothers in Arms hält heute noch einige nationale Chartrekorde. Kurzum: Brothers in Arms muss man in jedem Fall zu den Meilensteinen der Rockmusik zählen.

Gleichzeitig war Brothers In Arms auch eine Art Wendepunkt für die Band. Zumindest folgte eine Pause bis 1991, als das nächste Album On Every Street erschien und Mark Knopfler die Besetzung praktisch komplett umbaute.

Die Songs

  • So Far Away eröffnet den Reigen in unaufgeregter Form mit einem starken Bezug zu Balladen der 1950er.
  • Money for Nothing gehört zu den Klassikern dieses Albums. Der Song an sich wird geprägt durch das klassische Gitarrenriff, mit welchem Knopfler eigentlich ZZ Top zu imitieren versuchte. Der Song lief damals rauf und runter, der wegweisende computeranimierte Video war ein Renner bei MTV. Die Entstehung des Songs bzw. des Textes ist interessant. Die Initialzündung kam Mark Knopfler, als er in einem Elektrogeschäft den Verkäufer vor einer Bildschirmwand stehen sah auf der MTV lief. Der Mann gab ein paar Kommentare von sich, darunter die berühmte Textzeilen "now look at them yo-yos" "that ain't working that's the way you do it". Knopfler notierte sich ein paar Fetzen und schrieb diesen Song sozusagen als Warnung vor der Reizüberflutung des TV besonders für Jugendliche.
  • Walk of Life erinnert mich, wie der Opener des Albums, in starkem Maß an die Musik der späten 1950er. Knopfler macht daraus eine Art flotten Country-Boogie. Interessanterweise sollte dieser Song nicht auf das Album, was meines Erachtens die bessere Entscheidung gewesen wäre. Er kam drauf und wurde ein Nr. 2 Charterfolg in Großbritannien, in den USA ging es bis auf Rang 7 der Charts. Da kannste mal sehen…
  • Your Latest Trick klingt ganz anders und fast schon etwas untypisch für die Band. Irgendwie nähert sich Knopfler mit dem Song dem Westcoast-Fusion und vermittelt den damit oft verbundenen Fahrstuhlmusik-Charakter.
  • Why Worry nähert sich wieder den 1950ern, dieses Mal in balladesker Form. Zumindest die arpeggierten Begleitmuster a la Everly Brothers weisen darauf hin.
  • Ride Across the River gehört zu den Songs, welche den Krieg thematisieren. Ein interessanter Song, weil Knopfler unterschiedliche Stilistiken von Latin bis Reggae einfließen lässt. Zusammen mit den schwermütig wirkenden Gesangsharmonien ergibt das eine stimmige Kulisse zum Thema.
  • The Man's Too Strong ist der nächste Song, welcher sich mit dem Thema Krieg und seinen Folgen auseinandersetzt. Hier geht es um einen emotional gestörten ehemaligen Soldaten. Interessant die Nähe zu klassischen Singer Songwritern und einem Hauch Americana, vielleicht auch ein Fingerzeig darauf, in welchem Krieg dieser fiktive Soldat sich sein Trauma geholt hat.
  • One World ist ein grooviger und zugleich sehr reduzierter Song, dessen Grundcharakter viel der Coolness eines J. J. Cale ausstrahlt.
  • Brothers in Arms ist der Titelsong und für meinen Geschmack der Kernsong dieses Albums. Es ist der dritte Song, welcher sich um den Themenkreis Krieg dreht. Und wie die beiden anderen Songs bildet er ein Highlight, vielleicht das emotionale Highlight schlechthin. Die Sinnlosigkeit eines Kriegs kann man instrumental kaum besser beschreiben.

Fazit Brothers in Arms ist ein Meilenstein der Rockmusik, daran gibt es keine Zweifel. Ein Grund ist die wegweisende Produktion mit einem für die Zeit fantastischen Sound. Das Songmaterial würde ich jedoch nicht global als überragend bezeichnen. Im Gegenteil, es wirkt stellenweise etwas unspektakulär - was bezogen auf Knopfler andererseits nicht gerade überrascht und außerdem der entspannten Stimmung des Produktionsortes Montserrat geschuldet sein mag. Im Gegensatz aber etwa zum Debütalbum stellt sich Knopfler wesentlich breiter auf, von 50s Anklängen über Americana bis hin zu dezenten Fusion-Anklängen ist alles vorhanden. Die Höhepunkte des Albums bilden m. E. die (Anti)kriegssongs Ride Across The River, The Man's Too Strong und Brothers In Arms. Alleine letzterer würde den Kauf dieses Albums rechtfertigen.

 

Trackliste

CD/Cassette

  1. So Far Away 5:12
  2. Money for Nothing (Mark Knopfler, Sting) 8:26
  3. Walk of Life 4:12
  4. Your Latest Trick 6:33
  5. Why Worry 8:31
  6. Ride Across the River 6:58
  7. The Man's Too Strong 4:40
  8. One World 3:40
  9. Brothers in Arms 7:00

LP

  1. So Far Away 3:59
  2. Money for Nothing (Mark Knopfler, Sting) 7:04
  3. Walk of Life 4:12
  4. Your Latest Trick 4:46
  5. Why Worry 5:22
  6. Ride Across the River 6:58
  7. The Man's Too Strong 4:40
  8. One World 3:40
  9. Brothers in Arms 7:00

Alle Songs Mark Knopfler sofern nicht anders vermerkt

Rezensent: MP