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CD-Kritik Do I Smell Cupcakes? - Springs

Interpret: Do I Smell Cupcakes?

Titel: Springs

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Indie-Pop

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Springs ist das Debütalbum der Wahl-Berliner Band Do I Smell Cupcakes?, das Album wurde am 20.01.2012 offiziell veröffentlicht. Die Band legte zuvor zwei EPs (Access to Entries und Pillow) vor und machte sich Live einen ganz guten Namen.

Die Band - das sind zum Zeitpunkt der Aufnahmen Dennis Depta (Gitarre), Robert 'Slady' Marinow ( Schlagzeug), Maximilian Tischler (Bass,) Paul Tischler (Gitarre, Gesang, Klavier) und Kevin Traeger (Gesang, Gitarre, Klavier). Im Studio stieß eine Besetzung mit Blasinstrumenten und Streichern zur Band. Musikalisch wird eine interessante Mischung aus Indiepop mit subtilen progressiven Elementen plus Bläsersätzen, Streichern und modernen Beats geboten. Inhaltlich geht es um persönliche Themen, die vor allem zwischenmenschliches behandeln.

Do I Smell Cupcakes? präsentieren auf Springs keine ganz neuen Songs, Fans der Band könnten die Songs von Livekonzerten kennen. Nun gibt es das Material erstmals auf einem großen Silberling.

Die Songs

"Reality" eröffnet das Album als Gitarrenpop mit eingängigen Motiven. Dazu gibt es die eingangs erwähnten üppigen Bläsersätze. Es folgen zwei verwandte Songs -den Herbst in Moll und den Herbst in Dur. Auch hier gibt es reichlich Bläser und ein subtiles Jazzflair. Im ersten Fall klingt das mehr nach Swing, im zweiten erhält der Song mehr Britpopfeeling nebst einem schönen Saxofonsolo. "Gaps And Horizons" wird getragen von schönen Tremologitarren, einem guten Groove und einer vergleichsweise sparsamen Instrumentierung.

Gebläse gibt es wieder auf "Inside Out", allerdings rockt dieser Song mit gutem funky Groove stärker als die Vorgängersongs. "(In Brackets)" klingt nach klassischer Piano Popballade, beim Livekonzert dürften hier die Feuerzeuge angehen. Trotz aller Vielfalt überrascht "Snake Devotion" mit einer Hinwendung zu elektronischen Beats und Sounds. Das klingt relativ synthetisch, aber auch interessant experimentell. "The Quantity Of Things" ist ein perfekt arrangierter Song mit einer etwas melancholischen Note. Nach modernem eleganten Pop klingt "You donīt get my Sympathy, Fridge".

Verhalten und sehr verträumt klingt die Akustikgitarrenballade "Hey Little Man", "Stranger And Me" beginnt mit massivem Pianoeinsatz, erhält danach eine üppige und interessante Struktur. Der verträumte und getragene Song "Backseat's Broken" wurde als Soundtrack des Coming of Age-Films "Blaue Stunde" genutzt. "Skeletons" beendet das Album mit einem komplexen Aufbau und hymnischen bis sphärischen Parts.

Fazit Ich hatte zuletzt viele Gründe, mich über die Entwicklung der deutschen Popmusikszene zu freuen. Do I Smell Cupcakes? legen Zeugnis dieser interessanten und guten Szene ab. Irgendwie entzieht sich die Band einer genauen Kategorisierung und spielt sich durch Songs unterschiedlicher Couleur, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Die Band überzeugt mit einem nicht ganz gewöhnlichen Mix aus Indiepop und Britpop mit Streichern plus Bläsern, die durchaus mal an alte Jazzrockbands wie Chicago erinnern. So etwas kann schnell mal schief gehen, aber Do I Smell Cupcakes? machen irgendwie alles richtig. Das klingt größtenteils stimmig und überzeugend. Die Band hat das Zeug, sich an die Spitze des Deutschen Indiepop zu spielen.

 

Trackliste

  1. Reality 3:29
  2. Autumn In Minor 2:59
  3. Autumn In Major 2:02
  4. Gaps and Horizons 4:09
  5. Inside Out 3:59
  6. (In Brackets) 5:56
  7. Snake Devotion 5:03
  8. The Quantity of Things 4:32
  9. You Don't Get My Sympathy, Fridge 3:04
  10. Little Man 2:40
  11. Stranger and Me 4:04
  12. Backseat's Broken 4:23
  13. Skeletons 4:32

Rezensent: MP

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