Anzeige

Albumbesprechung Dr. Feelgood - Be Seeing You

Interpret: Dr. Feelgood

Titel: Be Seeing You

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Pub-Rock, Rock'n'Roll

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Be Seeing You ist das fünfte Album der Band Dr. Feelgood, das Album erschien im Jahr 1977. Es bedeutete einen Umbruch für die Band, weil Gitarrist Wilko Johnson nach dem Release von Sneakin' Suspicion die Band verlassen hatte. Johnson war für viele Fans Fixpunkt der Band, von daher sah man der Neuverpflichtung des neuen Gitarristen Gypie Mayo mit gemischten Gefühlen entgegen.

Umso überraschender war das Album Be Seeing You. Die Band spielte ein hochenergetisches Album ein und landete mit dem Song She's A Windup sogar einen kleinen Hit in England.

Die Realisierung des Albums war nicht ganz so einfach, zumal Eigenkompositionen zuvor in der Regel von Wilko kamen. Die Band holte sich Nick Lowe als Produzenten, Larry Wallis von den Pink Fairies steuerte Texte bei. Lowe steuerte außerdem einen Song bei.

Die Verpflichtung von Gypie Mayo erwies sich als Glücksgriff. Er klang anders als Johnson, passte mit seinen rauen Blues- und Rock'n'Rollphrasen aber äußerst gut zur Band. Außerdem verlieh er der Band einen durchaus zeitgemäßen rauen punkigen Sound.

Be Seeing You, das kann man sagen, rockt wie Hölle. Die Band spielt ungemein druckvoll bis räudig und verleiht klassischen Covers wie "Ninety-Nine and a Half (Won't Do)", "My Buddy Buddy Friends", "Baby Jane", "The Blues Had A Baby" oder "Looking Back" einen phantastischen zeitgemäßen Sound. Der Lowe Song "That's It I Quit" machte kaum weniger Spaß und eigene Songs wie "I Don't Want To Know", "I thought I Had It Made" und "She's A Windup" passen vorzüglich in das Schema.

Wenn man hier Schwachpunkte ausmachen möchte, dann liegen sie in den Songs "Hi-Rise" oder "60 Minutes of Your Love", wobei auch die beiden Songs keineswegs schlecht klingen.

Fazit Be Seeing You war, aus meiner Sicht, eine der großen Überraschungen im Jahr 1977. Nach dem Weggang von Wilko Johnson gaben viele Fans keinen Pfifferling mehr auf Dr. Feelgood. Umso höher ist dieses Album zu bewerten. Auch wenn die Band sich vornehmlich in Coverversionen ergeht - die spielt sie so druckvoll ein, dass es eine Freude ist. Gypie Mayo spielt seinen Stiefel und nicht den von Wilko Johnson, was gut so ist. The Big Figure und Sparks grooven wie immer gut und Brilleaux sang selten druckvoller und räudiger. Manchmal könnte man meinen, das Album sei roh und ohne Overdubs live im Studio eingespielt worden. And That's What Counts - diese Live-Atmosphäre möchte man von einer Pub-Rockband wie Dr. Feelgood hören. Das ist Pub-Rock at it's best.

 

Trackliste

  1. Ninety-Nine and a Half (Won't Do) (Cropper, Floyd, Pickett) (3:08)
  2. She's A Wind Up (Brilleaux, Martin, Mayo, Sparks) (2:01)
  3. I Thought I Had It Made (Brilleaux, Mayo) (2:16)
  4. I Don't Want To Know (Brilleaux, Mayo) (2:42)
  5. That's It, I Quit (Lowe) (2:35)
  6. As Long As The Price is Right (Wallis) (3:09)
  7. Hi-Rise (Mayo) (2:37)
  8. My Buddy Buddy Friends (Corthon) (2:45)
  9. Baby Jane (Bishop, Nesbitt, Reed, Simmons, Wilson) (2:58)
  10. The Blues had a Baby, and They Named It Rock & Roll (McGhee, Morganfield) (2:20)
  11. Looking Back (Watson) (2:00)
  12. 60 Minutes of Your Love (Hayes, Porter) (2:25)

Rezensent: MP.