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Albumbesprechung Dr. Feelgood - Malpractice

Interpret: Dr. Feelgood

Titel: Malpractice

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Pub-Rock, Rock'n'Roll

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Malpractice ist das zweite Album der englischen Band Dr. Feelgood, das Album erschien im Jahr 1975. Im Gegensatz zum Debütalbum war dieses Album Stereo aufgenommen, was dem Sound zugute kam und sicherlich auch den Hörern entgegen kam. Die Band entwickelte ihren Stil konsequent weiter. Das alles zahlte sich dann auch aus, das Album erreichte immerhin Rang 17 der UK-Charts.

Stilistisch waren Dr. Feelgood das, was man als Prototypen der Pubrockband bezeichnen kann. Die Band nahm sich gerne mal alte Songs vor und verlieh diesen Songs - egal aus welchem Genre sie stammten - ein treibendes Rock'n'Roll Flair. Der Sound wurde von Wilko Johnsons Gitarrenstil (wahrscheinlich eine Adaption des Pirates Gitarristen Mick Green) ebenso geprägt, wie durch Lee Brilleauxs rauen Gesang und dessen Harpsoli. Beide konnten allerdings nur funktionieren, weil das Rhythmusfundament von Drummer The Big Figure und Bassist John B. Sparks bombensicher stand.

Es ist eigentlich egal, über welche Songs man hier spricht - sie sind alle spannend gemacht und gut gecovered. Das gilt für Blues-Covers wie "I Can Tell" und "Rolling And Tumbling" oder Rock'n'Roll Klassiker wie "Don't You Just Know It" und "Riot In Cell Block No. 9" ebenso, wie für die Eigenkompositionen bzw. neueren Covers. Dabei überragen die Wilko Songs "Back In the Night", "Another Man", "Don't Let Your Daddy Know" und "You Shouldn't Call the Doctor (If You Can't Afford the Bills)". Kaum weniger interessant sind aber auch die Kollaboration von Johnson mit Mick Green auf "Going Back Home", der Bandsong "Because You're Mine" und der Graham Parker Beitrag "Watch Your Step".

Fazit Die Band spielt sich auf dem Album durch einen Mix an Coverversionen und eigenen Songs. Die meisten Songs erhalten ein Rock'n'Roll Fundament und die Eigenkompositionen fügen sich ziemlich nahtlos ins Gesamtbild ein. So könnte man die Wilko Johnson Songs You Shouldn't Call the Doctor (If You Can't Afford the Bills) and Don't Let Your Daddy Know ohne Hintergrunginfo durchaus für alte Rock'n'Roll- oder Bluesstandards halten. Mit der guten Rhythmussektion, dem gut singenden und Harp spielenden Brilleaux sowie den außergewöhnlichen Gitarrenbeiträgen von Johnson erhält man in der Summe ein außergewöhnliches Pub Rock Album, vielleicht einen der Klassiker des Genres. Wer sich für Pub Rock bzw. englischen Blues-Rock interessiert, sollte dieses Album unbedingt in die engere Wahl ziehen.

 

Trackliste

  1. I Can Tell (Ellas McDaniel, Smith) 2:46
  2. Going Back Home (Green, Johnson) 4:00
  3. Back in the Night (Johnson) 3:18
  4. Another Man (Johnson) 2:55
  5. Rolling and Tumbling (Morganfield) 3:12
  6. Don't Let Your Daddy Know (Johnson) 2:57
  7. Watch Your Step (Graham Parker) 3:23
  8. Don't You Just Know It (Huey Piano Smith, Johnny Vincent) 3:49
  9. Riot in Cell Block No. 9 (Jerry Leiber and Mike Stoller) 3:40
  10. Because You're Mine (Johnson, Lowe, Sparks) 4:54
  11. You Shouldn't Call the Doctor (If You Can't Afford the Bills) (Johnson) 2:36

Rezensent: MP.