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Albumbesprechung Dr. Feelgood - Sneakin' Suspicion

Interpret: Dr. Feelgood

Titel: Sneakin' Suspicion

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Pub-Rock, Rock'n'Roll

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Sneakin' Suspicion ist das vierte Album der Band Dr. Feelgood, das Album erschien im Jahr 1977. Es war das letzte Album der Band mit dem Gitarristen Wilko Johnson, was für viele Fans gleichbedeutend mit dem Ende der Band war. Immerhin prägte Johnson mit seinen Songs und seinem speziellen Gitarrenstil den Sound der Band nachhaltig, sein Roboterstil war wichtiger Teil die Liveshows.

Mit Sneakin' Suspicion legte die Band ihr erfolgreichstes Album vor, Rang 10 in den UK-Albumcharts war dort die höchste Platzierung. Außerdem erreichte der ausgekoppelte Titelsong erstmals die UK-Singlecharts.

Eingespielt wurde das Album, wie erwähnt, letztmals in der bewährten Besetzung Wilko Johnson (guitar, backing vocals), Lee Brilleaux (vocals, guitar, harmonica, slide guitar), John B. Sparks (bass guitar, backing vocals) und The Big Figure (drums, percussion, backing vocals). Die Keyboardparts wurden von Tim Hinkley beigesteuert.

Die Songs

  • "Sneakin' Suspicion" ist ein typischer Johnson Song - extrem lässig, extrem cool mit diesen rhythmischen Gitarrensounds. Im Slidesolo vermeint man eine gewisse Nähe zu den seligen ZZ Top zu verspüren, was aber auch an der Spieltechnik an sich liegt.
  • "Paradise" rockt relativ hart und erinnert mit dem verhallten Gesang an englische Beatbands der frühen 1960er.
  • "Nothin' Shakin' (But the Leaves on the Trees)" ist eine schöne Interpretation eines alten Bluessongs in typischer Feelgood Manier - lässig, aber doch mit einem gewissen Druck.
  • "Time and the Devil" haut zeitmäßig wieder in die 1960er Kerbe. Auch hier erhält man einen typisch lässigen Feelgood Song mit diesen typischen witzigen Harmonievocals.
  • "Lights Out" gehört ebenfalls zu den typischen frühen Feelgood Nummern. Die Band spielt den Dr. John Blues mit gehörig Dampf und Rock'n'Roll Drive ein..
  • "Lucky Seven" ist ein Beitrag vom Bandmate Lew Lewis, ein recht locker und lässig dahingleitender Boogie ohne den ganz großen Druck. Es handelt sich um einen ironischen Song, der wohl auch die Kluft zwischen Johnson und dem Rest der Band vergrößerte.
  • "All My Love" legt nicht gerade an Tempo zu. Über einen etwas eintönigen Rhythmusteppich setzt hier vor allem Wilko die Akzente.
  • "You'll Be Mine" von Willie Dixon geht im Anschluss besser ab. Dixon Songs geben grundsätzlich viel her und wurden daher immer gerne gecovert. Auch Dr. Feelgood nutzen das, wobei die Band den Song sehr straight interpretiert.
  • "Walking on the Edge" shuffelt im Anschluss cool, minimalistisch und mit schönen Slideparts.
  • "Hey Mama, Keep Your Big Mouth Shut" stammt im Original von Bo Diddley. Auch hier nutzt die Band ein ergiebiges Original im typisch stampfenden Diddley Groove und interpretiert denn Song ganz gut.

Fazit Sneakin' Suspicion gehört zu den wichtigen Alben innerhalb der Bandgeschichte von Dr. Feelgood. Es war das erste Album, das mit dem Titelsong einen veritablen Single-Hit für die Band abwarf. Es war außerdem das letzte Album mit Wilko Johnson. Innerhalb der Band kriselte es und das merkt man. Die Band klingt nie schlecht, aber auch selten überragend. Die Coverversionen werden in der Regel ordentlich dargeboten, aber dieser spezielle originelle Sound vorhergehender Alben war irgendwie verloren gegangen. Wie gesagt eines der wichtigen, aber keines der besten Dr. Feelgood Alben.

 

Trackliste

  1. Sneakin' Suspicion (Wilko Johnson) 3:50
  2. Paradise (Wilko Johnson) 4:03
  3. Nothin' Shakin' (But the Leaves on the Trees) (Colacrai, Fontaine, Gluck, Lampert) 3:28
  4. Time and the Devil (Wilko Johnson) 2:59
  5. Lights Out (David, Rebennack) 1:54
  6. Lucky Seven (Lewis) 2:46
  7. All My Love (Wilko Johnson) 3:47
  8. You'll Be Mine (Dixon) 3:17
  9. Walking on the Edge (Wilko Johnson) 3:39
  10. Hey Mama, Keep Your Big Mouth Shut (McDaniel) 3:58

Rezensent: MP.