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CD-Kritik Bob Dylan - The Freewheelin' Bob Dylan

Interpret: Bob Dylan

Titel: The Freewheelin' Bob Dylan

Erscheinungsjahr: 1963

Genre: Folk-Rock, Singer Songwriter

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Freewheelin' Bob Dylan ist das zweite Album von Bob Dylan. Es erschien im Jahr 1963. Das erste Dylan Album fiel ja bekanntlich etwas durch, was Bob Dylan ärgerte. Dylan hatte sich auf dem Debütalbum als Songwriter noch sehr zurückgehalten. Das änderte er hier. Der Erfolg gab ihm Recht. In den USA gab es Platin für das Album, im UK erreichte das Album später sogar Rang 1 der Charts. The Freewheelin' Bob Dylan zählt heute zu den wichtigsten Alben der Popgeschichte.

Schon mit dem ersten Song legt Dylan einen Klassiker vor. "Blowin' In The Wind" ist ein unsterblicher Klassiker des akustischen Folk bzw. Protestsongs. Klasse, wie Dylan seine Unzufriedenheit mit Wegguckern zum Ausdruck bringt. "Girl From the North Country" ist ein Song, der die lyrische Seite Dylans zeigt. Ein schöner Song, mehr Liebeslied als Protestsong. "Masters of War" geht wieder in Richtung Protestsong. Ein sehr bedrückender Song, der einem dem Tod nachdrücklich vor Augen führt. "Down the Highway" ist eine persönliche Dylan Interpretation des Blues. So sah er damals den Blues, so interpretierte er ihn. Ungewöhnlich, leicht schräg - aber interessant. "Bob Dylan's Blues" ist weniger Blues, als vielmehr ein schöner Folksong im Dylan Stil. "A Hard Rain's A-Gonna Fall" ist ein Klassiker vom Kaliber Blowin In The Wind. Dylan rechnet mit der "Friede durch Aufrüstung Philosophie" der Blockstaaten ab. Der Song entstand während der Kubakrise. "Don't Think Twice, It's All Right" klingt wie ein Liebeslied - ist aber nach Aussage von Dylan keines. Egal, der Song gehört wieder zu seinen Klassikern.

"Bob Dylan's Dream" ist wieder ein schöner folkiger Song, der wohl auf dem Traditional Lord Franklin basiert. "Oxford Town" ist eigentlich ein Banjosong, den Dylan auf der Gitarre interpretierte. Dazu singt er typisch country-nasal. "Talking World War III Blues" gilt als eine der wichtigsten Dylan Kompositionen. Der Song entstand damals aus einer mehr oder weniger spontanen Session, was viel von der Originalität des Songs ausmacht. Um was es geht, wird schnell klar: Hauptthema ist der Nuklearwahn der großen Mächte. "Corrina, Corrina" ist eine schöne Variation des Traditionals. Das klingt sehr smooth und fast jazzig, was durch die Brushdrums verstärkt wird. "Honey, Just Allow Me One More Chance" ist ein Song, den Dylan nach eigenen Aussagen von einem texanischen Bluessänger übernommen hatte. Ein schöner und lustiger Song, zwischen Blues und Country angesiedelt. "I Shall Be Free" ist noch einer der wichtigen frühen Songs von Dylan. Ein guter Folksong im typischen Dylan-Sound.

Fazit The Freewheelin' Bob Dylan könnte man, auch wenn es das zweite Dylan Album war, durchaus als sein eigentliches Debütalbum bezeichnen. Dylan schrieb hier die meisten Songs selbst. Er begleitete sich fast auf jedem Song nur mit Akustikgitarre und Harp. Dazu singt er, wie er eben immer sang. Obwohl: der Gesang klingt hier sogar relativ gut, Dylan liegt eigentlich selten daneben. Dylan bietet auf dem Album extrem stimmige und starke Songs, die sehr stark dem Folk-/Protestsongidiom der damaligen Epoche entsprechen. Es dürfte sich um eines der stärksten Alben aus dieser Phase handeln und gehört zum Besten, was Bob Dylan je gemacht hat.

Trackliste

  1. Blowin' In The Wind 2:45
  2. Girl From the North Country 3:21
  3. Masters of War 4:31
  4. Down the Highway 3:23
  5. Bob Dylan's Blues 2:20
  6. A Hard Rain's A-Gonna Fall 6:51
  7. Don't Think Twice, It's All Right 3:37
  8. Bob Dylan's Dream 5:00
  9. Oxford Town 1:48
  10. Talking World War III Blues 6:25
  11. Corrina, Corrina (Traditional) 2:42
  12. Honey, Just Allow Me One More Chance 1:58
  13. I Shall Be Free 4:47

Rezensent: MP