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Albumbesprechung Eloy - Floating

Interpret: Eloy

Titel: Floating

Erscheinungsjahr: 1974

Genre: Prog-Rock, Krautrock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Floating stammt aus der Frühphase der deutschen Band Eloy. Es war das dritte Album der Band und erschien im Jahr 1974. In dieser frühen Phase war Eloy bekannt für eine Mischung aus Krautrock und Progrock. Die Songs durften gerne länger und verschachtelt aufgebaut sein. Besetzungsmäßig hatte sich wenig zum Vorgängeralbum geändert. Eloy war mit der Mannschaft Frank Bornemann (vocals, guitar), Manfred Wieczorke (keyboards, guitar), Luitjen Jansen (bass) und Fritz Randow (drums) unterwegs. Lediglich Jansen am Bass war neu zur Band gekommen.

Insgesamt hält sich Floating relativ eng an die Vorgaben des Vorgängeralbums. Der Introsong Floating ist erstaunlich kurz, klingt aber typisch nach Eloy. Ein Instrumental, sehr rhythmisch und treibend mit fetten Orgelsounds und schönen Gitarrenriffs, die aber auch etwas holprig wirken. Danach folgt mit The Light from Deep Darkness ein recht langes Stück. Thematisch handelt es sich fast schon um einen in sich geschlossenen Opus, der sich mit Entstehung und Untergang der Welt befasst. Dementsprechend vielfältig ist der Aufbau des Songs, stellenweise ist das vielleicht vergleichbar mit dem noch längeren The Land Of No Body vom Vorgängeralbum. Der Song beginnt sehr bedächtig, mit typischem Bornemann-Gesang. Danach gibt es eine Steigerung durch ein Riff, das später immer wieder auftaucht. Dazwischen gibt es mehr oder weniger psychedelische Parts mit vielen Klangspielereien.

Castle in the Air ist nicht ganz so lang. Hier bietet die Band den für Eloy recht typischen Sprechgesang, dazu gibt es relativ viele Gitarrensoli, die stellenweise in ein kleineres Gitarre-Vocal Battle münden und kurze Drumsoli featuren. Der Song überrascht vor allem deshalb, weil der Keyboardanteil vergleichsweise gering ist. Auch Plastic Girl verläuft nach einem ähnlichem Schema. Wieder handelt es sich um einen eher bitteren Text, dem musikalisch wieder ein längerer und sehr verschachtelter Song mit vielen proggigen und psychedelischen Parts zugrunde liegt. Madhouse war, zu dem Zeitpunkt, einer der eingängigsten und rockigsten Songs von Eloy. Auch hier sind die Keyboardparts nur subtiler Natur. Der Song lebt vor allem von einem deftigen Gitarrenriff, das stellenweise von sphärischen Parts unterbrochen wird.

Auf der neuen Remasterversion hat man noch drei Livesongs draufgepackt, die in der Frühphase von Eloy aufgenommen wurden. Qualitativ vielleicht nicht erste Wahl, für Fans der Band aber interessante Dokumente.

Fazit Eloy legten mit Floating ein Werk im klassischen Geist der frühen Krautrock-/Progrockphase vor. Floating hielt sich in der Konzeption in etwa an das Vorgängeralbum Inside. Aber trotzdem klingt das Album anders. Die Band hatte auf Floating viel der oft beschworenen Jethro Tull Wurzeln abgeworfen. Trotzdem bleibt Floating eine Mischung aus Prog, Psychedelic und Hard-Rock. Musikalisch klingt das ganz gut, wobei ich die Arbeit von Randow, Jansen und auch Wieczorke hervorheben möchte. Die Gitarrenarbeit klingt oft etwas hakelig, Bornemann erreicht nie seine fließenden und interessanten Lines von Inside. Floating vermittelt aber insgesamt einen geschlosseneren Eindruck als Inside. Aus dem Grund wird Floating von vielen Fans und Kritikern auch höher bewertet als Inside. Das ist sicherlich Geschmackssache, ich würde Inside höher bewerten.

Trackliste

  1. Floating - 3:59
  2. The Light From Deep Darkness - 14:35
  3. Castle in the Air - 7:13
  4. Plastic Girl - 9:07
  5. Madhouse - 5:15

Bonus Tracks

  • Future City (live) - 4:59
  • Castle in the Air (live) - 8:08
  • Flying High (live) - 3:30

Rezensent: MP