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Albumbesprechung Eloy - Visionary

Interpret: Eloy

Titel: Visionary

Erscheinungsjahr: 2009

Genre: Art Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Visionary ist der Titel eines Albums der Band Eloy. Das Album erschien im Jahr 2009. Eigentlich war das 1998er Sequel von Ocean nach Frank Bornemanns Plänen das letzte Album der Band. Aber die Nachfrage nach Eloy war wohl so groß, dass er sich 2009 doch noch einmal zu einer Neuausgabe der Band durchringen konnte.

Bornemann spielte das Album in der Ocean 2 Besetzung ein: Klaus-Peter Matziol (Bass), Michael Gerlach (Keyboards) und Bodo Schopf (Drums und Percussion). Außerdem holte er Keyboarder Hannes Folberth wieder in die Band. Als Gäste sind die Sängerinnen Anke Renner und Tina Lux dabei, Volker Kuinke spielt Flöte auf Tracks 1 und 2, Stephan Emig steuert auf Tracks 4 und 6 zusätzliche Percussions bei und Christoph Littmann ist für weitere Keyboard- und Ochestersounds auf Track 5 dabei.

Die Songs

  • The Refuge rockt, in typischer Eloy Art, moderat. Bornemanns Stimme ist mittlerweile unverkennbar, Matziols Basslines prägnant. Mit den retro-Keyboardsounds und manchem Drumpart, der an Jürgen Rosenthal erinnert, spielt die Band schon im Geist von Ocean, vielleicht etwas rockiger.
  • The Secret führt das weiter, auch hier klingt die Band so, wie man es in etwa von Eloy erwartet. Aus meiner Sicht liegt die Band mit den schwebenden Gilmour-ähnlichen Arpeggien und dem Refrain sehr viel näher an den Floyd der späten Jahre.
  • Age of Sanity war die Untermalung zum Making Of auf der Enhanced CD. Ein rockiger Song mit harten Gitarrenriffs, herrlichen Bassparts von Matziol, retro Keyboardsounds und den typischen Eloy Sprechgesang.
  • The Challenge ist als Teil 2 von Time To Turn ausgelobt. Auch hier ist die Nähe zu Pink Floyd beachtlich, aber vielleicht liegt es auch daran, dass Bornemann im Refrain die Nähe zu The Secret sucht. Ein insgesamt unverbindlicher und etwas flacher Song.
  • Auch der pathetische balladeske Track Summernight Symphony packt es nie so richtig. Das ist zwar gut produziert und insgesamt auch ordentlich vorgetragen, aber mir ist das dann doch etwas zu getragen und mit zuviel Pathos versehen.
  • Mystery ist als Teil 2 von The Secret ausgelobt. Das kann man so stehen lassen. Aus meiner Sicht nähert sich die Band wieder alten Sounds. Ich würde aber sagen, dass Mystery weniger Vergleiche zu The Secret zulässt als The Challenge. Vor allem ist die zuvor genannte Nähe zu den späten Pink Floyd weniger spürbar, was ich positiv bewerten würde.
  • Thoughts ist ein schöner akustischer Ausklang, nicht die Regel bei Eloy, aber gelungen.

Fazit Eloy sind auch 2009 eine Bank des deutschen Art-Rock. Bornemann klingt nach Bornemann und damit klingen Eloy auch noch nach Eloy. Damit dürfte alles beim Alten bleiben: wer Eloy nicht mag, wird auch von diesem Output nicht überzeugt werden. Wer Eloy mag, der wird auch dieses Album mögen. Es gibt an dem Album auch wenig zu mäkeln. Das ist perfekt eingespielt, Bornemann singt im Vergleich zu manchem alten Album sogar r echt gut. Beeindruckend sind aus meiner Sicht die Bassparts von Matziol, die Keyboardsounds klingen immer wieder angenehm retro und Schopf groovt gut. Das klingt alles ziemlich perfekt, manchmal fehlt vielleicht etwas Reibung, das gleitet alles in gefälligem Wohlklang dahin. Letzten Endes legen sie mit Visionary nicht das beste Album der Banddiskographie vor, aber Eloy enttäuschen mit Visionary auch nicht.

Trackliste

  1. The Refuge 4:54
  2. The Secret 7:45
  3. Age of Insanity 7:56
  4. The Challenge (Time to Turn, Part 2) 6:44
  5. Summernight Symphony 4:22
  6. Mystery (The Secret, Part 2) 9:00
  7. Thoughts 1:22

Rezensent: MP