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CD-Kritik Marianne Faithfull - Broken English

Interpret: Marianne Faithfull

Titel: Broken English

Erscheinungsjahr: 1979

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Broken English ist ein Album der Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull. Als das Album 1979 erschien, hatte Faithfull als Musikerin schon einige Jahre auf dem Buckel. Aber Broken English wird in der Regel als das ultimative Album der Sängerin bezeichnet. Auch Marianne selbst bezeichnete es als ihr Meisterstück. Auf dem Album befinden sich die bekanntesten Songs von Faithfull, allen voran The Ballad Of Lucy Jordan, der Titelsong Broken English sowie das oft diskutierte Why D'Ya Do It?

Musikalisch ging Faithfull auf dem Album neue Wege. Während die Vorgängeralben noch stark im Folk bis Country Bereich lagen, klang dieses Album vergleichsweise moderner: rockiger, mit Anleihen an New Wave und Dance-Music. Geprägt wurde das Album aber vor allem von der extrem dunklen und rauchigen Stimme von Marianne, die man vor allem dem exzessiven Lebensstil der Sängerin zuschrieb.

Die Songs

"Broken English" beschreibt Mariannes persönliche Sicht zu Ulrike Meinhof. Der Song klingt relaxt und besitzt diesen typischen New Wave bis Electro-Pop Sound der damaligen Zeit. "Witches' Song" war ebenfalls ein Song, den Marianne mitgeschrieben hatte. Der Song erinnert etwas mehr an ihre Vorgängeralben. Wieder klingt der Song ziemlich laid-back mit folkigen Sounds und modernen Elementen. "Brain Drain" ist das Cover eines Songs, den Tim Hardin mitgeschrieben hatte. Der leicht bluesige Song klingt wieder äußerst relaxt. "Guilt" beginnt dezent und bleibt über weite Strecken sehr getragen, weist aber auch schöne funky Sounds auf.

"The Ballad of Lucy Jordan" ist das Cover eines Dr. Hook Titels. Ich denke, die meisten Leute kennen den Song. In der Version von Marianne klingt das klasse und bringt die Bedeutung der desillusionierten Hausfrau kongenial zum Ausdruck. "What's the Hurry" geht im Vergleich zum restlichen Material gut ab, das alles mit einer guten Prise New Wave. "Working Class Hero" ist wieder ein alter Bekannter, ein Song von John Lennon. Im Prinzip gilt ähnliches wie für The Ballad Of Lucy Jordan. Dieses Cover von Marianne klingt äußerst gelungen und kann gut mit dem Original mithalten, vielleicht klingt es sogar etwas interessanter. "Why D'Ya Do It?" fängt gitarrenrockig an. Danach erhält der Song einen leichten Reggae/Ska Groove. Das gibt dem Ganzen wieder einen New Wavigen Einschlag.

Fazit Viel muss man zu dem Album eigentlich nicht sagen. Broken English ist ohne Zweifel das Meisterwerk von Marianne Faithfull. Das Album klang bei Erscheinen sehr zeitgemäß, war aber keine einfache Alltagskost. Die Songs leben von der Performance und dem Charisma Marianne Faithfulls. Ihre Stimme klingt unglaublich, tief und doch so zerbrechlich. Und mit dieser Stimme und ihrer einzigartigen Ausstrahlung schuf sie ein tolles Album, das man aus meiner Sicht zu den Meilensteinen des Rock zählen kann.

Trackliste

  1. Broken English (Marianne Faithfull, Barry Reynolds, Joe Mavety, Steve York, Terry Stannard) 4:35
  2. Witches' Song (Faithfull, Reynolds, Mavety, York, Stannard) 4:43
  3. Brain Drain (Ben Brierley, Tim Hardin) 4:13
  4. Guilt (Barry Reynolds) 5:05
  5. The Ballad of Lucy Jordan (Shel Silverstein) 4:09
  6. What's the Hurry (Joe Mavety) 3:05
  7. Working Class Hero (John Lennon) 4:40
  8. Why D'Ya Do It? (Heathcote Williams, Reynolds, Mavety, York, Stannard, Faithfull) 6:45

Rezensent: MP