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Albumbesprechung Michael Fix - Lines & Spaces

Interpret: Michael Fix

Titel: Lines & Spaces

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Akustik-Gitarre Instrumental, Singer Songwriter

 

Rezension/Review

Lines & Spaces ist der Titel der mittlerweile 14. Veröffentlichung von Michael Fix. Das Album soll am 28.11.2014 bei Acoustic Music Records im Vertrieb von Rough Trade erscheinen.

Fix spielt auf dem Album Dobro, Bass und Gitarre und er singt die Tunes ein. Begleitet wird er von seinem Sohn Joshua Jarvis-Fix (Djembe, Bongos), Sarah Calderwood (Flöte, BackgroundVocals) und Christian Marsh (Harmonica). Die Songs stammen größtenteils von Fix, er greift aber auch auf ein paar Fremdkompositionen zurück (Blackbird und I Saw Her Standing There von Lennon/McCartney, Ravels Bolero und Happy Talk aus dem Rogers/Hammerstein Musical South Pacific von 1949).

An Abwechslung lässt es Fix auf diesem Album in keinem Fall fehlen, ganz seiner eigenen Philosophie folgend: nach eigenen Aussagen hat Fix bei einer Produktion selten ein bestimmtes Konzept im Hinterkopf. Er nimmt unterschiedlichste Erfahrungen und Eindrücke auf und formt daraus Songs, aus denen in etwa im Zweijahrestakt ein neues Album geformt wird.

Den Auftakt bildet hier Young Gun, eine Art Country And Western Nummer die wie ein Mix aus genretypischer Filmmusik und Marcel Dadi klingt. In eine ganz andere Richtung tendiert When Thuli Smiles. Zunächst wirkt der Song auf mich wie ein Mix aus Karibik und Tex Mex, tatsächlich soll der Song aber nach Südafrika entführen. After The Storm ist das erste Stück, welches m. E. in klassischer Fingerstyle Kultur eingespielt wurde. Für Fix bildet der Song ein Sequel zu Summer Storm.

Butcherbird ist (s)eine Hommage an den gleichnamigen Vogel, der in Australien beheimatet ist und Fix morgens mit seinem Gesang aufweckt. Den Beatles/McCartney Gitarrenklassiker Blackbird versieht Fix mit einem funky Arrangement, dazu singt er überzeugend. Happy Talk ist ein schönes Arrangement des alten Rogers Hammerstein Songs aus dem 1949er Musical South Pacific.

Remembering Ray stellt eine Hommage an den Keyboarder Rainer Bruckmann dar. Wunderschön, extrem gefühlvoll - das kann Fix äußerst gut. Der Silvertop Blues groovt gut mit Blues/Soul Approach, wobei mich das Basis-Riff entfernt an das Hauptriff von Ricky Lee Jones' Chuck 'E's in Love erinnert. Spaces (Without You) ist ein Beispiel, wie man mit wenigen musikalischen Worten viel ausdrücken kann. Fix geht es bei dem Song um die Räume zwischen den Noten.

Kaum weniger gefühlvoll ist Fix seine Version des Ravel Klassikers Bolero gelungen. Richtung 60s Surfmusik geht es mit Waxhead. Die Stimmung fängt Fix gut ein, interessant das an Summertime erinnernde Hauptthema. I Saw Her Standing There hört man zwar nicht ganz so oft als Fingerstyle Arrangement, für Fix war es aber eine der ersten Nummern, die er spielen lernte. Zum Abschluss lässt es Fix mit dem Coppertown Blues richtig krachen. Mit dem stellenweise wuchtigen Southern-Thema hat das fast schon etwas vom Classic Rock.

Fazit Fix betont zwar selbst, dass er ohne bestimmtes Konzept seine Alben realisiert. Dennoch überrascht die Bandbreite des Australiers schon etwas. Fix bietet hier so ziemlich alles vom klassischen Picking über gefühlvolle Fingerstylearrangements, bluesiges Material bis hin zum leicht rockigen Coppertown Blues. Es ist das, was sich für Fix im Verlauf der letzten zwei Jahre so ansammelte. Vielleicht ist es das aber für den einen oder anderen auch etwas zuviel des Guten. Gerade Akustikgitarrenfreaks könnte ein stringenteres Konzept Richtung Fingerstyle vielleicht etwas abgehen.

Bezugsadresse: Acoustic Music

Trackliste

  1. Young Gun 3:36
  2. When Thuli Smiles 2:55
  3. After The Storm 2:48
  4. Butcherbird 3:46
  5. Blackbird 2:59
  6. Happy Talk 3:17
  7. Remembering Ray 3:11
  8. Silvertop Blues 3:33
  9. Spaces (Without You) 2:53
  10. Bolero 4:13
  11. Waxhead 2:57
  12. I Saw Her Standing There 2:51
  13. Coppertown Blues 5:25

Rezensent: MP