Anzeige

Albumbesprechung Fleetwood Mac - Rumours

Interpret: Fleetwood Mac

Titel: Rumours

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: AOR, Soft-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Rumours ist das elfte Studioalbum der Band Fleetwood Mac. Das Album erschien im Jahr 1977 und kennzeichnet einen Meilenstein der Rockmusik und natürlich auch der Bandgeschichte. Rumours ist mit über 42 Mio. verkaufter Exemplare eines der bestverkauften Alben der Rockmusik. In den USA gab es 19-fach Platin, im UK 10-fach Platin. Die Fans liebten das Album, die Kritikern mochten es in der Regel ebenfalls. Da muss man eigentlich nicht mehr viel zum Album sagen. Die Band schien alles richtig gemacht zu haben.

Im Erscheinungsjahr des Albums Rumours hatten Fleetwood Mac schon ein paar Jahre auf dem musikalischen Buckel. Die Band stammt aus England und entstand ca. 1967 im aufkeimenden Blues-Revival in England, wenn man so möchte handelte es sich um einen Ableger von John Mayall. In der frühen Phase war die Musik stark geprägt vom Gitarristen Peter Green, nach dessen Ausstieg wurde der Output etwas uneinheitlich. Um 1974 beschloss die Band, in die USA umzusiedeln, was in musikalischer Hinsicht nicht ohne Folgen blieb. Die Band entfernte sich weiter vom Blues-Rock früherer Tage und näherte sich mehr und mehr massenkompatiblen US-Sounds. 1976 stiegen Lindsay Buckingham und Stevie Nicks ein. In der Band kam es in der Folge zu internen Spannungen, die Musikwelt verbreitete viele Gerüchte um Fleetwood Mac. Die Band ging offensiv dran und setzte die Gerüchte folgerichtig in das Album namens Rumours um. Und Fleetwood Mac katapultierten sich mit der Scheibe an die Spitze der Musikszene. Das Songwriting war hier ziemlich gleichmäßig aufgeteilt - je drei Songs stammen von Stevie Nicks und Lindsay Buckingham, vier von Christine McVie. Ein Song wurde von der Band geschrieben. Aus meiner Sicht hat die Band musikalisch vor allem Lindsay Buckingham viel zu verdanken.

Buckingham legt mit "Second Hand News" einen guten Opener vor. Er steigert sich mit der Akustikgitarrennummer "Never Going Back Again", auch wenn man festhalten kann, dass Buckingham die Nähe zu On The Road To Find Out vom Cat Stevens Album Tea For Tillerman sucht. Den Höhepunkt liefert Buckingham mit "Go Your Own Way" ab. Der Song klingt ungemein eindrucksvoll und wirkt, trotz holprigem Rhythmus, sehr eingängig. Da hat Buckingham ein Sahnestück geschrieben.

Auch Stevie Nicks und Christine McVie brachten sich mit guten Songs ein, im Prinzip legten sie sogar die etwas größeren Hits vor. Insgesamt war der Output aber doch wechselhafter. "Dreams" von Stevie Nicks etwa war einer der großen Hits des Albums. Dieser Schmusesong wird perfekt von der zerbrechlichen Stevie Nicks interpretiert. Ihre beiden weiteren Beiträge "I Don't Want To Know" und "Gold Dust Woman" können allerdings nicht so überzeugen. Das klingt doch etwas unverbindlich.

Christine McVie legte mit "Don't Stop" einen der größten Hits vor. Für McVie ein erstaunlich rockiger Song. Typischer für sie war der ruhige und getragene Song "Songbird" und das melancholische "Oh Daddy", ebenso der lockere Westcoast Song "You Make Loving Fun".

Drummer Fleetwood konnte sich nur auf dem Gemeinschaftssong "The Chain" als Autor mit einschreiben. Ein interessant instrumentierter Song, der aus meiner Sicht vor allem Buckinghams Handschrift trägt.

Fazit Rumours ist ein Meilenstein der Bandgeschichte Fleetwood Macs und der Rockmusik im Allgemeinen. Die Band lieferte hier sicherlich eines ihrer homogensten Alben ab. Die stärksten Momente gibt es zu Beginn, vor allem die ersten sieben Tracks können überzeugen. Leider flacht das Album gegen Ende mit eher unverbindlichen Songs ab.

Trackliste

  1. Second Hand News (Buckingham) 2:43
  2. Dreams (Nicks) 4:14
  3. Never Going Back Again (Buckingham) 2:02
  4. Don't Stop (C. McVie) 3:11
  5. Go Your Own Way (Buckingham) 3:38
  6. Songbird (C. McVie) 3:20
  7. The Chain (Buckingham, Fleetwood, C. McVie, J. McVie, Nicks) 4:28
  8. You Make Loving Fun (C. McVie) 3:31
  9. I Don't Want to Know (Nicks) 3:11
  10. Oh Daddy (C. McVie) 3:54
  11. Gold Dust Woman (Nicks) 4:51

Rezensent: MP