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Albumbesprechung Foreigner - Foreigner

Interpret: Foreigner

Titel: Foreigner

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Foreigner ist das selbstbetitelte Debütalbum der Band Foreigner. Das Album erschien im Jahr 1977 und bedeutete mit Hits wie Cold As Ice, Feels Like The First Time auch gleich den Durchbruch für Foreigner. Alleine in den USA gab es 5-fach Platin für das Album.

Das ist beachtlich, vor allem vor dem zeitlichen Hintergrund betrachtet. 1977 war eigentlich in fester Hand des Punk und Bands wie Foreigner gehören dem Lager an, welches die Punkmusik bekämpfen wollte. Um genauer zu sein: hier kam, vielleicht aufgrund der Besetzung, ein Mix aus klassischem englischen Rock mit Prog-Anteilen und gefälligem US-Rock heraus.

Zusammengestellt wurde die Band 1976, zur Urbesetzung gehörten drei gestandene englische Musiker (Gitarrist/Keyboarder Mick Jones von Spooky Tooth und der Leslie West Band, Multiinstrumentalist Ian McDonald von King Crimson und Drummer Dennis Elliott von If) und drei US-Musiker (Sänger Lou Gramm, Keyboarder /Gitarrist Alan Greenwood und Bassist Ed Gagliardi).

Besonders in den USA erreichten Foreigner mit ihrem (oft als kühl kalkuliertem) Mix aus britischen Rock und US-AOR viele Käufer. Tatsächlich konnte die Band, allem Perfektionismus zum Trotz, teilweise sogar Hard-Rock Fans mit ihren ersten Alben überzeugen. Foreigner zeigten sich auf ihrem Debüt sogar noch relativ ungeschliffen und breit aufgestellt. Die Bandbreite reichte vom knackigen härteren Rock (Feels Like The First Time, Cold As Ice, Headknocker, Long Long Way, At War With The World, I Need You), UK-Rock/Pop mit Proganteilen (Starrider) über Balladen (Woman Oh Woman, Foll For You Anyway) bis zu eingängigem Pop/AOR (The Damage Is Done).

Grundsätzlich wagen Foreigner nichts Neues, das klingt grob gesagt wie ein Mix aus Free/Bad Company, Beatles und subtilen Anleihen an klassischen Progbands (mit der Betonung auf subtil). Ganz klar überwogen auf dem Debütalbum die britischen Einflüsse, was sicherlich der Tatsache geschuldet war, das Mick Jones Hauptsongwriter war. Aber es war auch klar, dass er zusammen mit Lou Gramm den lukrativen US-Markt im Visier hatte. Und das Konzept ging ja schließlich auf.

Fazit Bei Foreigner kann man es eigentlich kurz machen: entweder man mag die Band, oder man mag sie nicht. Aber halt: bezogen auf die frühen Alben ist die Sache doch nicht so einfach. Immerhin hatte mancher harte Rocker durchaus Gefallen an der Band gefunden, aber nach späteren Balladen mit I Want To Know What Love is durfte man dazu nicht mehr so stehen. Legt man diese Beschränkungen beiseite, dann ist das Debütalbum von Foreigner ein gutes Rockalbum, welches man durchaus in der direkten Nachfolge Free ⇒ Bad Company sehen kann. Die Band hob die Rockwelt mit dem Album nicht aus den Angeln, sie konnte aber ungemein gut unterhalten.

Trackliste

  1. Feels Like the First Time (Mick Jones) 3:49
  2. Cold as Ice (Jones, Lou Gramm) 3:19
  3. Starrider (Al Greenwood, Jones) 4:01
  4. Headknocker (Gramm, Jones) 2:58
  5. The Damage Is Done (Jones, Gramm) 4:15
  6. Long, Long Way from Home (Jones, Gramm, Ian McDonald) 2:53
  7. Woman Oh Woman (Jones) 3:49
  8. At War with the World (Jones) 4:18
  9. Fool for You Anyway (Jones) 4:15
  10. I Need You (Gramm, Jones) 5:09

Rezensent: MP