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Albumbesprechung Brooke Fraser - Flags

Interpret: Brooke Fraser

Titel: Flags

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Singer Songwriter, Pop

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Flags ist das dritte Studioalbum von Brooke Fraser, das Album wurde im Oktober 2010 veröffentlicht.

Die Singer Songwriterin aus Neuseeland war zuvor in Australien und Neuseeland eine feste Größe. Dort konnte sie auch mit diesem Album wieder einen großen Erfolg feiern, dieses Mal klappte es aber auch international besser. Vor allem der Song Something In The Water zog in etliche Charts weltweit ein.

Für Brooke Fraser war das Album ein wichtiges Album. Zuvor zog sie nach Los Angeles, den Umzug bezeichnete sie als wichtigen Schritt in ihrem Leben. Flags bezeichnete sie selbst als ihre endgültige Reifeprüfung. Zusammen mit ihrem Mann Scott Ligertwood schrieb sie dann auch die meisten Songs selbst und produzierte das Album.

Fraser beweist ein Händchen für Pophooks. Sie setzt aber auch auf atmosphärische Ambienttexturen und knüpft an Sounds großer Singer SongerwriterInnen an. Die Songs verzichten auf allzu große Reibung, dazu passt dann auch die geschliffene Produktion.

Die Songs

  • Die Pop-Perle "Something in the Water" eröffnet das Album. Dem gesamten Song kann man sich kaum entziehen. Ein perfekter Folk-Popsong.
  • "Betty" erzählt die Geschichte eines Mädchens, das sicht hinter Narben und Muttermalen nach oben zu kämpfen versucht. Musikalisch ist der schwermütige Inhalt mit Pickinggitarre und wuchtigen Drums vergleichsweise locker gestaltet.
  • "Orphans, Kingdoms" ist eine schöne folkige Nummer, die mich etwas an Paul Simon und/oder Edie Brickell erinnert.
  • "Who Are We Fooling" ist eine schöne Pianoballade, präsentiert im Duett mit Matt Hales/Aqualung.
  • "Ice on Her Lashes" klingt ganz anders. Der Song wirkt mit schönen Gitarrenvoicings und flächigen Keyboardsounds sowie prägnater Basslinie ambientmäßig und leicht melancholisch. Thematisiert wird der Tod und damit einhergehende Trauer.
  • "Coachella" ist ein angenehmer, aber auch etwas unverbindlicher Popsong mit California-Flair.
  • "Jack Kerouac" erinnert mich instrumental an Paul Simons Gracelandphase.
  • "Sailboats" besitzt mehr Charisma. Über angenehme Pickinggitarren und einen schönen Soundteppich präsentiert Fraser vor allem eines - ihre Stimme.
  • "Crows + Locusts" setzt den Reigen schöner Songs mit tollen Voicings und ebensolchem Gesang fort.
  • "Here's to You" tendiert Richtung Singer Songwriter, und hier vor allem Richtung Sheryl Crow.
  • "Flags" ist ein vergleichsweise politischer Song, es geht um Unrecht und kulturelle Eigenständigkeit, wahrscheinlich um die der Maoris. Auch hier überzeugt das Konzept mit interessanten Sounds und Voicings, guter Gesangsleistung und passendem trauermarschähnlichen Rhythmus.

Fazit Brooke Fraser liefert mit ihrem dritten Album ihr bislang reifstes Werk ab. Sie bewegt sich zwischen nettem Folk-Pop und durchaus anspruchsvollen Texturen mit atmosphärischen Ambientsounds. Natürlich kann man Parallelen zu Michelle Branch oder auch zu Sheryl Crow ziehen, ich meine auch gewisse Parallelen zu Paul Simon/Edie Brickell vernehmen zu können. Aber das Gesamtpaket Brooke Fraser wirkt auf Flags enorm stimmig - nicht neu, aber schön gemacht.

 

Trackliste

  1. Something in the Water 3:02
  2. Betty 2:58
  3. Orphans, Kingdoms 3:54
  4. Who Are We Fooling (featuring Aqualung) 4:25
  5. Ice on Her Lashes 5:44
  6. Coachella 3:32
  7. Jack Kerouac 3:25
  8. Sailboats 3:18
  9. Crows + Locusts 5:47
  10. Here's to You 4:22
  11. Flags 4:46

Rezensent: MP