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Review Freytag - Entdecker

Interpret: Freytag

Titel: Entdecker

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Deutschrock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Entdecker ist das Debütalbum der Band Freytag. Das Album wurde am 28.09.2012 über Hoanzl veröffentlicht, produziert wurde das Album von Jonas Petersen in Wien.

Freytag ist eine Band aus Österreich um den Songwriter, Sänger und Gitarristen Martin Freytag. Mit dabei sind Stefan Helige (Leadgitarre), Nick Koch (Drums) und Fabian Holoubek (Bass auf Wenn Du Tanzt und Am Ende, Background-Vocals). Bassist auf den restlichen Tracks ist Artur Darnhofer-Demar, außerdem holte sich die Band Unterstützung u. a. für Background-Vocals, Keyboards, Electronic Programming und Streicher.

Die Band hat vorab die Songs Moment und Ans Meer vorgestellt und erhielt ein ordentliches Airplay über österreichische Radiosender und TV-Sender wie GoTV und Viva. Live scheinen die Jungs Live auch eine Bank zu sein. Das ist eine gute Basis für erfolgreiches Arbeiten, zumal Freytag das Rezept für eingängigen und soliden Deutschrock verstanden haben. Dabei klingt die Band nicht wie ein Klon der Platzhirsche wie Silbermond. Freytag klingen fast schon ambivalent - eine junge Band, die frischen und zeitgemäßen Deutschrock/pop vorstellt, die andererseits aber auch in starkem Maß Old School klingt.

Der Opener "Wenn Du Tanzt" macht diesen interessanten Mix deutlich. Der Song rockt mit Classic-Rock Feel und einer subtilen pop-punkigen Note gut, passt aber dennoch hervorragend in die aktuelle Musiklandschaft.

Auch der Song "Ans Meer", eine ausgesprochene gute Laune Nummer, könnte man in die Phase des 1980er Deutschrock stecken. Ähnliches gilt für den Song "Höhenflug", der viel 1980s Rockfeel versprüht und dessen ausgefeilte Gesangsharmonien Erinnerungen an die frühe Münchener Freiheit aufkommen lassen.

"Damals" ist wieder ein treibender Song, der mit seinen eingängigen Konzepten entfernt an Songs der Ärzte erinnert. Das gute daran: Freytag klingen nicht wie ein Klon der Ärzte, sie machen ihr eigenes Ding daraus. Das ebenfalls gut (Pop punkig) rockende Lauter Denken wird von einem balladesken Part mit schönen Streichersequenzen eingeläutet, was zeigt, dass die Band nicht nur drauflosrocken kann.

"Moment" zeigt die Band wieder mit schönen balladesken Momenten in einem eingängigen Gesamtarrangement und auch "Nacht Im Sommer" mischt balladeske und hart rockende Parts, was mich in der Form an den Post-Grunge a la Creed erinnert. Eine schöne Idee ist die Einspielung des Wetterfrosches mit der augenzwinkernden Ansage der Band Freytag.

Klassisch rockig, wieder mit einer guten Prise 80s Feel, klingt der Titelsong "Entdecker". Vor allem im Part mit dem Gitarrensolo klingt das nach Classic-Rock. Interessant ist der Text, der in klarer Sprache Zeitkritik anbringt. "Halte Still" präsentiert wieder härteren Rock mit 80s Approach und einem interessanten kurzen Instrumentalpart, der einer Progmetalband gut zu Gesicht stünde.

"Alles verkehrt" groovt danach straight mit eingängigen Strukturen, wieder mit einer gewissen Nähe zu Post-Grunge/Alternativebands. "Unzertrennlich" könnte man als eine Art Powerballade bezeichnen. In den Strophen fühle ich mich wieder etwas an Creed (With Arms Wide Open) erinnert, wobei Freytag aber auch hier wieder "seinen" Song draus macht und nicht wie ein Creed-Klon klingt. Etwas komplexer wird es auf "Niemals", wobei auch der Song m. E. musikalisch durchaus Vergleichbarkeiten zu Post-Grunge bis Alternativebands aufweist. Zum Schluss gibt die Band auf "Am Ende" noch einmal Kante mit einem Mix aus Rammstein-Riffs, süßen Beatles-Harmonien und einem stadiontauglichen Refrain.

Fazit Freytag ist eine Band, die ein gut bestelltes Feld beackert. Im Bereich des Deutschrock haben wir in den letzten Jahren eine Fülle mehr oder weniger beachtlicher Künstler erleben dürfen. Auch aktuell bearbeiten viele Künstler und Bands dieses Feld. Wo zur Zeit Silbermond Vorturner sind und sich mit Christina Stürmer auch ein österreichischer Künstler nach oben gespielt hat, da könnten Freytag ihren Platz finden. Die Band klingt, wie eingangs erwähnt, frisch und unbekümmert mit einer bemerkenswerten Ambivalenz, die sich in einer beachtlichen Bandbreite mit klassischen Rocksounds in einem andererseits aktuell klingenden Gesamtpaket niederschlägt. Diese Bandbreite macht das Album abwechlsungsreich genug, wobei man hier natürlich kritisieren könnte, dass Freytag noch zu einem klareren Stil kommen sollte. Aber das ist reine Geschmackssache.

 

Trackliste

  1. Wenn Du Tanzt 4 :37
  2. Ans Meer 3:25
  3. Höhenflug 3:12
  4. Damals 4:35
  5. Lauter Denken 4:17
  6. Moment 3:38
  7. Nacht Im Sommer 3:33
  8. Entdecker 4:18
  9. Halte Still 3:03
  10. Alles Verkehrt 3:43
  11. Unzertrennlich 3:52
  12. Niemals 4:25
  13. Am Ende 5:10

Rezensent: MP