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Albumbesprechung Genesis - Trespass

Interpret: Genesis

Titel: Trespass

Erscheinungsjahr: 1970

Genre: Prog Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Trespass war das zweite Studioalbum der Band Genesis. Das Album erschien im Jahr 1970 und war damals nicht sehr erfolgreich. Erst 1998 erreichte das Album die Top 100 im UK. Dafür konnte Genesis erste Erfolge in anderen europäischen Ländern verbuchen. In Belgien erreichte Trespass immerhin Rang 1 der Charts. Musikalisch war die Band mit dem Album noch nicht im für sie typischen Prog angekommen. Allerdings konnte man eine klare Weiterentwicklung zum Debütalbum feststellen. Wenn man so will, stellt Trespass so etwas wie ein Bindeglied zwischen dem rohen Sound des Vorgängers und den folgenden klassischen Genesis Progalben dar. Es ist das einzige Album mit John Mayhew an den Drums. Außerdem verließ Gitarrist Anthony Philipps nach dem Album die Band.

Auch wenn das Album sehr stark mit Folkidiomen Englands spielt und damit durchaus im Trend lag, monierten die meisten Kritiker doch eine gewisse Unausgegorenheit bzw. Unreife. Tatsächlich klang das auf Trespass noch etwas holprig. Die Band selbst war vor allem mit dem Drumming von Mayhew unzufrieden, weshalb der auch nach dem Album durch Phil Collins ersetzt wurde. Der Drumsound klang etwas sehr zurückhaltend und dünn, wobei es dem Album jedoch nicht an dynamischen Wechseln fehlt. Das Album klingt rauer und durchaus rockig, was man besonders auf dem interessanten Song The Knife spürt. Die orchestralen Teile sind noch sehr zurückhaltend und nicht immer gut gelungen. Ebenso muss man die Gitarrenarbeit als verbesserungsfähig bezeichnen, die Rhythmusgitarrenparts klingen dabei noch relativ gut, die Soloparts jedoch äußerst bescheiden. Da konnte Steve Hackett später zulegen. Die gesamte Band spielt noch nicht auf dem hohen Niveau späterer Alben, das gilt auch für Gabriels Gesangsparts. Aber er deutet immer wieder an, welches Potential in ihm steckt.

Fazit Trespass stellt vor allem ein zeitgeschichtlich interessantes Album dar. Es ist kein schlechtes Album, aber bei weitem nicht das Beste der Frühphase von Genesis. Da würden sich eher die folgenden Alben empfehlen. Für Genesis Fans allerdings sollte das Album interessant sein, weil es einfach ein wichtiger Teil ihrer musikalischen Entwicklung ist.

Trackliste

  1. Looking For Someone 7:06
  2. White Mountain 6:45
  3. Visions Of Angels 6:51
  4. Stagnation 8:50
  5. Dusk 4:13
  6. The Knife 8:56

Rezensent: MP