Beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite die Datenschutzerklärung. Mit Nutzung der Webseite akzeptieren Sie diese.

Anzeige

Albumbesprechung Green Day - Dookie

Interpret: Green Day

Titel: Dookie

Erscheinungsjahr: 1994

Genre: Pop Punk

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Dookie ist der Titel des dritten Studioalbums von Green Day. Das Album wurde 1994 veröffentlicht.

Dookie dürfte der endgültige Durchbruch für die Band gewesen sein. In den USA ging es bis auf Rang 2 der Billboard 200, auf Rang 1 ging es in Australien, Neuseeland und Kanada, in Schweden auf Rang 3, in Österreich auf 4 und in Deutschland auf 5. Der Einzug in die Top 10 gelang darüber hinaus in Argentinien, Finnland und Spanien. Im UK z. B ging es bis Rang 13. Kommerziell, das kann man sagen, ging das Album sozusagen durch die Decke. Mit über 20 Mio. verkauften Exemplaren dürfte es eines der bestverkauften Pop Punk Alben schlechthin sein.

Die Band selbst bestand schon damals aus Billie Joe Armstrong (lead vocals, guitar), Mike Dirnt (bass, backing vocals) und Tré Cool (drums, guitar, lead vocals auf All by Myself). Sie hatte zuvor vor allem als eine Art Undergroundband ganz gute Erfolge z. B. mit dem Album Kerplunk zu verzeichnen. Da waren schnell die Major Labels Schlange gestanden, die den Braten rochen. Nach langem Zögern der Band bekam das Label Reprise den Zuschlag, aber nur, weil dort Rob Cavallo tätig war, den die Band für seine Arbeit mit den Muffs schätzte. Alleine der Wechsel zu einem großen Label passte nicht zu einer echten Underground Punkband. Green Day bekam das schnell zu spüren. Sie durften z. B. in einem Indie-Club nicht mehr auftreten, den sie zuvor zuverlässig ausverkauften.

Die Band knallte die Songs sozusagen in drei Wochen aufs Band, sang über alles, was den Menschen und in dem Fall die Hauptzielgruppe Jugendliche Menschen bewegen kann: Sexualitat an sich und Masturbieren im Besonderen, Langeweile, Angst, Psychosen, Beziehungen und so weiter und so fort.

Musikalisch gibt es typischen Pop Punk jener Tage: das ist in der Regel alles Uptempo gespielt, die Gitarren sind gut verzerrt mit der klaren Betonung auf Rhythmusgitarre. Die Gesangslinien sind vergleichsweise eingängig bis harmonisch konzipiert, das erinnert mich immer etwas an Bands des so genannten College Rock. Green Day brachten ihre Vorstellung von Musik auf Dookie überzeugend auf die Rille. Ganz vorne stehen sicherlich die bekannten Songs wie Welcome To Paradise, Basket Case und When I Come Around. Aber auch das gesamte andere Material steht dem in nichts nach. Dazu gibt es noch interessante Reminiszenzen an die 50s (Having A Blast), eine Art High Speed Tex Mex (In The End) oder das Antäuschen einer Unplugged Nummer (F.O.D). Für meinen Geschmack fällt eigentlich nur Emenius Sleepus ab, aber auch der Song ist immer noch gut konsumierbar.

Fazit Mitte der 1990er war die Nachfrage nach Pop Punk groß, vielleicht brauchte es das nach den düsteren Grungezeiten auch. Pop Punk war an sich nichts Neues, schon im 70s Punkboom waren viele Bands Pop Punk. Im Zuge des 90er Revivals muss man Green Day weit vorne nennen, auch wenn Billie Joe Armstrong den Begriff Pop Punk als solchen ablehnte. Nach seiner Ansicht war etwas Punk oder nicht. Das ist Ansichtssache, aber man muss sicherlich unterscheiden zwischen Hardcore Punkbands, welche im Sinn des Punk kommerziell kaum eine Rolle spielten und Pop Punkbands, die ihr Konzept auf den Mainstream ausrichteten. Das ist ja auch nichts Schlechtes, vor allem wenn es so gut klingt wie auf Dookie. Green Day legten damit eines der besten Pop Punk Alben überhaupt vor. Das macht von vorne bis hinten Spaß und Freude. Und das unterscheidet es eben auch ein gutes Stück von Hardcore-Punkalben.

Trackliste

  1. Burnout 2:07
  2. Having a Blast 2:44
  3. Chump 2:54
  4. Longview 3:59
  5. Welcome to Paradise 3:44
  6. Pulling Teeth 2:31
  7. Basket Case 3:01
  8. She 2:14
  9. Sassafras Roots 2:37
  10. When I Come Around 2:58
  11. Coming Clean 1:34
  12. Emenius Sleepus 1:43
  13. In the End 1:46
  14. F.O.D. (Songend bei 2:50, danach ein Hiddentrack ab 4:07) 5:46

Rezensent: MP

Anzeige