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Albumbesprechung Grizzly Bear - Veckatimest

Interpret: Grizzly Bear

Titel: Veckatimest

Erscheinungsjahr: 2009

Genre: Neo-Psychedelia, Indie-Rock

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Veckatimest ist das dritte Studioalbum der Band Grizzly Bear. Das Album erschien im Mai 2009.

Für Grizzly Bear war dieses Album ein Riesenerfolg. Für Veckatimest hagelte es Auszeichungen in diversen Fachmagazinen, in den USA erreichte die Band Rang 1 der Indie Charts und sogar in den Billboard 200 sprang eine Top 10 Platzierung heraus. Veckatimest aufgrund der allgemeinen Rezeption zu den Meilensteinen der Rockmusik zählen.

Was macht eine Band zum allgemein anerkannten Liebling der Kritiker? Sie muss das gewisse Etwas an sich haben. Grizzly Bear hat das Spezielle, was eine Band aus der Masse an Band herausragen lässt. Grizzly Bear befriedigen, über ein gesamtes Album gesehen, nicht den Mainstream. Sie präsentieren eine sperrige Mischung aus klassischem Songwriting mit erheblich psychedelischem Einschlag und legt eine komplexe und atmosphärische bis schräge Melange vor. Zum schnellen Hören ist das in der Regel nichts.

Die Songs

  • Atmosphärisch geht es mit "Southern Point" los. Der Song hätte m. E. Gut ist die psychedelische Donovan Phase gepasst.
  • "Two Weeks" dürfte allgemein bekannt sein, der Track hatte auch in Deutschland ein gutes Airplay. Das heißt natürlich, dass dieser Song mit seinem Mix aus Indie und Post-Brit Pop vergleichsweise eingängig ist.
  • Verspielter klingt "All We Ask". Interessant, dass moderne Bands mich immer wieder etwas an die psychedelischen Gehversuche der Beatles erinnern. Zumindest erinnern manche (rhythmischen) Elemente erinnert an die Day in the life Phase der Fab Four.
  • "Fine For Now" beginnt mit interessanten kontrapunktisch wirkenden Gesangsparts, auch die Gitarrensounds hätten aus der klassischen Progphase stammen können.
  • "Cheerleader" rumpelt zunächst etwas gradliniger, dennoch fällt auch hier eine gewisse Endsechziger Psychedelic-Note auf.
  • "Dory" wird mit aufwändigen Gesangsarrangements eröffnet, im weiteren Verlauf wird daraus ein verschrobener modernen Anti-Folk.
  • "Ready, Able" ist mit einem Mix aus klassischen Prog und wundersamen Ambientteppichen hohe Klangkunst.
  • "About Face" klingt wie ein Art Kammerpop mit Beatles Note, gesanglich nähert sich die Band auch Vorzeige-Harmonikern wir CSN&Y.
  • "Hold Still" besitzt aufgrund der räumlichen Gitarrensounds prog- bis ambientähnlichen Charakter. Interessant dazu die Single Note Linien der Gitarren, welche immer wieder wie kleine Nadelstiche gesetzt werden.
  • "While You Wait For The Others" wirkt aufgrund der Instrumentierung wieder reichlich 60s Psychedelisch, wieder würde ich sagen, dass so ein Track auch Donovan in seiner Experimentierphase gut zu Gesicht gestanden hätte.
  • "I Live With You" beginnt zunächst verhalten, legt aber danach in LoFi bis Radiohead Manier zu.
  • Die Radiohead Nähe ist auch beim abschließenden Piano dominierten "Foreground" feststellbar. Ein krönender Abschluss, auch wenn der Song auf seine Art etwas exotisch auf dem Album wirkt.

Fazit Grizzly Bear legen mit Veckatimest eigentlich nichts vor, was man nicht schon in anderer Form gehört hat. Da kommen Gedanken an die psychedelischen Beatles oder Donovan ebenso auf wie Van Dyke Parks oder moderner Vertreter wie Radiohead. Ihren immer psychedelischen Kammerpop motzt die Band immer wieder mit erstaunlichen Gesangsharmonien zwischen Gentle Giant, Wishbone Ash bis CSNY auf. Eine bemerkenswerte Bandbreite an Einflüssen und doch wirkt dieses Album auf seine Art homogen, klingt letzten Endes nach Grizzly Bear und ragt deutlich aus der Masse an Veröffentlichungen des Jahres 2009 heraus.

Trackliste

  1. Southern Point 5:02
  2. Two Weeks 4:03
  3. All We Ask 5:21
  4. Fine for Now 5:31
  5. Cheerleader 4:54
  6. Dory 4:26
  7. Ready, Able 4:17
  8. About Face 3:21
  9. Hold Still 2:24
  10. While You Wait for the Others 4:29
  11. I Live with You 4:57
  12. Foreground 3:35

Alle Songs Ed Droste, Daniel Rossen, Chris Taylor und Christopher Bear

Rezensent: MP

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