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CD-Kritik Steve Hillage - Motivation Radio

Interpret: Steve Hillage

Titel: Motivation Radio

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Space-Rock, Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Motivation Radio ist das dritte Studioalbum des englischen Musikers Steve Hillage. Es erschien im Jahr 1977, nach dem recht erfolgreichen Album L. Den Erfolg konnte Motivation Radio nicht ganz bestätigen. Im UK erreichte Hillage aber immerhin Platz 28 der Charts. Auch in Deutschland konnte sich Hillage mit dem Album Gehör verschaffen.

Während auf dem Album L die Band Utopia und Produzent Todd Rundgren für einen recht fetten Sound sorgten, hatte Hillage für dieses Album seine eigene Band am Start. Hillage löste sich damit nach Ansicht vieler Kritiker vom Utopia/Rundgren Sound und fand zu einem Sound, der insgesamt etwas eingängiger und bisweilen kommerzieller klang.

Die Songs

"Hello Dawn" geht rockig bis funky ab, die Vocalparts klingen eingängig und Hillage steuert ordentlich Gitarrensoli bei. "Motivation" ist wieder funky und rockig angelegt. Auch hier entfernt sich Hillage von komplexen Mustern, auch hier brilliert er an der Gitarre. "Light in the Sky" beginnt jazzrockig, wächst sich dann aber zu einem harten und schleppenden Blues-Rock aus. Interessant der Refrain, der ein punkige Note aufweist. "Radio" beginnt mit schönen akustischen Gitarrenparts, die von den Giraudy typischen Keyboardsounds unterlegt wird. Auch hier steigert sich Hillage in einen schönen instrumentalen Part. "Wait One Moment" ist eine reinrassige Ballade, die mich an Pink Floyd erinnert. Vor allem gesanglich klingt Hillage stark nach Gilmour.

"Saucer Surfing" ist der bislang experimentellste Song. Hillage knüpft stellenweise an alte Gong Zeiten an. "Searching for the Spark "beginnt mit fetten Synthiespielereien. Der Song steigert sich mit verschrobenen Instrumentalparts permanent. "Octave Doctors" ist ein schöner instrumentaler Song, dem aber insgesamt etwas die Spannung fehlt. Auch die Gitarrenlines von Hillage wirken etwas verbraucht. "Not Fade Away (Glid Forever)" wurde meines Wissens als Single ausgekoppelt. Im Prinzip handelt es sich um die Coverversion eines Buddy Holly Songs. Hillage hält sich eng ans Original, dazu gibt er seine typischen Spielereien zum Besten. "Leylines To Glassdom" ist ein kurzer Song, der von schönen Synthiespielereien und Gitarrenlinien von Hillage getragen wird. "The Salmon Song" beginnt hart und erinnert an Deep Purple. Der Song stammt im Original vom Debütalbum und liegt hier als Backingtrack vor. "The Golden Vibe" stammt auch vom Debütalbum und liegt hier als Alternativmix vor.

Fazit Mit Motivation Radio versuchte sich Hillage von seinem "Hippie Image" zu lösen. Nachdem ihm Kritiker und Fans auch vorwarfen, mit L ein überfrachtetes Werk und einen Utopia Klon produziert zu haben, wollte Hillage zudem ein schlankeres Album vorlegen. Beides gelang Hillage gut, er legt ein eingängiges Album mit ordentlichen Songs vor, die Highlights bilden dabei m. E. Saucer Surfing und Searching For The Spark. Im direkten Vergleich würde ich L dennoch etwas höher bewerten.

Trackliste

  1. Hello Dawn (2:48)
  2. Motivation (4:07)
  3. Light in the Sky (4:12)
  4. Radio (6:13)
  5. Wait One Moment (3:25)
  6. Saucer Surfing (4:28)
  7. Searching for the Spark (5:38)
  8. Octave Doctors (3:38)
  9. Not Fade Away (Glid Forever) (4:00)

Bonustracks 2007

  • Leylines To Glassdom 2:50
  • The Salmon Song 9:12
  • The Golden Vibe 3:28

Rezensent: MP