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CD-Kritik Buddy Holly - Buddy Holly

Interpret: Buddy Holly

Titel: Buddy Holly

Erscheinungsjahr: 1958

Genre: Rock'n'Roll

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Buddy Holly ist der Name des Debütalbums von Buddy Holly. Das Album erschien im Jahr 1958 und bedeutete für Holly u. a. wegen des Hits Peggy Sue den endgültigen Durchbruch. Leider konnte er nicht mehr viel von seinem Erfolg genießen, denn ein Jahr später kam Holly bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Genau genommen ist es das zweite Album in der Diskographie von Holly, aber das Vorgängeralbum müsste man genau genommen als ein Chirping Crickets bzw. Crickets Album featuring Holly bezeichnen. So gesehen kann man das Album - nomen est Omen - auch als erstes Buddy Holly Album bezeichnen. Und es war gleichzeitig auch das einzige Soloalbum von Buddy Holly, welches zu seinen Lebzeiten herauskam. Alles andere kam posthum auf den Markt, meist handelte es sich um irgendwelche Compilations.

Neben Holly an Gitarre und Gesang waren als Stammbesetzung Bassist Joe B. Mauldin und Drummer Jerry Allison dabei. Dazu kamen noch einige Gastmusiker und Backgroundsänger.

Das zweite Album von Holly genießt heute Kultstatus. Die Single Peggy Sue war aber ein großer Erfolg und erreichte immerhin Rang 3 der US-Charts. Den Kultstatus macht sicherlich die fulminante Ode von Don McLean in American Pie klar, nach dessen Ansicht der Todestag von Holly gleichzeitig der Tag war, an dem die Musik starb. Ganz so eng muss man das nun sicherlich nicht sehen. Aber Holly bewies mit dem Crickets Album und diesem Soloalbum, war in im steckte. Er war nicht der gnadenlose Rock'n'Roller, er hätte es aber sein können. Das beweist er mit Songs wie Ready Teddy und teilweise mit You're So Square. Seine Stärken bewies Holly sicherlich mit äußerst melodiösem Rock'n'Roll, für den Peggy Sue geradezu ein Synonym ist.

Das Album eröffnet er mit der Fremdkomposition "I'm Gonna Love You Too" beschwingter als Peggy Sue. Ganz lustig wirken die typischen Gesangsgluckser. "Peggy Sue" ist der Holly-Klassiker schlechthin, zu dem Song muss man kaum etwas sagen. "Look At Me" ist ein angenehmer Midtempo Song. "Listen To Me" nimmt Tempo heraus, dafür überzeugt der Klassiker mit schönen Gitarrenarrangements.

"Valley Of Tears" stammt von Fats Domino und Dave Bartholomew, das dürfte jeder Fan aufgrund des typischen Pianobasslaufs heraushören. Ganz lustig wirken die Orgelsounds, die einen zwangsläufig an eine Tanzmusikveranstaltung erinnern müssen. Mit "Ready Teddy" borgt sich Holly einen flotten Rock'n'Roll. Ich weiß nicht, ob er selbst so einen Song nicht hätte schreiben können. Spielen konnte er ihn in jedem Fall, das klingt überzeugend. "Everyday" ist ein weiterer Klassiker von Holly, ein toller Song mit dem prägnanten Klatschen und den Gute-Nacht Keyboardsounds.

"Mailman, Bring Me No More Blues" ist eine weitere Fremdkomposition mit einer gewissen Ähnlichkeit zu vor genannten Domino Bassläufen, aber auch zu Pianogott Lewis. "Words Of Love" ist ein weiterer typischer Holly Song, wieder mit interessantem Gitarrenarrangement. Solche Songs haben die Beatles garantiert auch gerne gehört. "(You're So Square) Baby I Don't Care" ist ein Song von Leiber/Stoller und eine nette Anspielung auf Elvis Presley. Angenehm treibend wirkt "Rave On", ein weiterer Klassiker des Genres. "Little Baby" beendet das Album klassisch, mit einem vergleichsweise starken Blueseinfluss.

Fazit Das Album Buddy Holly muss man zu den Meilensteinn der Rockmusik zählen - so oder so. Es ist das eigentliche Debütalbum von Buddy Holly und gleichzeitig das einzige Soloalbum, welches er zu Lebzeiten fertig stellte. Der Song Peggy Sue ist ein Evergreen, auf diesem Album legte Holly mit I'm Gonna Love You Too, Listen to Me, Everyday, Words of Love und Rave On weitere Klassiker vor. Ansonsten legte Holly gut klingende Songs vor und bot ein rundes Album. Ich muss zugeben, dass ich mir Songs wie Peggy Sue nicht in längeren Fassungen anhören wollte. Von daher ist es durchaus gut, dass die Songs sehr kurz gehalten sind. So macht dieses Album Spaß und es verdient zweifellos seinen Platz unter den Meilensteinen der Rockmusik. Es gab aufregendere Rock'n'Roller, aber nur wenige konnten so genretypisch Schluchzen/Glucksen und so herzerweichende Song schreiben wie Holly. Wer sich für den Rock'n'Roll interessiert, kommt um dieses Album auf keinen Fall herum.

Trackliste

  1. I'm Gonna Love You Too (Joe B. Mauldin, Niki Sullivan, Norman Petty) 2:14
  2. Peggy Sue (Buddy Holly, Jerry Allison, Petty) 2:30
  3. Look at Me (Holly, Allison, Petty) 2:07
  4. Listen to Me (Holly, Petty) 2:22
  5. Valley of Tears (Fats Domino, Dave Bartholomew) 2:09
  6. Ready Teddy (Robert Blackwell, John Marascalco) 1:32
  7. Everyday (Holly, Petty) 2:09
  8. Mailman, Bring Me No More Blues (Ruth Roberts, Bill Katz, Stanley Clayton) 2:12
  9. Words of Love (Holly) 1:56
  10. (You're So Square) Baby I Don't Care (Jerry Leiber, Mike Stoller) 1:37
  11. Rave On! (Sonny West, Bill Tilghman, Petty) 1:50
  12. Little Baby (Holly, Petty, C. W. Kendall Jr.) 1:57

Rezensent: MP