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Albumbesprechung Iron Maiden - Dance Of Death

Interpret: Iron Maiden

Titel: Dance Of Death

Erscheinungsjahr: 2003

Genre: Heavy Metal, Prog-Metal

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Dance of Death ist das dreizehnte Studioalbum der englischen Heavy-Metal Band Iron Maiden. Das Album erschien im Jahr 2003. Die Band hielt sich musikalisch relativ eng an das Konzept des Vorgängers Brave New World und blieb damit auch ihren Wurzeln treu. Damit konnten Iron Maiden wenig falsch machen, die Fans waren zufrieden und auch Kritiker lobten das Album in der Regel. Auch wenn Steve Harris nach wie vor bestimmender Songwriter der Band bleibt, konnten sich hier doch alle Musiker am Songwriting beteiligen. Drummer Nicko McBrain zum ersten Mal als Mitautor einbringen.

Auf dem Album dabei waren Bruce Dickinson (vocals), Dave Murray (guitar), Janick Gers (guitar), Adrian Smith (guitar, backing vocals), Steve Harris (bass guitar, backing vocals, keyboards) und Nicko McBrain (drums). Es ist unklar, ob Steve Harris wirklich alle Keyboards selbst eingespielt hatte. Auf dem Originalalbum fehlen zumindest weitere Angaben.

Iron Maiden blickten 2003 schon auf eine lange Karriere zurück. Da stellt sich die Frage, ob man sich als Band in andere Richtungen entwickeln sollte oder an einem bestimmten Konzept festhalten sollte. Bei Iron Maiden ist das Festhalten an klassischen Songstrukturen sicherlich sinnvoll, zumal sie damit gigantische Erfolge feiern konnten. Die Fans erwarten die typischen Iron Maiden Sound mit Dickinsons Stimme, Twin-Leads und galoppierenden Heavy-Rhythmen plus die eine oder andere etwas komplexere Idee. Auf Dance Of The Death hält sich die Band grundsätzlich an diese Rezeptur.

Die Songs

"Wildest Dreams" wurde als erste Single ausgekoppelt. Der Song ist ein relativ einfach gestrickter Hard-Rock. Mit solchen Songs schrammte Iron Maiden immer mal wieder an schlechten Kritiken vorbei, Wildest Dreams kann aber durchaus überzeugen. "Rainmaker" beginnt zwar auch mit einem relativ einfachem Riff, die Band verleiht dem Song im weiteren Verlauf seinen progressiven Melodic-Metalcharakter. "No More Lies" überrascht eingangs mit einer Sequenz, welche mich stark an Wishbone Ash (Throw Down The Sword) erinnert. Allgemein schwingt in dem Song ohnehin eine gewisse keltische Note mit.

"Montségur" beruht auf einer Urlaubserfahrung von Dickinson. Er ließ sich von den alten Stätten der Katarer inspirieren und von möglichen Verbindungen zu den Templern. Der Song rumpelt musikalisch heftig daher, ist aber insgesamt recht komplex aufgebaut und reicht durchaus in den Bereich Prog-Metal hinein. Der Titeltrack "Dance Of Death" ähnelt musikalisch eher No More Lies. Wieder schwingt eine keltische Note mit, wieder erinnert der Anfang durchaus an die frühen Wishbone Ash. Aber Iron Maiden machen eine eigene Sache daraus, das klingt sehr interessant und mit der orchestralen Instrumentierung fast episch und wieder leicht progressiv. Eher in die klassische Heavy Richtung geht der Song "Gates Of Tomorrow", der mit dem einen oder anderen AC/DC Riff überrascht.

"New Frontier" erinnert an die Anfänge der Band. Das hat relativ viel aus der Killers Phase und ist schöner Retro-Maiden Metal. "Paschendale" befasst sich mit der Schlacht um das Dorf Passendale (Passchendaele) im ersten Weltkrieg. Der Song ist äußerst aufwändig und komplex strukturiert.

Irgendwie wirkt Paschendale wie ein Kernsong, allerdings auch in negativer Weise. Nach dem Song flacht das Album ab. "Face in The Sand" und "Age Of Innocence" zumindest gehen komplett unter. "Journeyman" überrascht immerhin, weil es einer der wenigen komplett akustisch konzipierten Maiden Songs ist. Leider stellt der Song aber auch keine echte Steigerung mehr dar.

Fazit Mit Dance Of Death ist es eigentlich recht einfach, da waren sich auch die meisten Kritiker einig. Iron Maiden liefern ein Album ab, das schlicht und einfach gut ist. Es ist in der Diskographie vielleicht nicht das beste Album der Band, aber bei weitem auch nicht das schlechteste. Was wieder auffällt, ist die auffällige Orchestrierung und der, aus meiner Sicht, komplexe Aufbau vieler Songs. Neben vielen eingängigen Passagen berührt die Band immer wieder den Bereich Prog-Metal/Symphonic-Metal. Dance Of Death einfach ein gut gelungenes Album. Schade ist nur, dass der Spannungsbogen nach Paschendale deutlich abflacht.

Trackliste

  1. Wildest Dreams (Adrian Smith, Steve Harris) 3:52
  2. Rainmaker (Bruce Dickinson, Dave Murray, Harris) 3:48
  3. No More Lies (Steve Harris) 7:22
  4. Montségur (Dickinson, Janick Gers, Harris) 5:50
  5. Dance of Death (Gers, Harris) 8:36
  6. Gates of Tomorrow (Dickinson, Gers, Harris) 5:12
  7. New Frontier (Dickinson, Smith, Nicko McBrain) 5:04
  8. Paschendale (Smith, Harris) 8:28
  9. Face in the Sand (Dickinson, Smith, Harris) 6:31
  10. Age of Innocence (Murray, Harris) 6:10
  11. Journeyman (Dickinson, Smith, Harris) 7:07

Rezensent: MP

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