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Albumbesprechung Iron Maiden - The Final Frontier

Interpret: Iron Maiden

Titel: The Final Frontier

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Heavy Metal, Prog-Metal

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Final Frontier ist das mittlerweile 15. Studioalbum der Britischen Heavy-Metal Band Iron Maiden. Das Album erschien im August 2010. Man hatte schon eine Zeit nichts mehr von der Band gehört, das letzte Studioalbum A Matter of Life and Death datiert aus 2006. Dafür legen Iron Maiden mit einer Spielzeit von 76.34 ihr bislang längstes Album vor. Leider ist nicht klar, wie es weitergeht. Steve Harris gab sich orakelhaft und redete in einem Interview von seinem Wunsch, dass Iron Maiden in der Banddiskographie insgesamt 15 Studioalbum vorlegen sollen. Damit wäre jetzt eigentlich Schluss.

Von Seiten der Band hört man aber auch, dass sie gerne noch das eine oder andere Lebenszeichen von sich geben würde. Schlecht wäre es nicht. Denn mit The Final Frontier konnte die Band Fans und Kritiker überzeugen. Und die Chartplatzierungen sprechen für sich, The Final Frontier schaffte es in unzähligen Ländern auf Rang 1 der Charts.

Die Band hält musikalisch an ihrem zuletzt eingeschlagenen Kurs fest und bewegt sich in einem komplexeren musikalischen Feld - man könnte von einer Art Prog-Metal sprechen. In einem Interview mit Gitarre & Bass erklärte Harris den starken Einfluss von Folk und Prog mit dem Alter der Musiker. Ein Stück wie The Trooper, so Harris, würde die Band heute nicht mehr schreiben können oder wollen. Trotzdem kann man für klassische Fans Entwarnung geben: es sind genug klassische Iron Maiden Zitate auf dem Album.

Eröffnet wird das Album allerdings ziemlich prog-rockig mit "Satellite 15". Das klingt außergewöhnlich, aber sehr interessant. Der eine oder andere Fan klassischer Heavy Sounds könnte damit jedoch Probleme haben. Dafür kommt die Band dann im Titeltrack "The Final Frontier" sozusagen im klassischen Hard-Rock an. Einen Mix aus galoppierendem klassischem Heavy Metal und etwas komplexeren Ideen legt die Band auf "El Dorado" vor. "Mother of Mercy" startet wieder proggig, im Übergang in die härteren Parts wird eine gewisse Affinität zu Jethro Tull deutlich.

Die erste Ballade folgt mit "Coming Home". Im Prinzip handelt es sich um eine typische Iron Maiden Ballade, die aber wieder mit etlichen schönen prog-rockigen Riffs gespickt ist. Ein toller Song, der Live garantiert klasse kommt. Mit "The Alchemist" überrascht die Band. Der Song hätte so auch auf einem der frühen Alben sein können, das ist klassischer Iron Maiden NWOBHM. Nach diesem klassischen Song folgt mit "Isle Of Avalon" ein weiterer eher komplexer bis proggiger Song mit vorzüglichen Ideen und vielen interessanten Taktverschiebungen. Kaum schlechter ist "Starblind", wobei hier vielleicht die klassischen Heavy-Metal Ideen überwiegen. Interessant ist hier die subtile Orchestrierung des Songs und der Mittelteil mit den bluesigen Gitarrensounds. Folkig beginnt die Band den Song "The Talisman", der auch wieder in einen schönen Heavy-Metal klassischer Prägung mündet, aber wieder mit schönen proggigen Ideen garniert wird. "The Man Who Would Be King" beginnt verhalten und verträumt, mündet dann aber auch in einen kräftigen Part. Hier gilt ähnliches wie für die Vorgängersongs - Iron Maiden bietet einige Überraschungen. Mit dem Song "When The Wild Wind Blows" legt die Band einen ihrer längsten Songs überhaupt vor. Der Song baut auf einer Novelle von Raymond Briggs auf. Die Band musste sich den Harris Song praktisch in Sektionen erarbeiten, weil er so komplex ist. Man muss sich den Song auch als Hörer erarbeiten, aber es lohnt sich. Letztlich wird das nie langweilig, die Lyrics sind klasse und der Song klingt manchmal ergreifend schön.

Fazit Alleine aufgrund der weltweit überragenden Chartplatzierungen und den fast schon überschäumenden Kritiken muss man The Final Frontier zu den wichtigsten Alben des Jahres 2010 zählen. Man neigt manchmal zu Überreaktionen, wenn alte Haudegen ein Album vorlegen. Aber The Final Frontier von Iron Maiden klingt einfach gut. Die Band legt ein Album vor, welches man dem Prog-Metal zuordnen kann. Dabei vergessen Iron Maiden nie ihre Roots. So gesehen müssten klassische Fans mit dem Album noch gut zurechtkommen und die Band könnte sich eine Menge neuer Fans erspielen.

Trackliste

  1. Satellite 15.The Final Frontier (Smith, Harris) 8:41
  2. El Dorado (Smith, Harris, Dickinson) 6:48
  3. Mother of Mercy (Smith, Harris) 5:20
  4. Coming Home (Smith, Harris, Dickinson) 5:52
  5. The Alchemist (Gers, Harris, Dickinson) 4:29
  6. Isle of Avalon (Smith, Harris) 9:06
  7. Starblind (Smith, Harris, Dickinson) 7:48
  8. The Talisman (Gers, Harris) 9:03
  9. The Man Who Would Be King (Murray, Harris) 8:28
  10. When the Wild Wind Blows (Harris) 10:59

Rezensent: MP