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Albumbesprechung Susan James - Highways, Ghosts, Hearts & Home

Interpret: Susan James

Titel: Highways, Ghosts, Hearts & Home

Erscheinungsjahr: 2011

Genre: Country, Folk, Americana

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Highways, Ghosts, Hearts & Home ist das vierte Album der US-Amerikanerin Susan Jones. Das Album wurde am 18.03.2011 veröffentlicht.

Susan James stammt aus Kalifornien. Im Jahr 1992 legte sie ihr erstes Album vor. Mit dem nächsten Album im Jahr 1996 konnte sich Susan James in den USA Gehör verschaffen. Es folgten Auftritte mit bzw. im Vorprogramm von Lindsay Buckingham, Rufus Wainwright, Billy Bragg, Richard Thompson, David Lindley, Daniel Lanois und anderen. Auch in Europa konnte sich Susan James in der Folge einen kleinen Fankreis erschließen. Gemeinsam mit ihrem Mann Fulton Dingley zog sie nach dem Release ihres dritten Albums kurzzeitig nach London und konzentrierte sich auf ihre Familie. Sie lebt mittlerweile wieder in den USA, nahe Los Angeles. Hier machte sie sich dann auch an die Arbeiten zum neuen Album Highways, Ghosts, Hearts & Home.

Susan James wirkt musikalisch gereift und vor allem sehr entspannt. Mit Highways, Ghosts, Hearts & Home legt James ein Album vor, welches dementsprechend relaxt nach Country und Folk klingt, sieht man von subtilen psychedelischen Parts ab. Auch inhaltlich gibt sich James klassisch, sie beschreibt in typischer Singer Songwriter Art Land und Leute. James zeigt sich als eine gute Beobachterin, die aber nicht nur bierernst bleibt. Das merkt man in einzelnen Textpassagen ebenso wie in kompletten Inhalten, so im scheinbar verzweifelten Rufen nach Bob Dylan in Calling Mr. Zimmerman

Geprägt wird der Sound in starkem Maß durch die Besetzung, welche James hier um sich versammelt hat. Von der Country Band I See Hawks in LA kommen Paul Lacques, Shawn Nourse und Paul Marshall. Gabe Witcher von den Punch Brothers spielt Violine, Danny McGough von Shivaree Hammondorgel.

Die Songs

"Airstream Girl" beschreibt den grundsätzlich Mix ganz gut. Im Prinzip handelt es sich um einen klassischen Countrysong, allerdings wirkt das Intro leicht psychedelisch. Nach Americana klingt der Song "A Weed Is Not A Weed (When It Grows Where It Belongs)". Den klassischen Country mit Fiddle, Mandoline und schönen Dobro Slideparts bedient "Thank You Tomorrow", während "Cold Moon On The Highway" fast wie eine Persiflage auf alte Country und Western Songs wirkt.

Sehr getragen, mit einer psychedelischen Note, wirkt "On Your Side". Auch der "Old Jug Song" wirkt balladesk, verströmt aber mit Banjostrumming einen ländlichen Charme. "Out In The Woods" knüpft sehr viel stärker an klassische Folksongs an, interessant sind hier die psychedelischen Soundsplitter, die schöne Landschaften entstehen lassen. Augenzwinkernd wirkt der Ruf nach Bob Dylan auf "Calling Mr. Zimmerman", der Susan die Formel für gute Songs verraten soll.

Etwas exotisch wirkt der "Falling Waltz 2". Der Song im Takt klingt wie ein psychedelischer Walzer mit 60s Hammondsounds, während die Fiddleparts den Song dann immer wieder Richtung Country drängen. "How To Fix A Broken Girl" klingt nach klassischem Folk, hier spürt man eine große Nähe zu den klassischen Singer Songwritern. "Goin' To California" bildet einen, nach meiner Ansicht, etwas unglücklichen Abschluss. Der Song wirkt wie ein Patchwork aus 60's Sounds mit Countryparts und psychedelischen Byrds-Rickenbaker Sounds. Das klingt zwar interessant, aber auch etwas unentschlossen.

Fazit Susan James legt mit Highways, Ghosts, Hearts & Home ein vielschichtiges Album vor, welches zwischen Folk und Country pendelt, das aber immer wieder mit einigen interessanten Parts und Motiven überrascht. James erinnert trotzdem eher an klassische Singer Songwriter, als an neuere Künstler des Alternative Country oder Folk. Ihre Stimme wirkt zerbrechlich und nicht immer aufregend, aber jederzeit passend. Gerade zu dieser Art Musik passt eine solche Stimme perfekt, im Rock würde sie wohl nicht bestehen können. Aber darum geht es hier eben auch nicht, da ist wenig Raum für Härte und Rockattitüde. Solche Werke muss man sich in Ruhe anhören, dafür sind sie gemacht. Dann erschließen sich mit jedem Anhören immer neue Facetten und Nuancen.

Trackliste

  1. Airstream Girl (3:23)
  2. A Weed Is Not A Weed [When It Grows Where It Belongs] (4:05)
  3. Thank You Tomorrow (2:55) 04:On Your Side (3:49)
  4. Cold Moon On The Highway (3:21)
  5. Old Jug Song (4:03)
  6. Out In The Woods (5:48)
  7. Calling Mr. Zimmerman (3:24)
  8. Falling Waltz 2 (5:38)
  9. How To Fix A Broken Girl (3:35)
  10. Goin' To California (3:51)

Alle Songs Susan James

Rezensent: MP